Samstag, 8. August 2015

Dienstag, 12. Mai 2015

Skyfall

This is the end, 
hold your breath and count to ten, 
feel the earth move and then
hear my heart burst again. 

For this is the end
I've drowned and dreamt this moment 
so overdue i own them 
swept away i'm stolen 

Let the sky fall 
when it crumbles 
we will stand tall
face it all together 

(Adele - Skyfall) 

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Songtexte, die wir schon gefühlte 100.000 mal gehört haben auf einmal eine ganz besondere Bedeutung für uns bekommen. Wenn sie uns in einer besonderen Situation ansprechen. Mir geht es so mit "Skyfall" - er geht mir seit Wochen nicht mehr aus dem Kopf. 

Ich habe das Gefühl, dass in mir gerade ganz viel passiert, sich wandelt und ich einen ersten Schritt gemacht habe auf den Pfad, dessen Wegweiser in die Richtung "Leben ohne Kind" führt. Noch sind die Wege parallel, führen nebeneinder her, ich könnte wieder rüberhüpfen - aber ich möchte nicht. 

Ich möchte die Erde fühlen, möchte mein Herz wieder schlagen hören. 

Der Kinderwunsch hat mich in den letzten Jahren oft traurig gemacht und geschmerzt, die negativen Momente überwiegen die glücklichen bei weitem. 

Ich möchte, dass es wieder anders wird. 

So geht die Zeit von und mit "Herzenswunsch: Zwei Linien" wohl zu Ende. Mit leeren Armen und einem Seelchen bei den Sternen - geliebt und verloren. Unvergessen für immer. 


Skyfall

This is the end, 
hold your breath and count to ten, 
feel the earth move and then
hear my heart burst again. 

For this is the end
I've drowned and dreamt this moment 
so overdue i own them 
swept away i'm stolen 

Let the sky fall 
when it crumbles 
we will stand tall
face it all together 

(Adele - Skyfall) 

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Songtexte, die wir schon gefühlte 100.000 mal gehört haben auf einmal eine ganz besondere Bedeutung für uns bekommen. Wenn sie uns in einer besonderen Situation ansprechen. Mir geht es so mit "Skyfall" - er geht mir seit Wochen nicht mehr aus dem Kopf. 

Ich habe das Gefühl, dass in mir gerade ganz viel passiert, sich wandelt und ich einen ersten Schritt gemacht habe auf den Pfad, dessen Wegweiser in die Richtung "Leben ohne Kind" führt. Noch sind die Wege parallel, führen nebeneinder her, ich könnte wieder rüberhüpfen - aber ich möchte nicht. 

Ich möchte die Erde fühlen, möchte mein Herz wieder schlagen hören. 

Der Kinderwunsch hat mich in den letzten Jahren oft traurig gemacht und geschmerzt, die negativen Momente überwiegen die glücklichen bei weitem. 

Ich möchte, dass es wieder anders wird. 

So geht die Zeit von und mit "Herzenswunsch: Zwei Linien" wohl zu Ende. Mit leeren Armen und einem Seelchen bei den Sternen - geliebt und verloren. Unvergessen für immer. 


Donnerstag, 19. März 2015

this is the worst trip, i've ever been on...

So dudelte es heute aus dem Radio. Ziemlich passend. Gefühlt steht dieser Tag in einer Reihe mit der Tumordiagnose meines Papas und der Bestätigung des gefallenen HCG-Wertes unseres Inselflohs. 

Das Wetter hatte sich meiner Stimmung angepasst: eine Nebelsuppe. Dick wie Watte. Wie ferngesteuert bin ich zum Professor gefahren. Zum Glück war die Autobahn frei und nichts passiert. 

Tja und dann? Keine Überraschung. Leider lügt das Internet manchmal eben doch nicht. Der Prof hat so ziemlich das bestätigt, was ich bereits selbst recherchiert hatt. Allerdings - und das war ein ziemlich dicker Brocken, den ich da schlucken musste - fühlte ich mich bei diesem Besuch weder ernst genommen noch gut aufgeklärt. Und das war eigentlich das mindeste, was ich erwartet hatte. 

Denn - wir erinnern uns: der Befund, den ich im Juni erhalten hatte, war falsch und wurde nun korrigiert. Man sollte doch meinen, dass man, wenn so ein herber Fehler unterläuft und man den Patienten zum Gespräch bittet, wenigstens vorbereitet ist. 

