Samstag, 28. Juni 2014

Für dich, dich, dich und für dich....

Für alle Engel, die mich da sind ... 
um mich zu schützen und zu halten - 
jeden Tag, in verschiedenen Gestalten.





Einer meiner Engel hat dies heute mit mir geteilt und es hat mich so angerührt, ganz tief in mir und die Tränen liefen nur so. Weil ich so unendlich dankbar bin, für all die Engel, die ich hier im letzten Jahr gefunden habe, möchte ich euch dies mit euch teilen.





Für dich, dich, dich und für dich....

Für alle Engel, die mich da sind ... 
um mich zu schützen und zu halten - 
jeden Tag, in verschiedenen Gestalten.





Einer meiner Engel hat dies heute mit mir geteilt und es hat mich so angerührt, ganz tief in mir und die Tränen liefen nur so. Weil ich so unendlich dankbar bin, für all die Engel, die ich hier im letzten Jahr gefunden habe, möchte ich euch dies mit euch teilen.





Donnerstag, 26. Juni 2014

Wie sagte schon Bruce Darnell? "Mehr Drama, Baby!"

Danke, aber mein Bedarf für heute und die nächsten paar Tage ist gedeckt. Eigentlich fing der Tag ja gar nicht so schlecht an. Akupunkturtermin in der Früh - tat super gut. Das ständige Druckgefühl im Umterleib ist endlich weg, die Heimfahrt im Auto ging sehr viel besser als die Hinfahrt. 

Um mir die Zeit bis zum Anruf im Labor zu vertreiben, habe ich ein neues Rezept ausprobiert - im Topf blubberte es und schon war es soweit. Ich rufe im Labor an:"Hallo, hier ist Frau ZweiLinien, ich wollte mal hören wie es meinen Embryonen geht..." "Ja, warten Sie mal ... also, es sind noch 2 übrig, leider sind die anderen 3 stehengeblieben. Wir würden den Transfer dann heute machen - wann könnten Sie denn kommen?" Wuuuuuuuuuuuusch - ein Eimer eiskaltes Wasser wird über mir ausgekippt. Nur noch 2. Nur noch 2 an PU+3. Das ist alles was ich höre. Wir machen aus, dass ich direkt losfahre, um einen 6- und einen 8-Zeller heimzuholen. Ich lege auf und heule und heule und heule. Rotz und Wasser. Im Grunde habe ich gerade aufgegeben. Keine Blastos für uns. Ich fühle mich, als ob ich versagt hätte. Obwohl ich genau weiß, dass niemand - am wenigsten wir - etwas dafür können. Aber von 13 Eizellen sitze ich 3 Tage später hier mit nur 2 Embryonen. 

Ich schreibe mit Zweien meiner Mädels, sie versuchen mit aufzubauen. Mit Logik, mit Zuhören, mit Mut-zu-sprechen, mit Beispielen von positven Ausgängen in der gleichen Situation. Nichts kommt bei mir an. Ich bin wie unter einer Glocke. Ich bin furchtbar traurig und enttäuscht, einfach weil ich was anderes gehofft und vielleicht auch erwartet habe. Das ist das Problem beim Optimismus - man fällt brutal tief. 

Zum Glück konnte ich direkt zur Kiwu fahren und war ca. 1 Stunde nach Anruf dort. An der Anmeldung musste ich kurz warten, die Schwester telefonierte. Nach ein paar Minütchen kam ihre Kollegin, sah mich mitfühlend an und meinte: "Sie kommen zum Transfer, richtig? Fahren Sie ruhig schon mal nach oben, ich sage Bescheid." Es war sicher ganz lieb gemeint, aber ich empfand ihren mitfühlenden Blick einfach nur als mitleidig, ich hatte das Gefühl, alle wissen Bescheid, dass Frau ZweiLiniens Eier es nicht mal zur Blasto schaffen. Kennt ihr den Film "Der scharlachrote Buchstabe A"? - ja? Ich hatte das Gefühl, auf meinem Shirt steht ein "L" für Loser. Es war irgendwie die Hölle. 

