Sonntag, 20. Juli 2014

Plan P wie Pause

Wir folgen jetzt erstmal Plan P. P wie Pause. 

Ich will erstmal keine Arzttermine mehr, keine Pillen, keine Spritzen, keine Tees, keine stundenlangen Fahrten zur Akupunktur, keine Bluttests und vor allem keine Negativs. 

Seit Oktober 2013 hatten wir jetzt 4 Transfers, davon 2 ICSI und 2 Kryos. 8 Embryonen, davon 7 in A-Qualtität, 6-12 Zeller an PU+2/3, ein Kryo-3-Zeller in C-Qualität. Doch wirklich "zählen" kann man nur die letzte ICSI, bei der die Gerinnungsproblematik bekannt war. Das ist wie "einmal Verkehr zum optimalen Zeitpunkt" sagt unsere Frau Doktor. Sie ist sehr positiv, dass es bei uns klappen wird - aber sie hat keine Glaskugel und kann nicht sagen, wann das sein wird. 

Medizinisch rät sie uns dazu einen Zyklus zu warten, dann könnte es weiter gehen. Doch wir brauchen erst einmal eine Pause. Ich brauche vor allem eine Pause. 

Wir reichen jetzt erstmal einen neuen Antrag bei der Krankenkasse ein, denn die Genehmigung vom letzten Jahr ist im Juli abgelaufen. Wenn wir soweit sind, werden wir es wissen, ich wage zur Zeit nicht mal eine Prognose.  

 

Freitag, 18. Juli 2014

Mit dir an meiner Seite

Eigentlich ist alles gut, solange du nur da bist. An meiner Seite. Wenn ich nicht mehr stark sein kann, bist du da. An meiner Seite. Im tiefsten Morast - bist du an meiner Seite. Im weiten, unendlichen Ozean der Tränen und der Hoffnungslosigkeit - bist du an meiner Seite. 

In meiner Verzweiflung vergesse ich das oft, dass du da bist, an meiner Seite - mit mir gemeinsam im Schlamassel. Weil du so still und ruhig bist, dort an meiner Seite. Und dann du durchbrichst die Mauer mit ein paar ganz einfachen Worten, nimmst meine Hand und sagst: "Wir schaffen das zusammen", du nimmst meine Hand und hälst sie. Und es ist dir völlig egal, ob wir dort sitzen im Büro der Kinderwunschärztin, dass sie diesen sehr intimen Moment mit uns teilt. Du sagst mir, dass du da bist - an meiner Seite. Das ist der Rettungsring, nach dem ich greifen kann, der mich nicht untergehen lässt.

Du hast mir versprochen "in guten und in schlechten Zeiten" bist du an meiner Seite. Und du hälst dein Wort.

Dienstag, 15. Juli 2014

Irgendwie immer noch kein "Land in Sicht..."

Warum fühlt sich dieses letzte Negativ so erdrückend an? Ich habe keine Ahnung. Es ist nicht das erste in der langen, langen Reihe. Ich habe schon viele davor erlebt und überlebt und immer die Kraft zum weitermachen gefunden. Aber das Aufstehen erscheint mir so viel schwerer als sonst.

Im Moment fühle ich mich, als schwämme ich in irgendeinem Ozean, um mich herum nur Wasser, Wasser, Wasser. Keine Ahnung, wie lange ich noch durchhalte, bevor ich komplett untergehe. Land ist nicht in Sicht. Nicht dieses Mal. Über mir Vögel, mit Zweigen im Schnabel - Versuche, mich da raus zu holen. Doch welcher Zweig, welche Zweige sind die richtigen? Welche soll ich greifen? Und so sehr ich mich bemühe, ich erreiche keinen, greife vorbei, greife ins Leere. 

Vielleicht besser aufhören zu schwimmen, aufhören zu strampeln? Einlullen lassen von der Schwärze des Ozeans? Unter Wasser spürt man die Wellen nicht mehr, die einem an der Oberfläche unbarmherzig ins Gesicht klatschen. 

Unter Wasser leben, in einer ganz anderen Welt? Eine Meerjungfrau werden, wie im Märchen? Das Märchen von der kleinen Meerjungfrau hat mich schon als Kind fasziniert. Wie die kleine Meerjungfrau möchte aber auch ich das haben, was für mich so schwer erreichbar ist. Und wenn ich dann eine Meerjungfrau bin, werde ich so glücklich? Oder bin ich immer auf der Suche nach dem Zaubertrank, der es mir ermöglicht, an Land zu gehen und wenn ja, was muss ich dafür opfern?