Fakt ist: null Vorbereitung. Ich wurde verschiedene Dinge gefragt, aber ich erhielt keine Erklärung, was der Hintergrund für diese doch schon gezielten Fragen war. Lediglich erklärte er mir, dass ja ein Fehler passiert war (im Fremdlabor) und dass man diesen ja nun berichtigt hätte und sich ja eigentlich für mich nichts geändert hätte. Bitte??? 

In dem Moment dachte ich wirklich, entweder hab ich nicht richtig gehört oder ich bin tatsächlich zu doof für eine halbwegs vernünftige Recherche. Also frage ich besser nochmal nach. 

Es folgen einige medizinische Fachbegriffe und Erklärungen, von denen ich immerhin (dank Vorrecherche) die Hälfte verstehe. Dann die Frage: Waren Sie schon mal beim Gefässchirurgen? 

Bitte??? Wie meinen? Ja klar, Gefässchirurg. Sicher. Sonst noch was? Woher hätte ich wissen sollen, dass sowas notwendig ist? 

Er rät mir also, einen Gefässchirurgen aufzusuchen, dort soll ich regelmäßig meine Halsschlagader und noch weitere was-auch-immer-für-Adern per Ultraschall untersuchen lassen.

"Patienten über 50 behandeln wir dann mit ASS - oder wenn eine Atheriosklerose (oder wie auch immer das heißt - sorry, einfach zu viele Fachbegriffe) vorliegt. Aber Sie sind ja noch jung.

Scheinbar war er an dieser Stelle fertig - seiner Meinung nach. Kein Wort von den Problematiken bei einer möglichen Schwangerschaft. Obwohl er mich anfangs danach gefragt hatte und ich von der Fehlgeburt berichtete. Das wurde allerdings lediglich mit einem "das war ja noch zu früh um was festzustellen" abgetan. 

Achso, ja, Schwangerschaft. Das ist natürlich schwierig. Achso, eine Kinderwunschbehandlung. Mmmh, ja. Das wäre natürlich eine Hochrisikoschwangerschaft. Müsste man engmaschig betreuen. Das Risiko kann man nur abschätzen, wenn ihr Mann sich auch untersuchen lässt. Schicken Sie den mal her, dass können wir hier auch machen. Dann muss man das alles ganz genau abstimmen mit den anderen Ärzten.

Ja, danke - im Leben nicht. Keinen Fuss setze ich mehr in dieses Büro. So kompetet er sein mag und so gut aufgehoben ich mich letztes Jahr gefühl habe - ich habe kein Vertrauen mehr. Und das ist keine Basis, auf der ich eine Entscheidung über die Zukunft treffen kann.

Ich versuche jetzt mal auseinanderzudröseln, was da - nur in Hinsicht auf den Kinderwunsch im auf dem Tisch ist. Mit meinen laienhaften Worten - wer es fachlich erklären kann oder berichtigen möchte - darf dies gern tun. Wie gesagt, ich erkläre es als Laie für Laien (und ich hatte nur ne 4 im mündlichen Bio-Abi - Thema Genetik ...) 

Sagen wir mal, mein Genotyp ist  B/B. Mein Mann hätte A/A (dies wäre der Normalfall).

Jeder gibt einen Teil von sich an den Embryo weiter, dann hätte dieser A/B. Und hier liegt das Problem: durch die Plazenta gelangt das Blut des Embryos in meinen Blutkreislauf und umgekehrt. Mein Körper stellt fest, oh, da ist ein "A", das gehört da nicht hin und bekämpft es. Das Ergebnis ist das, was man unter dem FAIT-Syndrom kennt. Es kann schon im Mutterleib zu Blutungen im Hirn oder Magen-Darm-Bereich des Kindes und zu Behinderungen oder zum Tod kommen, stellt man es nach der Geburt fest, heißt es NAIT-Syndrom. 

Durch die Blutuntersuchung bei meinem Mann kann man zumindest einen besseren Eindruck bekommen, wie das Risiko sich verteilt. Doch erst wenn tatsächlich eine Schwangerschaft besteht, kann eine Behandlung erfolgen, weil man den Genotyp des Embryos kennen muss. Diese Behandlung ist jedoch sehr risikoreich und bietet keine Garantie, dass sie immer funktioniert. 