Oben im Wartezimmer war es zum Glück sehr leer. Noch ein Mann, dessen Frau punktiert worden war und ein anderes Paar. Ich hatte mein Buch dabei, aber ich kann mich nicht erinnern, was ich gelesen habe. Da kommt meine Lieblingsschwester auf ich zu, fasst mich kurz an der Schulter und sagt: "Hallo, geht gleich weiter, dauert nicht lang..." Ich nicke, sie geht und schon wieder merke ich, wie die Tränen kommen. 

Kurz darauf holt sie mich. Ich entledige mich meiner Klamotten und setze mich auf den Gyn-Stuhl. Es dauert noch einen kurzen Moment, sie fragt: "Na, aufgeregt?" und alle Dämme brechen. Schon wieder. Ich schluchze und die Tränen laufen und ich kann nur noch stammeln: "Ich wollte doch Blastos und jetzt muss ich schon heute kommen..." Ich muss furchtbar weinen, sie kommt sofort zu mir drückt mir ein paar Taschentücher in die Hand und streichelt mir den Rücken. "Alles wird gut," sagt sie und geht nochmal kurz ins Labor. Ich vermute, sie warnt den armen Professor vor, dass da in seinem OP ein heulendes Häuflein Elend sitzt. Ich versuche aufzuhören mit der Heulerei, schließlich soll der Prof mich nicht so sehen. Aber es geht nicht und ist eh schon zu spät: er steht vor mir. "Ja, was ist denn hier los..." fragt er ganz freundlich. Ich heule im entgegen: "Ich wollte doch Blastos und jetzt sitz ich hier..." Er lächelt mich an: "Sie werden mir jetzt wahrscheinlich nicht glauben, aber ich habe bis gerade an einem Vortrag darüber gearbeitet, dass die Chancen für Blastos nicht unbedingt besser sind." Er erzählt mir noch mehr darüber, dass meine Embryonen ganz toll aussehen "habe selber grad nochmal geguckt" und sich prima entwickelt haben und heute genauso gute Chancen haben, wie sie am Samstag gehabt hätten. Langsam beruhige ich mich. Ich weiß, er ist eine Koryphäe auf seinem Gebiet, hat sehr viele Veröffentlichungen gemacht und ist in diversen Gremien aktiv. Ich vertraue ihm. Er untersucht mich kurz, Schleimhaut sieht gut aus und dann gibt er Info ans Labor, dass der Transfer stattfinden kann. 

Die Kollegin aus dem Labor bringt die Kanüle und voller Stolz und Freude gibt der Professor mir einen 8-Zeller und einen 12-Zeller zurück, "wunderschön und der 12er sogar in A-Qualität" sagt er. Was, ein 8er und ein 12er? Nichts mehr von 6 und 8 wie noch heute morgen. Während des gesamten Transfers sitzt meine Lieblingsschwester neben mir und streichelt mir beruhigend die Wange. Da sag noch mal einer, in ner Uniklinik biste nur ne Nummer. 

Der Prof sagt mir nochmal, dass die Chancen für die Beiden wirklich, wirklich nicht schlechter sind, ganz im Gegenteil. "Aber das glauben Sie mir wohl erst, wenn es geklappt hat..." 

Zum Schluss gibt er mir noch etwas mit auf den Weg: "Ich weiß, die Wartezeit ist schwierig und man kann es nicht aus dem Kopf schieben. Aber es macht für die Zwei überhaupt keinen Unterschied, ob Sie dran glauben, dass es klappt oder nicht. Setzen Sie sich nicht unter Druck, dass Sie es psychisch beeinflussen könnten, machen Sie sich keine Schuldgefühle, wenn Sie nicht dran glauben. Die merken davon nichts."

Doch seine Erklärungen haben mich beruhigt. Kein Drama mehr, keine Tränen. Und es ist doch besser, dass ich heute 2 zurück bekomme, die es bis hierher geschafft haben, als vielleicht gestern 2 von denen, die es nicht geschafft haben. 

Und jetzt hab ich sie wenigstens endlich bei mir: welcome home, Doris und Jan!

Wie sagte schon Bruce Darnell? "Mehr Drama, Baby!"

Danke, aber mein Bedarf für heute und die nächsten paar Tage ist gedeckt. Eigentlich fing der Tag ja gar nicht so schlecht an. Akupunkturtermin in der Früh - tat super gut. Das ständige Druckgefühl im Umterleib ist endlich weg, die Heimfahrt im Auto ging sehr viel besser als die Hinfahrt. 

