Samstag, 22. November 2014

Seid gut zu euch

Heute gehen wir mal gut zwanzig Jahre zurück: Ich erinnere mich noch ganz genau, an das erste Mal als ich Wimperntusche benutzt habe. Ich war 15 und meine beste Freundin Bine und ich haben uns langsam an diese "Sache" herangetastet. Natürlich nicht in schwarz, das machen ja alle langweiligen Erwachsenen, nein, wir waren ja jung und wild. Also griffen wir zu blau und grün - und zwar heimlich. Denn Bines Eltern waren sehr konservativ und schminken mit 15 war verboten. Ich hatte keine Ahnung, wie meine Eltern das sahen, aber es war so auch viel lustiger, heimlich etwas "verbotenes" zu tun. Wir fühlten uns sehr erwachsen, wenn wir so loszogen. Natürlich versteckten wir auch alle Beweismittel  und sparten uns auch den Make-up Entferner. Wir zogen uns mit den Fingern die Farbe von den Wimpern - jede Frau schlägt wahrscheinlich jetzt die Hände über dem Kopf zusammen. Natürlich ging das nicht so gut wie mit nem Wattepad und nem guten Make-up Entferner, gut für die Wimpern war's auch nicht aber - who cares? Und natürlich wurden wir irgendwann erwischt. Unsere Methode war einfach nicht sicher genug. Bine bekam riesigen Ärger, Stubenarrest für mehrere Wochen und durfte sich erst mit 18 schminken. Meine Mutter zeigte mir, wie man Wimperntusche aufträgt und wie wichtig es ist, sich hinterher wieder richtig abzuschminken. Meine Eltern nahmen diese Geschichte außergewöhnlich locker und amüsierten sich wahrscheinlich heimlich.

Wenn ich heute daran denke, stiehlt sich immer noch ein Grinsen in mein Gesicht. Und warum erzähle ich das jetzt? Ganz einfach: 20 Jahre nach dieser Geschichte habe ich mir gestern einen Wunsch erfüllt. Denn obwohl ich mich immer ein wenig geschminkt habe, beschränkte sich das meist auf eine getönte Tagescreme, Wimperntusche und Kajal. Dabei habe ich meine Kolleginnen immer beneidet, bei denen das viel besser aussah. Ich wollte immer ein natürliches Aussehen, nicht angemalt wirken - aber ich habe auch verstanden, was das "richtige Make-up" für dich tun kann.

Also habe ich mir etwas gegönnt:  einen zweistündigen "Grundkurs schminken" ❤️ - es war toll! Denn ich fühlte mich am Ende der 2 Stunden superhübsch und total gut. Und ich habe einen tatsächlichen Unterschied festgestellt zwischen den Produkten, die ich bisher verwendet habe und denen, die ich gestern ausprobiert habe. 

So bin ich am Ende mit einer Tasche voller Pröbchen, neuen Erfahrungen, einen strahlenden Gesicht und einem Coco Chanel Lippenstift für 30 Euro aus dem Laden gestiefelt. 

Gestern war der Tag, an dem ich beschlossen habe, einfach öfter mal wieder gut zu MIR zu sein und mich nicht mehr als Mittel zu dem EINEN Zweck zu sehen: der Erfüllung des Kinderwunsches. Mir selbst etwas zu gönnen, das nichts mit Medikamenten, Hormonbehandlungen und Babies zu tun hat. Mögen andere ihr Geld für Windeln, Milchpumpen und Stileinlagen raushauen - ich kloppe meins jetzt auf den Kopf für mich. Solange ich es kann. 

Motto für heute: seid gut zu euch, ihr verdient es! 


Mittwoch, 12. November 2014

12 aus 44

Mädels, ihr schafft mich! Echt. 

Schon in der Schule habe ich Kettenbriefe immer ignoriert. Genauso wie ich es jetzt mit diesen Ketten-WA-Nachrichten-sende-diesen-Witz-an-11-Freunde-weiter-oder-dir-fallen-die-Zähne-aus. Und, nein, der Zahn, den es Anfang des Jahres erwischt hat, hat NICHTS damit zu tun. Wirklich nicht. LOL. 