Vor diesem Hintergrund ist vielleicht verständlich, warum ich mich so schlecht beraten fühle - denn wie soll ich als Laie eine so wichtige Entscheidung treffen, wenn mir der Experte wichtige Informationen einfach vorenthält? Eine umfassende Beratung stelle ich mir anders vor. Und so wurde die Wucht des Aufpralls in keinster Weise gemindert, nein im Gegenteil. 

Man hat mich aus dem Flugzeug geschubst und mir vorher aber noch den Fallschirm abgenommen. 




 



 


this is the worst trip, i've ever been on...

So dudelte es heute aus dem Radio. Ziemlich passend. Gefühlt steht dieser Tag in einer Reihe mit der Tumordiagnose meines Papas und der Bestätigung des gefallenen HCG-Wertes unseres Inselflohs. 

Das Wetter hatte sich meiner Stimmung angepasst: eine Nebelsuppe. Dick wie Watte. Wie ferngesteuert bin ich zum Professor gefahren. Zum Glück war die Autobahn frei und nichts passiert. 

Tja und dann? Keine Überraschung. Leider lügt das Internet manchmal eben doch nicht. Der Prof hat so ziemlich das bestätigt, was ich bereits selbst recherchiert hatt. Allerdings - und das war ein ziemlich dicker Brocken, den ich da schlucken musste - fühlte ich mich bei diesem Besuch weder ernst genommen noch gut aufgeklärt. Und das war eigentlich das mindeste, was ich erwartet hatte. 

Denn - wir erinnern uns: der Befund, den ich im Juni erhalten hatte, war falsch und wurde nun korrigiert. Man sollte doch meinen, dass man, wenn so ein herber Fehler unterläuft und man den Patienten zum Gespräch bittet, wenigstens vorbereitet ist. 

Fakt ist: null Vorbereitung. Ich wurde verschiedene Dinge gefragt, aber ich erhielt keine Erklärung, was der Hintergrund für diese doch schon gezielten Fragen war. Lediglich erklärte er mir, dass ja ein Fehler passiert war (im Fremdlabor) und dass man diesen ja nun berichtigt hätte und sich ja eigentlich für mich nichts geändert hätte. Bitte??? 

In dem Moment dachte ich wirklich, entweder hab ich nicht richtig gehört oder ich bin tatsächlich zu doof für eine halbwegs vernünftige Recherche. Also frage ich besser nochmal nach. 

Es folgen einige medizinische Fachbegriffe und Erklärungen, von denen ich immerhin (dank Vorrecherche) die Hälfte verstehe. Dann die Frage: Waren Sie schon mal beim Gefässchirurgen? 

Bitte??? Wie meinen? Ja klar, Gefässchirurg. Sicher. Sonst noch was? Woher hätte ich wissen sollen, dass sowas notwendig ist? 

Er rät mir also, einen Gefässchirurgen aufzusuchen, dort soll ich regelmäßig meine Halsschlagader und noch weitere was-auch-immer-für-Adern per Ultraschall untersuchen lassen.

"Patienten über 50 behandeln wir dann mit ASS - oder wenn eine Atheriosklerose (oder wie auch immer das heißt - sorry, einfach zu viele Fachbegriffe) vorliegt. Aber Sie sind ja noch jung.

Scheinbar war er an dieser Stelle fertig - seiner Meinung nach. Kein Wort von den Problematiken bei einer möglichen Schwangerschaft. Obwohl er mich anfangs danach gefragt hatte und ich von der Fehlgeburt berichtete. Das wurde allerdings lediglich mit einem "das war ja noch zu früh um was festzustellen" abgetan. 

Achso, ja, Schwangerschaft. Das ist natürlich schwierig. Achso, eine Kinderwunschbehandlung. Mmmh, ja. Das wäre natürlich eine Hochrisikoschwangerschaft. Müsste man engmaschig betreuen. Das Risiko kann man nur abschätzen, wenn ihr Mann sich auch untersuchen lässt. Schicken Sie den mal her, dass können wir hier auch machen. Dann muss man das alles ganz genau abstimmen mit den anderen Ärzten.