Um mir die Zeit bis zum Anruf im Labor zu vertreiben, habe ich ein neues Rezept ausprobiert - im Topf blubberte es und schon war es soweit. Ich rufe im Labor an:"Hallo, hier ist Frau ZweiLinien, ich wollte mal hören wie es meinen Embryonen geht..." "Ja, warten Sie mal ... also, es sind noch 2 übrig, leider sind die anderen 3 stehengeblieben. Wir würden den Transfer dann heute machen - wann könnten Sie denn kommen?" Wuuuuuuuuuuuusch - ein Eimer eiskaltes Wasser wird über mir ausgekippt. Nur noch 2. Nur noch 2 an PU+3. Das ist alles was ich höre. Wir machen aus, dass ich direkt losfahre, um einen 6- und einen 8-Zeller heimzuholen. Ich lege auf und heule und heule und heule. Rotz und Wasser. Im Grunde habe ich gerade aufgegeben. Keine Blastos für uns. Ich fühle mich, als ob ich versagt hätte. Obwohl ich genau weiß, dass niemand - am wenigsten wir - etwas dafür können. Aber von 13 Eizellen sitze ich 3 Tage später hier mit nur 2 Embryonen. 

Ich schreibe mit Zweien meiner Mädels, sie versuchen mit aufzubauen. Mit Logik, mit Zuhören, mit Mut-zu-sprechen, mit Beispielen von positven Ausgängen in der gleichen Situation. Nichts kommt bei mir an. Ich bin wie unter einer Glocke. Ich bin furchtbar traurig und enttäuscht, einfach weil ich was anderes gehofft und vielleicht auch erwartet habe. Das ist das Problem beim Optimismus - man fällt brutal tief. 

Zum Glück konnte ich direkt zur Kiwu fahren und war ca. 1 Stunde nach Anruf dort. An der Anmeldung musste ich kurz warten, die Schwester telefonierte. Nach ein paar Minütchen kam ihre Kollegin, sah mich mitfühlend an und meinte: "Sie kommen zum Transfer, richtig? Fahren Sie ruhig schon mal nach oben, ich sage Bescheid." Es war sicher ganz lieb gemeint, aber ich empfand ihren mitfühlenden Blick einfach nur als mitleidig, ich hatte das Gefühl, alle wissen Bescheid, dass Frau ZweiLiniens Eier es nicht mal zur Blasto schaffen. Kennt ihr den Film "Der scharlachrote Buchstabe A"? - ja? Ich hatte das Gefühl, auf meinem Shirt steht ein "L" für Loser. Es war irgendwie die Hölle. 

Oben im Wartezimmer war es zum Glück sehr leer. Noch ein Mann, dessen Frau punktiert worden war und ein anderes Paar. Ich hatte mein Buch dabei, aber ich kann mich nicht erinnern, was ich gelesen habe. Da kommt meine Lieblingsschwester auf ich zu, fasst mich kurz an der Schulter und sagt: "Hallo, geht gleich weiter, dauert nicht lang..." Ich nicke, sie geht und schon wieder merke ich, wie die Tränen kommen. 

Kurz darauf holt sie mich. Ich entledige mich meiner Klamotten und setze mich auf den Gyn-Stuhl. Es dauert noch einen kurzen Moment, sie fragt: "Na, aufgeregt?" und alle Dämme brechen. Schon wieder. Ich schluchze und die Tränen laufen und ich kann nur noch stammeln: "Ich wollte doch Blastos und jetzt muss ich schon heute kommen..." Ich muss furchtbar weinen, sie kommt sofort zu mir drückt mir ein paar Taschentücher in die Hand und streichelt mir den Rücken. "Alles wird gut," sagt sie und geht nochmal kurz ins Labor. Ich vermute, sie warnt den armen Professor vor, dass da in seinem OP ein heulendes Häuflein Elend sitzt. Ich versuche aufzuhören mit der Heulerei, schließlich soll der Prof mich nicht so sehen. Aber es geht nicht und ist eh schon zu spät: er steht vor mir. "Ja, was ist denn hier los..." fragt er ganz freundlich. Ich heule im entgegen: "Ich wollte doch Blastos und jetzt sitz ich hier..." Er lächelt mich an: "Sie werden mir jetzt wahrscheinlich nicht glauben, aber ich habe bis gerade an einem Vortrag darüber gearbeitet, dass die Chancen für Blastos nicht unbedingt besser sind." Er erzählt mir noch mehr darüber, dass meine Embryonen ganz toll aussehen "habe selber grad nochmal geguckt" und sich prima entwickelt haben und heute genauso gute Chancen haben, wie sie am Samstag gehabt hätten. Langsam beruhige ich mich. Ich weiß, er ist eine Koryphäe auf seinem Gebiet, hat sehr viele Veröffentlichungen gemacht und ist in diversen Gremien aktiv. Ich vertraue ihm. Er untersucht mich kurz, Schleimhaut sieht gut aus und dann gibt er Info ans Labor, dass der Transfer stattfinden kann. 