Bei all den Kreativ-und-Kochblogs, die ich früher immer verfolgt habe, fand ich diese der-liebste-schönste-tollste-Stöckchen-Award-Nominiererei ziemlich blöd und habs ignoriert, weil sich ja doch dort immer die gleichen Blogs gegenseitig nominiert haben und ich selten neue Blogs entdeckt habe. 

Außerdem gehts mir bei diesem Blog ja nicht darum, möglichst viele Leser zu gewinnen. Trotzdem bin ich mit meinem Blog Teil dieser Gemeinschaft und je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr komme ich zu der Sichtweise, dass ihr mir durch eure Nominierung ja auch eine gewisse Wertschätzung entgegenbringt (wenn dem nicht so ist, bitte korrigiert mich nicht, sondern lasst mir diese Illusion ;-) hach, ich hab wohl heut nen Clown gefrühstückt *grins*)

 Jetzt bin ich allerdings bei 4! Nominierungen - das bedeutet 44 (in Worten VIERUNDVIERZIG) Antworten und das könnt ihr doch nicht wirklich wollen? 

Spätestens bei Frage 15 hörts doch schon auf. Ich gucke zwar gerade The Taste, während ich das hier tippe, aber obwohl diese Sendung echt lang geht, glaube ich nicht, dass ich in der Zeit 44 Antworten produziere. 

Also suche ich mir jetzt einfach von jeder Fragestellerin 3 aus den 11 Fragen aus und so habt ihr am Ende 12 aus 44.



Sandra von Feindbild Unterleib fragte: 

Was wünscht du dir für die Zukunft? 
Gesundheit für mich, meine Familie und alle meine Lieben. Es mag wie eine Phrase klingen, aber Gesundheit - physisch und psychisch, das habe ich in den letzten Jahren erfahren, ist das Wichtigste, was es gibt.

Schönste Kindheitserinnerung? 
Abends im Bett Geschichten und Phantasiespiele ausdenken mit meiner Schwester, wir haben uns ein Zimmer geteilt und auch wenn das nicht immer einfach war, hat es uns eine ganz enge Bindung gegeben. Oft haben wir Ärger bekommen, weil wir einfach so lange gequasselt haben, aber das hat uns beim nächsten Mal natürlich nicht davon abgehalten.


Welche Bücher sind dir wichtig?
Meine Kinderbücher. Ich wünsche mir, dass ich irgendwann mal die Gelegenheit habe, einem Kind diese Bücher weiterzugeben, in der Hoffnung, dass sie nochmal das Tor zur Welt der Bücher öffnen und das vermitteln, was sie mir vermittelt haben. 



Doris von eizellspende.me wollte wissen:

Welches empfehlenswerte Buch hast Du in letzter Zeit gelesen? 
Sandra hat mir vor einer Weile das "Handbuch des Kriegers des Lichts" von Paulo Coehlo empfohlen - mir ist es sehr ans Herz gewachsen und es ist mein Wegbegleiter im Kinderwunsch geworden. 


Was ist Dein Lieblings-/ Kraftplatz? 
Die Nordsee - am liebsten kleine, autofreie Nordseeinseln. Wenn ich dort bin, bin ich frei wie ein Vogel, Sommers wie Winters ist es der Ort, der mir die Kraft zurück gibt. 

Welche Eigenschaften schätzt du an Deinem Partner am Meisten? 
Er lässt mich sein, wie ich bin. Ohne wenn und aber. Ich muss mich nicht verbiegen, nicht meine Macken verstecken, er holt mich runter, wenn ich überdrehe und gibt mir Halt, wenn ich glaube, zu ertrinken. Bei ihm darf ich Schwäche zeigen, ohne dass er das ausnutzt. Er ist mein Anker. 


Und nun zu euch, Isa und Belle - gleich zwei Nominierungen von manchmal-ist-es-nie.blogspot.de: 

Schon mal vorweg: ihr werdet feststellen, dass ich gaaaaanz schlecht bin in oder-Fragen. Wenn ich z.B. die Wahl zwischen zwei Paar Schuhen habe, kann ich mich meist nicht entscheiden und nehme beide. Ich bin für oder einfach nicht geschaffen, ich will ALLES :-)



Isa wollte wissen:

Majonaise oder Ketchup ? 
Weil...ich ein Kind es Ruhrpotts bin: BEIDES! Und Senf auffe Frikadelle, wa? 
Ganz ehrlich, Pommes ohne Mayo geht gar nicht, beim Ketchup bevorzuge ich verschiedene Sorten - je nachdem, was sich da auf dem Teller befindet...
Optimist oder Pessimist ? 
Optimist. Weil ... ich nicht anders kann. Auch wenn ich grad eine kleinen, für mich ungewöhnlich langen Durchhänger habe, ich bin mir sicher, die hoffnungslose Optimistin wird sich irgendwann wieder durchsetzen.