Ja, danke - im Leben nicht. Keinen Fuss setze ich mehr in dieses Büro. So kompetet er sein mag und so gut aufgehoben ich mich letztes Jahr gefühl habe - ich habe kein Vertrauen mehr. Und das ist keine Basis, auf der ich eine Entscheidung über die Zukunft treffen kann.

Ich versuche jetzt mal auseinanderzudröseln, was da - nur in Hinsicht auf den Kinderwunsch im auf dem Tisch ist. Mit meinen laienhaften Worten - wer es fachlich erklären kann oder berichtigen möchte - darf dies gern tun. Wie gesagt, ich erkläre es als Laie für Laien (und ich hatte nur ne 4 im mündlichen Bio-Abi - Thema Genetik ...) 

Sagen wir mal, mein Genotyp ist  B/B. Mein Mann hätte A/A (dies wäre der Normalfall).

Jeder gibt einen Teil von sich an den Embryo weiter, dann hätte dieser A/B. Und hier liegt das Problem: durch die Plazenta gelangt das Blut des Embryos in meinen Blutkreislauf und umgekehrt. Mein Körper stellt fest, oh, da ist ein "A", das gehört da nicht hin und bekämpft es. Das Ergebnis ist das, was man unter dem FAIT-Syndrom kennt. Es kann schon im Mutterleib zu Blutungen im Hirn oder Magen-Darm-Bereich des Kindes und zu Behinderungen oder zum Tod kommen, stellt man es nach der Geburt fest, heißt es NAIT-Syndrom. 

Durch die Blutuntersuchung bei meinem Mann kann man zumindest einen besseren Eindruck bekommen, wie das Risiko sich verteilt. Doch erst wenn tatsächlich eine Schwangerschaft besteht, kann eine Behandlung erfolgen, weil man den Genotyp des Embryos kennen muss. Diese Behandlung ist jedoch sehr risikoreich und bietet keine Garantie, dass sie immer funktioniert. 

Vor diesem Hintergrund ist vielleicht verständlich, warum ich mich so schlecht beraten fühle - denn wie soll ich als Laie eine so wichtige Entscheidung treffen, wenn mir der Experte wichtige Informationen einfach vorenthält? Eine umfassende Beratung stelle ich mir anders vor. Und so wurde die Wucht des Aufpralls in keinster Weise gemindert, nein im Gegenteil. 

Man hat mich aus dem Flugzeug geschubst und mir vorher aber noch den Fallschirm abgenommen. 




 



 


Mittwoch, 11. März 2015

Vier Buchstaben, die alles in Frage stellen

Eigentlich machen wir ja Pause. Behandlungs- und vor allem Ärztepause. Ich hatte so die Nase voll von den ständigen Terminen und Hiobsbotschaften. Und dann lag da dieser Umschlag vom Transfusionsprofessor auf dem Esstisch. Komisch, denn ich war doch schon ewig nicht mehr da. Will er mich etwa zur Kontrolle sehen? 

Nein, weit gefehlt. Ich hab den Inhalt des Schreibens erst gar nicht kapiert. Irgendwas war falsch gelaufen im Labor. Erst beim dritten durchlesen wird mir klar: da ist was richtig, richtig schief gelaufen. Und nun steht da was im Raum, über das der Prof mit mir sprechen möchte. Etwas, das für mich vielleicht die letzte ICSI in Frage stellt.

FAIT / bzw. NAIT Syndrom 

Mir sagte das nichts, aber selbstverständlich hilft hier das Internet erstmal weiter. Ich  habe eine Infoseite von 2 Ärzten dazu gefunden (hier). Und auch wenn ich weiß, dass Ärzte es nicht gern mögen, wenn man sich selbst Wissen im Internet anliest, weil die Wahrheit der Quellen ja schwer prüfbar ist, ich muss wissen, worum es geht, um Fragen stellen zu können, die für mich wichtig sind. Denn die Entscheidung, was ich, was wir verantworten können, die kann kein Arzt der Welt für uns beantworten. 

Ich habe immer gesagt, ich habe Grenzen, die ich nicht überschreiten würde. Beispielsweise, wenn ich schon vor der Behandlung wüsste, dass ein großes Risiko besteht, dass mein Kind schwer krank oder in seiner Lebensqualität stark eingeschränkt sein wird. Nicht, weil ich ein Problem mit behinderten Kindern habe, ganz im Gegenteil. Wenn so etwas passiert, weil niemand das Risiko kannte, dann ist es etwas anderes, als wenn ich das Risiko kenne und bewusst eingehe, weil ich mein "wollen" über das Wohl meines Kindes stelle. 