Die Kollegin aus dem Labor bringt die Kanüle und voller Stolz und Freude gibt der Professor mir einen 8-Zeller und einen 12-Zeller zurück, "wunderschön und der 12er sogar in A-Qualität" sagt er. Was, ein 8er und ein 12er? Nichts mehr von 6 und 8 wie noch heute morgen. Während des gesamten Transfers sitzt meine Lieblingsschwester neben mir und streichelt mir beruhigend die Wange. Da sag noch mal einer, in ner Uniklinik biste nur ne Nummer. 

Der Prof sagt mir nochmal, dass die Chancen für die Beiden wirklich, wirklich nicht schlechter sind, ganz im Gegenteil. "Aber das glauben Sie mir wohl erst, wenn es geklappt hat..." 

Zum Schluss gibt er mir noch etwas mit auf den Weg: "Ich weiß, die Wartezeit ist schwierig und man kann es nicht aus dem Kopf schieben. Aber es macht für die Zwei überhaupt keinen Unterschied, ob Sie dran glauben, dass es klappt oder nicht. Setzen Sie sich nicht unter Druck, dass Sie es psychisch beeinflussen könnten, machen Sie sich keine Schuldgefühle, wenn Sie nicht dran glauben. Die merken davon nichts."

Doch seine Erklärungen haben mich beruhigt. Kein Drama mehr, keine Tränen. Und es ist doch besser, dass ich heute 2 zurück bekomme, die es bis hierher geschafft haben, als vielleicht gestern 2 von denen, die es nicht geschafft haben. 

Und jetzt hab ich sie wenigstens endlich bei mir: welcome home, Doris und Jan!

Dienstag, 24. Juni 2014

Befruchtungsergebnis

Das Telefonat mit dem Labor war kurz und knackig:

von den 13 punktierten Eizellen waren 10 reif und 5 haben sich befruchten lassen. Das ist eine weniger als beim letzten Mal und die maximale Anzahl, die wir in die Blasto-Kultur schicken konnten. Ich hoffe, dass die Entscheidung für das Embryoskop und die Blastokultur richtig waren.

Am Donnerstag zwischen 10 und halb 11 kann ich wieder anrufen und hören, wie viele noch im Rennen sind. 

Ich weiß, ich habe auf 5 gehofft und es erschien mir ausreichend viel. Im ersten Moment klang es so wenig. Doch mittlerweile habe ich mir vor Augen geführt, dass ich eigentlich immer ganz gute Embryonen hatte - es wird schon was übrig bleiben. Doch die Zeit bis Donnerstag erscheint mir noch lang ...

Befruchtungsergebnis

Das Telefonat mit dem Labor war kurz und knackig:

von den 13 punktierten Eizellen waren 10 reif und 5 haben sich befruchten lassen. Das ist eine weniger als beim letzten Mal und die maximale Anzahl, die wir in die Blasto-Kultur schicken konnten. Ich hoffe, dass die Entscheidung für das Embryoskop und die Blastokultur richtig waren.

Am Donnerstag zwischen 10 und halb 11 kann ich wieder anrufen und hören, wie viele noch im Rennen sind. 

Ich weiß, ich habe auf 5 gehofft und es erschien mir ausreichend viel. Im ersten Moment klang es so wenig. Doch mittlerweile habe ich mir vor Augen geführt, dass ich eigentlich immer ganz gute Embryonen hatte - es wird schon was übrig bleiben. Doch die Zeit bis Donnerstag erscheint mir noch lang ...