Donnerstag, 10. Juli 2014

Aber mein Herz schweigt.



 Heute morgen habe ich gezielt ins Bücherregal nach einem wunderbaren Buch gegriffen und einfach wahllos eine Seite aufgeschlagen, da las ich das hier:

 Auch ein Krieger des Lichts verliert manchmal den Glauben. Es gibt Augenblicke, in denen er an gar nichts mehr glaubt. Und er fragt sein Herz: „Lohnt so viel Mühe überhaupt?“ Doch sein Herz schweigt. Und der Krieger des Lichts muss selbst entscheiden.

Dann sucht er ein Beispiel und erinnert sich daran, dass Jesus Ähnliches durchlitten hat, um das menschliche Dasein in seiner Gesamtheit zu erleben.

„Lass diesen Kelch an mir vorübergehen,“ hat Jesus gesagt. Auch er verlor den Mut und gab doch nicht auf.

Der Krieger des Lichts schreitet auch ohne Glauben voran. Er kämpft weiter, und am Ende kehrt der Glaube wieder zu ihm zurück.



Paul Coelho – Handbuch des Kriegers des Lichts

Die Tränen liefen, aber mein Herz schweigt. 




Dienstag, 8. Juli 2014

Wunder gibt es selten - sonst wären es ja keine Wunder.

Für alle die, die vielleicht doch noch Hoffnung auf ein Wunder hatten: um 11:32 Uhr bekam ich die Bestätigung: Bluttest negativ. Crinone absetzen. Mindestens einen Monat warten. 

Obwohl ich mir ja schon seit 2 Tagen sicher war, dass die Tests stimmten, war die Endgültigkeit doch wieder brutal. Ich hatte, trotz des Dramas zwischendrin, so viel Hoffnung. Jetzt ist davon nichts mehr übrig. Gar nichts mehr. Ich fühle mich wie eins der drei kleinen Schweinchen im Märchen, die die sich ein Haus bauen und dann kommt der Wolf und pustet es so mirnichtsdirnichts einfach um. Jedenfalls das Haus aus Stroh und auch das aus Stöcken. Nicht das aus Stein. Mein Problem: ich habe keine Steine zum Hausbau. Nur Stroh. Ich habe mein Haus so oft wieder aufgebaut. 4 Mal in den letzten 6 Monaten. Immer fühlte ich mich darin gut und geborgen. Jedes Mal wurde es umgepustet. Weit und breit ist niemand, der mir Steine für mein Haus geben kann. Ich überlege schon, ob es sich überhaupt lohnt, den Hausbau nochmal zu versuchen oder ob ich  nicht besser vor dem Wolf weglaufe, mich unter einer Brücke verstecke und hoffe, dass er mich nicht findet.

Nach der Fehlgeburt im letzten Jahr habe ich ja gedacht, es geht. Ich kann schwanger werden, also wird es schon noch klappen. Je mehr ich über meinen Körper lerne, desto mehr erstaunt mich, dass sich da überhaupt irgendwer einnisten und so lange halten konnte, dass er bemerkt wurde. Die Voraussetzungen dafür waren viel schwieriger als bei allen unterstützten Versuchen. 

Alle Lehrbuch-Transfers mit toller Schleimhaut, qualitativ guten Embryonen, mit TCM und Akupunktur und zuletzt mit ASS und Heparin hatten das gleiche Endergebnis: HCG gleich NULL. 

Jeder sagt mir, unsere Voraussetzungen sind gut. Trotzdem kein Erfolg. Und ich frage mich immer öfter: wie lange soll ich noch so weiter machen? Wir haben noch einen Versuch übrig, den die Kasse bezahlt. Es gibt so viele Schrauben, an denen man drehen könnte - aber niemand kann mir sagen, welche die richtige Schraube ist. Wir tappen total im Dunkeln. Fischen im Trüben. Nach jedem Negativ haben wir ein anderes Schräubchen entdeckt, das locker war und es festgedreht und immer gedacht: DAS war's jetzt bestimmt. Doch langsam überkommt mich immer mehr das ungute Gefühl, dass da noch mehr lockere Schrauben sind, von denen wir gar nichts wissen. 