Nächste Woche habe ich das Gespräch mit dem Professor. Dann werden wir sehen, was er sagt. Dann werden wir sehen, wie es weitergeht. 

Ich habe damals sehr lange überlegt, wie ich meinen Blog nennen soll und der Titel kam aus meinem Herzen. Es war so stimmig - und nun überlege ich so oft, ob sich der Name, unter dem ich hier blogge, vielleicht schon selbst überholt hat. "Zwei Linien" - einmal im Leben hatte ich zwei Linien. Welch ein kostbarer, wunderbarer Moment. Er war einzigartig. Doch vielleicht wird er das auch bleiben. Einzigartig - unwiederholbar. 

Vier Buchstaben.

FAIT
NAIT
NEIN
BABY
KIND
ENDE


Vier Buchstaben, die alles in Frage stellen

Eigentlich machen wir ja Pause. Behandlungs- und vor allem Ärztepause. Ich hatte so die Nase voll von den ständigen Terminen und Hiobsbotschaften. Und dann lag da dieser Umschlag vom Transfusionsprofessor auf dem Esstisch. Komisch, denn ich war doch schon ewig nicht mehr da. Will er mich etwa zur Kontrolle sehen? 

Nein, weit gefehlt. Ich hab den Inhalt des Schreibens erst gar nicht kapiert. Irgendwas war falsch gelaufen im Labor. Erst beim dritten durchlesen wird mir klar: da ist was richtig, richtig schief gelaufen. Und nun steht da was im Raum, über das der Prof mit mir sprechen möchte. Etwas, das für mich vielleicht die letzte ICSI in Frage stellt.

FAIT / bzw. NAIT Syndrom 

Mir sagte das nichts, aber selbstverständlich hilft hier das Internet erstmal weiter. Ich  habe eine Infoseite von 2 Ärzten dazu gefunden (hier). Und auch wenn ich weiß, dass Ärzte es nicht gern mögen, wenn man sich selbst Wissen im Internet anliest, weil die Wahrheit der Quellen ja schwer prüfbar ist, ich muss wissen, worum es geht, um Fragen stellen zu können, die für mich wichtig sind. Denn die Entscheidung, was ich, was wir verantworten können, die kann kein Arzt der Welt für uns beantworten. 

Ich habe immer gesagt, ich habe Grenzen, die ich nicht überschreiten würde. Beispielsweise, wenn ich schon vor der Behandlung wüsste, dass ein großes Risiko besteht, dass mein Kind schwer krank oder in seiner Lebensqualität stark eingeschränkt sein wird. Nicht, weil ich ein Problem mit behinderten Kindern habe, ganz im Gegenteil. Wenn so etwas passiert, weil niemand das Risiko kannte, dann ist es etwas anderes, als wenn ich das Risiko kenne und bewusst eingehe, weil ich mein "wollen" über das Wohl meines Kindes stelle. 

Nächste Woche habe ich das Gespräch mit dem Professor. Dann werden wir sehen, was er sagt. Dann werden wir sehen, wie es weitergeht. 

Ich habe damals sehr lange überlegt, wie ich meinen Blog nennen soll und der Titel kam aus meinem Herzen. Es war so stimmig - und nun überlege ich so oft, ob sich der Name, unter dem ich hier blogge, vielleicht schon selbst überholt hat. "Zwei Linien" - einmal im Leben hatte ich zwei Linien. Welch ein kostbarer, wunderbarer Moment. Er war einzigartig. Doch vielleicht wird er das auch bleiben. Einzigartig - unwiederholbar. 

Vier Buchstaben.

FAIT
NAIT
NEIN
BABY
KIND
ENDE


Mittwoch, 4. März 2015

Trennungsgedanken

Ich glaube, ich betrüge ihn. 

Den Kinderwunsch. 

Mit dem Leben. 

Ich hab ihn einfach satt. Er hat immer nur gefordert und gefordert, nie gegeben. Alles habe ich für ihn getan, vieles geändert, vieles aufgegeben. Fast mich selbst verloren. 