Die Wilde 13

13 Eizellen wurden gestern vom Professor der Kiwu höchstpersönlich punktiert. Alles ist soweit gut verlaufen, eine der Einstichstellen hat kurz geblutet, die Blutung konnte aber direkt gestillt werden, trotz ASS. 13 Eizellen mit einer Gesamtmenge von 1100 Einheiten Gonal ist schon ziemlich effizient, wie ich finde.

Auch die Narkose hat dieses mal besser geklappt - wahrscheinlich, weil ich nicht so schrecklich nervös war. Das letzte Mal war ich voll mit Adrenalin, vielleicht lag es daran. Gestern gab es einen ordentlichen Schuss Narkose, ich döste vor mich hin und erst kurz vor Ende fragte ich den Professor, wie viele es denn nun geworden wären. 

Danach durfte ich mich - auch viel länger als letztes Mal - im Aufwachraum ausruhen. Das war auch gut so, das aufrechte Sitzen fiel mir noch schwer. 

Nach einer ganzen Weile wurde der Zugang entfernt und ich durfte nach Hause. Auf dem heimischen Sofa suche ich nun eine Position, in der ich es aushalten kann. Sitzen auf Stühlen geht nur kurz, die Autofahrt gestern war schrecklich: jeden Huckel habe ich gespürt.

So warte ich jetzt, bis ich erfahre, wie viele sich haben befruchten lassen und hoffe auf 5 schöne Eizellen, die wir in die Kultur schicken können. Und dann bin ich in der Warteschleife, an deren Ende ich hoffentlich erst am Samstag 2 hoffnungsvolle Blastozysten zurück bekomme.

Die Wilde 13

13 Eizellen wurden gestern vom Professor der Kiwu höchstpersönlich punktiert. Alles ist soweit gut verlaufen, eine der Einstichstellen hat kurz geblutet, die Blutung konnte aber direkt gestillt werden, trotz ASS. 13 Eizellen mit einer Gesamtmenge von 1100 Einheiten Gonal ist schon ziemlich effizient, wie ich finde.

Auch die Narkose hat dieses mal besser geklappt - wahrscheinlich, weil ich nicht so schrecklich nervös war. Das letzte Mal war ich voll mit Adrenalin, vielleicht lag es daran. Gestern gab es einen ordentlichen Schuss Narkose, ich döste vor mich hin und erst kurz vor Ende fragte ich den Professor, wie viele es denn nun geworden wären. 

Danach durfte ich mich - auch viel länger als letztes Mal - im Aufwachraum ausruhen. Das war auch gut so, das aufrechte Sitzen fiel mir noch schwer. 

Nach einer ganzen Weile wurde der Zugang entfernt und ich durfte nach Hause. Auf dem heimischen Sofa suche ich nun eine Position, in der ich es aushalten kann. Sitzen auf Stühlen geht nur kurz, die Autofahrt gestern war schrecklich: jeden Huckel habe ich gespürt.

So warte ich jetzt, bis ich erfahre, wie viele sich haben befruchten lassen und hoffe auf 5 schöne Eizellen, die wir in die Kultur schicken können. Und dann bin ich in der Warteschleife, an deren Ende ich hoffentlich erst am Samstag 2 hoffnungsvolle Blastozysten zurück bekomme.

Freitag, 20. Juni 2014

ICSI Nr. 2, Folli-TV die Dritte: ganz viele Zahlen

6 Eier rechts. 
9 Eier links. 
Diverser Kleinkram, der vielleicht noch wächst. 
Spektakuläre Schleimhaut. 
100 Einheiten Gonal - heute zum letzten Mal. 
Noch 2 Orgalutran - heute und morgen. 
23:00 Uhr Samstag - Ovitrelle

10:30 Uhr, Montag: in Kinderwunschklink zur Punktion erscheinen 
(Zitat: MIT ihrem Mann!")

ICSI Nr. 2, Folli-TV die Dritte: ganz viele Zahlen

6 Eier rechts. 
9 Eier links. 
Diverser Kleinkram, der vielleicht noch wächst. 
Spektakuläre Schleimhaut. 
100 Einheiten Gonal - heute zum letzten Mal. 
Noch 2 Orgalutran - heute und morgen. 
23:00 Uhr Samstag - Ovitrelle

10:30 Uhr, Montag: in Kinderwunschklink zur Punktion erscheinen 
(Zitat: MIT ihrem Mann!")