Zahlen oder Buchstaben ? 
Buchstaben - schon immer. Mit Zahlen steh ich auf Kriegsfuss. Buchstaben sind toll, Buchstaben machen Bücher und Worte und ich lese und quatsche halt gern. 



Last, but not least: die Fragen von Belle: 

vegan/vegetarisch oder Omnivore, weil....
ich über 10 Jahre vegetarisch gelebt habe, habe ich auch heute noch eine große Vorliebe für vegetarisches essen. Neuerdings - durch eine Freundin - beschäftigte ich mich auch mehr mit veganem Essen - was ich bisher so hatte, war erstaunlich gut und schmackhaft. Trotzdem, auf ein qualitativ hochwertiges Stück Fleisch mag ich nicht mehr verzichten. 

spülen oder abtrocknen, weil......
ich einen gaaaaanz tollen Mann und eine Spülmaschine habe, stellt sich die Frage selten. Meistens spüle ich, wenn wir viel Geschirr und Besuch haben und dann ist der Besuch immer sehr beeindruckt von meinen haushaltlichen Qualitäten und mein Mann bemüht sich immer sehr zu sagen, dass das "sonst aber gar nicht so ist..." - dafür koch ich aber auch fast jeden Tag.

Rucksacktourismus oder all-inclusive-Pauschal, weil..... 
ich es liebe, ein Land, eine Stadt und die Menschen auf eigene Faust zu entdecken und am-Strand-in-der-Sonne-brutzeln-und-all-you-can-eat-Buffets-von-8-20-Uhr nix für mich sind, plane ich meine Reisen immer selbst. Von A bis Z. 


Wer es bis hier her geschafft hat, Hut ab - und vielen Dank für die Aufmerksamkeit. 

An dieser Stelle müssten normalerweise meine Fragen und meine Nominiertenliste stehen. Aber ich machs jetzt mal anders - habt ihr einen Blog, der euer "Liebster" ist und in der ganzen-im-Kreis-herum-Nominiererei noch nicht genannt wurde? Oder eine coole, interessante, tiefschürfende, spassige Frage, die ihr stellen möchtet? 

Falls ja, hinterlasst hier einen Kommentar mit Link zum Blog /und oder der Frage - natürlich müsst ihr dazu keinen eigenen Blog haben. Vermutlich ist das jetzt nicht regelkonform - aber ganz ehrlich? Das Nutella-Messer soll man auch nicht ablecken...


Motto des Tages: break rules and be happy!

Samstag, 8. November 2014

Buxe voll

Ich hab heut gekniffen.
Hatte keine Traute. 
Schiss.
Sozusagen die Buxe voll. 

Vor ner vollen Buxe, bzw. Windel. 

Vor 20, 25 Jahren - als ich vielleicht gerade anfing, Teenie zu sein - hab ich das mit links gewuppt. Im Schlaf, ohne Berührungsängste. 

Jetzt steh ich da, eine erwachsene Frau, kriege im Job (fast) jedes Problem gelöst und trau mich nicht. 

Baby halten geht, zwar mit totaler Anspannung, das ich hoffentlich alles richtig und nix kaputt mache, aber es geht. 

Selbst mit meinem Patenkind auf der Babyintensivstation bin ich vor 10 Jahren sicherer und entspannter umgegangen, trotz der ständigen Gefahr eines Atemstillstandes oder sonstiger lebensbedrohlicher Situationen. 

Das haben die letzten 5 Jahre mit mir gemacht. Weil Babies für mich 1. nur noch in der Theorie und vor allem nur in der Kiwu stattfinden und 2. mit so vielen Ängsten behaftet sind, dass ich, wenn ich mal auf eins treffe, nicht so locker sein kann wie früher. 

Ich könnte natürlich noch einen neuen Versuch starten dieses Wochenende - aber ich will auch kein Versuchskaninchen für meine Selbsttherapie aus diesem zauberhaften kleinen Mädchen machen.