Im Sommer haben wir gesagt, lass uns mal eine Pause machen. Eine Auszeit - um wieder denken zu können. Das machen doch viele, oder? Ok, in den meisten Fällen, die ich kenne, ist das der Anfang vom Ende. Und vielleicht auch für uns. Vielleicht bin ich schon mitten drin, im Trennungsprozess?

Er kann mir nicht versprechen, dass er sich ändert. 

Ich kann mich ihm nicht mehr so unterordnen. Nicht auf Dauer. 

Ich bin wie die Frau, die in einer langen, unglücklichen Beziehung war, den Mut findet sich zu trennen, wieder ausgeht und die ganze Nacht tanzt. Tanzt und sich endlich wieder lebendig fühlt. 

Es ist nicht so, dass ich kein Kind mehr will. Im Gegenteil. Nichts würde mich mehr freuen. Aber ich merke, ich kann es nicht um jeden Preis. Wenn ich mich selbst aufgeben muss, um dies zu erreichen, dann kann ich den Preis nicht bezahlen. Das wäre auch dem Kind gegenüber nicht fair.  5 Jahre Kinderwunsch haben ihre Spuren, ihre Narben hinterlassen. Viele. Manche verheilt, manche nicht. Manche werden wohl ewig schmerzen. 

Eine Chance hat er noch. Das bin ich ihm und vor allem dem Mann an meiner Seite schuldig. Diese letzte Chance wird es geben. Ich glaube an zweite Chancen, auch an dritte. Doch wenn meine Geduld am Ende ist, dann ist Schicht im Schacht. 

Eine sehr kluge Frau hat mir mal gesagt, diese letzte ICSI, die soll ich feiern, zelebrieren und richtig auf die K*cke hauen. Und das habe ich vor. Ich weiß zwar noch nicht, wie das gehen soll, aber es ist ja noch ein bisschen Zeit bis dahin. Jeden Tag Champus bis zum Transfer? Mal sehen ;-P

 Wie heißt es doch so schön: it ain't over 'til it's over ...

 

Trennungsgedanken

Ich glaube, ich betrüge ihn. 

Den Kinderwunsch. 

Mit dem Leben. 

Ich hab ihn einfach satt. Er hat immer nur gefordert und gefordert, nie gegeben. Alles habe ich für ihn getan, vieles geändert, vieles aufgegeben. Fast mich selbst verloren. 

Im Sommer haben wir gesagt, lass uns mal eine Pause machen. Eine Auszeit - um wieder denken zu können. Das machen doch viele, oder? Ok, in den meisten Fällen, die ich kenne, ist das der Anfang vom Ende. Und vielleicht auch für uns. Vielleicht bin ich schon mitten drin, im Trennungsprozess?

Er kann mir nicht versprechen, dass er sich ändert. 

Ich kann mich ihm nicht mehr so unterordnen. Nicht auf Dauer. 

Ich bin wie die Frau, die in einer langen, unglücklichen Beziehung war, den Mut findet sich zu trennen, wieder ausgeht und die ganze Nacht tanzt. Tanzt und sich endlich wieder lebendig fühlt. 

Es ist nicht so, dass ich kein Kind mehr will. Im Gegenteil. Nichts würde mich mehr freuen. Aber ich merke, ich kann es nicht um jeden Preis. Wenn ich mich selbst aufgeben muss, um dies zu erreichen, dann kann ich den Preis nicht bezahlen. Das wäre auch dem Kind gegenüber nicht fair.  5 Jahre Kinderwunsch haben ihre Spuren, ihre Narben hinterlassen. Viele. Manche verheilt, manche nicht. Manche werden wohl ewig schmerzen. 

Eine Chance hat er noch. Das bin ich ihm und vor allem dem Mann an meiner Seite schuldig. Diese letzte Chance wird es geben. Ich glaube an zweite Chancen, auch an dritte. Doch wenn meine Geduld am Ende ist, dann ist Schicht im Schacht. 

Eine sehr kluge Frau hat mir mal gesagt, diese letzte ICSI, die soll ich feiern, zelebrieren und richtig auf die K*cke hauen. Und das habe ich vor. Ich weiß zwar noch nicht, wie das gehen soll, aber es ist ja noch ein bisschen Zeit bis dahin. Jeden Tag Champus bis zum Transfer? Mal sehen ;-P

 Wie heißt es doch so schön: it ain't over 'til it's over ...