Erst war das Problem das PCO, dann kam OAT III dazu, dann die Fehlgeburt, dann der desolate Zustand meines Stoffwechsels, dann die Gerinnungsdiagnose...

Ich weiß wirklich nicht, wo ich ansetzen soll - sollte es denn mal weitergehen. Im Moment habe ich Angst, weiter zu machen. Gleichzeitig ist irgendwie weitermachen ja auch die einzige Chance auf ein Baby. Doch immer realer wird die Möglichkeit, dass es vielleicht keins geben wird. Vielleicht auch, weil ich nicht die Kraft habe, so weit zu gehen wie andere... 4,5 Jahre prägt der Kinderwunsch mal mehr, mal weniger mein Leben. Doch nach jedem "Negativ" fällt es mir schwerer, aufzustehen und mein Haus wieder aufzubauen. Ich glaube, ich bleibe jetzt erstmal liegen, in einem Haufen Dreck, Morast und Stroh. 

Sonntag, 6. Juli 2014

Aus. Vorbei. Ende.

Unsere zweite ICSI endet am Sonntag morgen mit nem 10er und nem 15er Frühtest von zwei verschiedenen Herstellern. 

Beide sind sich einig. Beide zeigen an PU+13 jeweils nur eine Linie. Nichts dran zu deuteln. 

Das war's. Nicht mal mehr was auf Eis. Aus. Vorbei. Ende. 

Samstag, 5. Juli 2014

Buchbesprechung: Natürliche Hilfe bei Kinderlosigkeit

Vor einer Weile bin ich gefragt worden, ob ich eine Buchbesprechung zum Thema "Natürliche Hilfe bei Kinderwunsch" schreiben möchte. 

Ich habe mich ja schon mit den verschiedensten natürlichen Methoden zur Unterstützung bei Kinderwunsch beschäftigt, angefangen bei den Kinderwunschbüchern von Birgit Zart, über Homöopathie, TCM und Akupunktur bis hin zu Heilkräutertees und Ernährungskonzepten - deshalb interessiert mich dieses Thema ganz besonders. Ich bin zwar eine begeisterte Leseratte - aber eine Buchbesprechung habe ich noch nie geschrieben - ich hoffe, ihr und auch du, liebe Linda - seht es mir nach. Ich schildere hier lediglich meine eigene Meinung und nehme keine Haftung, falls ihr euch das Büchlein ebenfalls zu Gemüte führt und zu einem ganz anderen Schluss kommt... :) 
 

So, nun aber los: 

Natürliche Hilfe bei Kinderlosigkeit von Linda Benninghoff 

Klappentext: 
"Natürliche Hilfe bei Kinderlosigkeit" von Linda Benninghoff ist ein Ratgeber, der sich an Frauen richtet, die unter ihrer Kinderlosigkeit leiden und nicht mehr tatenlos zusehen wollen, wie die Zeit ohne Kind verrinnt. 

Die Heilpraktikerin und freie Journalistin hat sich diesem Thema angenommen, da betroffene Frauen häufig viele Methoden ausprobieren möchten, um den Wunsch nach einem eigenen Kind wahr werden zu lassen. 

Einige Verfahren wie Hormonbehandlungen, IVF oder ICSI werden in Kinderwunschkliniken durchgeführt - hier sind die Frauen jedoch auf das Können der Ärzte angewiesen und agieren eher passiv. Oft entsteht dann parallel der Wunsch selbst aktiv zu werden. 

In diesem Ratgeber werden verschiedene Naturheilverfahren wie Heilpflanzen, Aromatherapie, Schüsslersalze und Fruchtbarkeitsmassage vorgestellt, aber auch wichtige Aspekte der Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel werden erläutert. 


Ich muss sagen, ich stehe ja nicht mehr am Anfang der Kinderwunschbehandlung - nach 4 Jahren habe ich eine ganze Menge gelesen, recherchiert und ausprobiert, gerade zu den hier beschriebenen Themen der Naturheilmittel bzw. Naturheilverfahren, mit denen sich der Ratgeber beschäftigt. Der Inhalt gliedert sich, nach den Ursachen für Unfruchtbarkeit und den Methoden der "Natürlichen Famlienplanung NFP" grob in folgende Themen: Heilpflanzen, Aromatherapie, Homöopathie, Akupunktur, Schüßlersalze, Fruchtbarkeitsmassage, Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel. 