 

Donnerstag, 5. Februar 2015

Ein Schritt vor und drei zurück

Jetzt war ich doch eigentlich schon weit gekommen bis zum letzten Sommer. Habe mich nicht mehr so vereinnahmen lassen vom Stress im Job, der dazu führte, dass mein Körper stoffwechseltechnisch total verrückt spielt. Habe eine vierstellige Summe für TCM und Akkupunktur ausgegeben, damit ich wieder ins Gleichgewicht kam (die Stunden auf der Autobahn gar nicht mitringerechnet). 

Und mit der Pause vom Kiwu habe ich auch Pause von allen (wirklich allen Medikamenten oder sonstigen in Form von Pillen notwendigen Mitteln gemacht). 

Und dann folgte große Ungewissheit im Job, große Veränderungen und ständige Hiobsbotschaften - und tada: 

der Rückfall in alte Muster. 

Und alle Mühe umsonst. Erst die langsame, schleichende Gewichtszunahme, peau a peau wurden die Hosen wieder enger, fing der BH an, gemeine Druckstellen zu hinterlassen. PMS, bzw. der betonharte Busen kehrte wieder zurück, als Zeichen meines Körpers "ätsch, mich wirst du nicht los" und kündigte so wieder die nächste Mens an. 

Bis es mir gesundheitlich - und mental so mies ging wie im letzten Januar. Und im Januar davor. Komisch, obwohl der Januar eigentlich für mich keine eigenen negativen Erfahrungen bereithielt bisher - weder Fehlgeburt noch einer der 5 fehlgeschlagenen Versuche fand im Januar statt - ist er praktisch der Monat mit Depressionsgarantie für mich. Der Monat, in dem ich gefühlt mehr verkraften muss als im Rest des Jahres. 

Endlich ist er aber vorbei und der Februar hat mit einem Kurzurlaub in meinem persönlichen kinderfreien "Wonderland", meiner Oase begonnen und ich habe nun wieder Kraft, weiter zu machen. Nach einem Schritt vor und dreien zurück geht's jetzt wieder nach vorn. 

Über die Richtung bin ich mir noch nicht ganz im Klaren. Aber ich geh jetzt einfach mal los und wenn die Abzweigung kommt, dann hol ich tief Luft und setze immer einen Fuß vor den anderen. 


Ein Schritt vor und drei zurück

Jetzt war ich doch eigentlich schon weit gekommen bis zum letzten Sommer. Habe mich nicht mehr so vereinnahmen lassen vom Stress im Job, der dazu führte, dass mein Körper stoffwechseltechnisch total verrückt spielt. Habe eine vierstellige Summe für TCM und Akkupunktur ausgegeben, damit ich wieder ins Gleichgewicht kam (die Stunden auf der Autobahn gar nicht mitringerechnet). 

Und mit der Pause vom Kiwu habe ich auch Pause von allen (wirklich allen Medikamenten oder sonstigen in Form von Pillen notwendigen Mitteln gemacht). 

Und dann folgte große Ungewissheit im Job, große Veränderungen und ständige Hiobsbotschaften - und tada: 

der Rückfall in alte Muster. 

Und alle Mühe umsonst. Erst die langsame, schleichende Gewichtszunahme, peau a peau wurden die Hosen wieder enger, fing der BH an, gemeine Druckstellen zu hinterlassen. PMS, bzw. der betonharte Busen kehrte wieder zurück, als Zeichen meines Körpers "ätsch, mich wirst du nicht los" und kündigte so wieder die nächste Mens an. 

Bis es mir gesundheitlich - und mental so mies ging wie im letzten Januar. Und im Januar davor. Komisch, obwohl der Januar eigentlich für mich keine eigenen negativen Erfahrungen bereithielt bisher - weder Fehlgeburt noch einer der 5 fehlgeschlagenen Versuche fand im Januar statt - ist er praktisch der Monat mit Depressionsgarantie für mich. Der Monat, in dem ich gefühlt mehr verkraften muss als im Rest des Jahres. 

Endlich ist er aber vorbei und der Februar hat mit einem Kurzurlaub in meinem persönlichen kinderfreien "Wonderland", meiner Oase begonnen und ich habe nun wieder Kraft, weiter zu machen. Nach einem Schritt vor und dreien zurück geht's jetzt wieder nach vorn. 

Über die Richtung bin ich mir noch nicht ganz im Klaren. Aber ich geh jetzt einfach mal los und wenn die Abzweigung kommt, dann hol ich tief Luft und setze immer einen Fuß vor den anderen. 


Freitag, 9. Januar 2015

Happy 75

Lieber Papa, 

heute wärest du 75 geworden. Wir hätten sicher eine Riesensause veranstaltet - wie es sich gehört - mit einer gigantisch großen Torte und mindestens 75 Kerzen. 

Heute abend zünde ich eine einzelne Kerze an für dich und wünsche mir, dass ihr Licht den Weg bis zu dir, zu den Sternen findet. 

Ich vermisse dich. 

Dein Schäfchen

Happy 75

Lieber Papa, 

heute wärest du 75 geworden. Wir hätten sicher eine Riesensause veranstaltet - wie es sich gehört - mit einer gigantisch großen Torte und mindestens 75 Kerzen. 

Heute abend zünde ich eine einzelne Kerze an für dich und wünsche mir, dass ihr Licht den Weg bis zu dir, zu den Sternen findet. 

Ich vermisse dich. 

Dein Schäfchen

Montag, 5. Januar 2015

2015 - Schicksalsjahr ?

Erwarte nichts.

2015 - in diesem Jahr entscheidet sich, wo unser Weg hinführt. Beschwörungen zum Jahresende wie "im nächsten Jahr bestimmt, da klappt es, da sind wir endlich mal dran" - die hat es hier nicht gegeben. Wäre auch idiotisch, nachdem sich die letzten Jahre auch nicht als "unsere Jahre" erwiesen haben. Also weg mit den PomPoms.

Erwarte nichts.

2015 -  5 Jahre Kinderwunsch / ICSI Nr. 3 / Transfer Nr. 6 und immer noch kein Plan, wie wir es machen. Scrating ja, aber dann? Nochmal ein Versuch mit dem Ziel Blastos und nur die Chance auf einen Transfer, wenn überhaupt -  oder Kryo und mit Glück 2 oder gar 3 Transfers? Ich zweifel am Weg und kann mich nicht entscheiden - denn wenn ich mich falsch entscheide, ist die Chance dahin.

Erwarte nichts.

2015 - und im Freundeskreis gehts schon in die zweite Runde, Geburten oder Planungen ... "da können wir wahrscheinlich erstmal nicht kommen, wir planen nämlich ein Geschwisterchen" (und natürlich wird das klappen im ersten Zyklus) ... das kennen wir ja.

Erwarte nichts. 

2015 - ich machs dir eigentlich leicht. Ich erwarte nichts - überrasch mich ...


2015 - Schicksalsjahr ?

Erwarte nichts.

2015 - in diesem Jahr entscheidet sich, wo unser Weg hinführt. Beschwörungen zum Jahresende wie "im nächsten Jahr bestimmt, da klappt es, da sind wir endlich mal dran" - die hat es hier nicht gegeben. Wäre auch idiotisch, nachdem sich die letzten Jahre auch nicht als "unsere Jahre" erwiesen haben. Also weg mit den PomPoms.

Erwarte nichts.

2015 -  5 Jahre Kinderwunsch / ICSI Nr. 3 / Transfer Nr. 6 und immer noch kein Plan, wie wir es machen. Scrating ja, aber dann? Nochmal ein Versuch mit dem Ziel Blastos und nur die Chance auf einen Transfer, wenn überhaupt -  oder Kryo und mit Glück 2 oder gar 3 Transfers? Ich zweifel am Weg und kann mich nicht entscheiden - denn wenn ich mich falsch entscheide, ist die Chance dahin.

Erwarte nichts.

2015 - und im Freundeskreis gehts schon in die zweite Runde, Geburten oder Planungen ... "da können wir wahrscheinlich erstmal nicht kommen, wir planen nämlich ein Geschwisterchen" (und natürlich wird das klappen im ersten Zyklus) ... das kennen wir ja.

Erwarte nichts. 

2015 - ich machs dir eigentlich leicht. Ich erwarte nichts - überrasch mich ...