Zu jedem der Hauptpunkte finden sich einige Unterpunkte - beispielsweise werden zum Bereich Heilpflanzen Frauenmantel, Ingwer, Rosmarin, Beifuss, Mönchspfeffer und Johanniskraut behandelt und u.a. Anwendung und Wirkung erklärt. 

Zum Einstieg in die Thematik finde ich diesem Ratgeber auf jeden Fall gut geeignet. Jemand, der sich bisher wenig oder noch gar nicht mit den Möglichkeiten der natürlichen Unterstützung beschäftigt hat, erfährt viel Neues und Wissenswertes gut und verständlich erklärt. Selbst für mich gab es einige Punkte, die mir so noch nicht bekannt oder bewusst waren. 

Das Buch preist nicht "den" oder "den" Weg als den ultimativen Lösungsweg an, der eine fühlt sich mit der einen Methode wohl, der andere mit einer anderen, dem nächsten hilft etwas ganz anderes. Jeder Weg ist anders und man muss seinen eigenen finden.

Wer denkt, nach der Lektüre des Buches wird man garantiert schwanger, hat nicht verstanden, worum es der Autorin geht. Aber man bekommt Möglichkeiten aufgezeigt, aktiv zu werden und sich mit sich selbst und seinem Körper zu beschäftigen und ihn besser kennen zu lernen, auf die eigenen Bedürfnisse einzugehen und besser durch die schwierige Zeit des Kinderwunsches zu kommen. 

Linda Benninghoff kennt übrigens auch die schulmedizinische Seite der Kinderwunschbehandlungen - ihre eigene Diagnose heißt Endometriose und sie selbst ist nach 2 ICSI Behandlungen kinderlos. 

"Natürliche Hilfe bei Kinderlosigkeit" ist bei BoD (Books on Demand) erschienen und kostet 7,90 Euro, die Kindle Edition ist schon für 2,99 Euro zu haben (bestellbar über amaz*n) 








Dienstag, 1. Juli 2014

Tumdidum, Halbzeit rum, Mensch ging das aber schnell...

Heute ist tatsächlich schon die halbe Warteschleife rum. PU+8, TF+5. 

Körperlich gehts mir seit gestern endlich besser, ich kann wieder auf der Seite liegen und richtig sitzen. Kaum zu glauben, dass man mit "nur" 13 Eizellen solche Probleme haben kann. Wirkliche Besserung habe ich direkt nach der Akupunktur gestern gemerkt - wer mag, kann es Hokuspukus nennen, aber mir hilft es spürbar.

Was sonst? Die üblichen Wehwehchen - ich sag nur: Beton im BH. Im unteren Bereich gehts eigentlich, noch kein richtiges Mensziehen, aber das Bewusstsein, dass da was anders ist als sonst. Also nichts, was wirklich mehr hergibt als Rückschlüsse auf Medikamente.

Ich bin auch momentan furchtbar entspannt. Vermutlich, weil ich mich bei dem Drama in der letzten Woche schon völlig verausgabt habe. Alle Kapazitäten verbraucht. Ich fliege schon wieder in maximaler Reisehöhe, die Anschnallzeichen sind erloschen, der Sitz entspannt zurückgeklappt. Hoppla, zu entspannt vielleicht? So what, ich kann's nicht ändern. Ich bin ein hoffnungsloser Optimist. Wahrscheinlich bleibt das aber nicht so.

Ansonsten ist mein Bauch gepunktet - nach nochmaliger Rücksprache mit der Gerinnungspraxis spritze ich doch schon seit TF+1 das Heparin. Nicht dass ich dem Prof nicht vertraue, aber er hat es abgenickt und es schadet nicht. Und schließlich ist schon mal ein kleiner Kämpfer in mir unterversorgt worden - nochmal gehe ich keine vermeidbaren Risiken ein. Nun also auf Nr. Ultrasicher. 

Dieses Mal werde ich auch definitiv vorher testen. Denn den frühesten Termin an PU+14 am Montag schaffe ich auf keinen Fall, aus terminlichen Gründen. Deshalb wird es wohl Dienstag. Also Montag Pipi-Test. Dienstag Bluttest - exakt auf den Tag genau ein Jahr nach meinem Positiv mit dem Wunderfloh. Hoffentlich ein gutes Omen.