Mittwoch, 18. Juni 2014

Folli-TV - Klappe, die Zweite

Zweite ICSI, zweites Folli-TV. 

Fazit: keine PU am Freitag, sondern nochmal US gucken. Puuuuuh, ich bin erleichtert. Nicht nur, weil damit die Wochenend-Unternehmungen gerettet sind, sondern auch, weil mir eine PU am Freitag echt unheimlich gewesen wäre. Zu schnell, um genau zu sein und ich hatte schon befürchtet, dass bis dahin einfach nicht genug Eier reif sein würden. Im Vergleich zum letzten Mal wäre ich damit nämlich 4!!! Tage früher dran gewesen. 

Akutell sind wir so bei 6-8 größeren Eierchen und einigen kleineren, die sich aber noch machen können und die wir gern noch ein bisschen päppeln wollen. Wenn wir bei einer ähnlichen Ausbeute wie beim letzten Mal enden, bin ich nicht unzufrieden. 

Schleimhaut - tja, nichts neues hier: wie immer sehr schön aufgebaut. Hauptsache, sie wird auch dieses Mal ordentlich durchblutet und versorgt die potenziellen Babies dann auch so wie es sein soll. 

Ist es nicht komisch, dass die Zeit so schnell vergeht, wenn man erstmal angefangen hat zu stimulieren? Dafür vergeht die zweite Woche der Warteschleife dann um so langsamer, hab ich das Gefühl. 

Zum Thema Embryoskop und Kosten kann ich jetzt sagen, alles im Rahmen. Wenn es optimal läuft, werden 5 meiner Embroynen bis PU+5 kultiviert (oder so viele, wie mitmachen) und die zwei Besten kommen dann zurück zu Mami. Die Summe bis Tag 5 beläuft sich auf 400 und ein paar zerquetschte Euronen, bei (zwangsweise) kürzerer Kultivierung weniger. 

Der Rest liegt dann nicht mehr in unserer Macht...


Folli-TV - Klappe, die Zweite

Zweite ICSI, zweites Folli-TV. 

Fazit: keine PU am Freitag, sondern nochmal US gucken. Puuuuuh, ich bin erleichtert. Nicht nur, weil damit die Wochenend-Unternehmungen gerettet sind, sondern auch, weil mir eine PU am Freitag echt unheimlich gewesen wäre. Zu schnell, um genau zu sein und ich hatte schon befürchtet, dass bis dahin einfach nicht genug Eier reif sein würden. Im Vergleich zum letzten Mal wäre ich damit nämlich 4!!! Tage früher dran gewesen. 

Akutell sind wir so bei 6-8 größeren Eierchen und einigen kleineren, die sich aber noch machen können und die wir gern noch ein bisschen päppeln wollen. Wenn wir bei einer ähnlichen Ausbeute wie beim letzten Mal enden, bin ich nicht unzufrieden. 

Schleimhaut - tja, nichts neues hier: wie immer sehr schön aufgebaut. Hauptsache, sie wird auch dieses Mal ordentlich durchblutet und versorgt die potenziellen Babies dann auch so wie es sein soll. 

Ist es nicht komisch, dass die Zeit so schnell vergeht, wenn man erstmal angefangen hat zu stimulieren? Dafür vergeht die zweite Woche der Warteschleife dann um so langsamer, hab ich das Gefühl. 

Zum Thema Embryoskop und Kosten kann ich jetzt sagen, alles im Rahmen. Wenn es optimal läuft, werden 5 meiner Embroynen bis PU+5 kultiviert (oder so viele, wie mitmachen) und die zwei Besten kommen dann zurück zu Mami. Die Summe bis Tag 5 beläuft sich auf 400 und ein paar zerquetschte Euronen, bei (zwangsweise) kürzerer Kultivierung weniger. 

Der Rest liegt dann nicht mehr in unserer Macht...


Montag, 16. Juni 2014

101 Rezepte in 1001 Tagen

Ja, der Trend geht zum Zweit-Blog. 

Ich habe ein neues Projekt gestartet und freue mich, wenn einige von euch auch daran Spass haben. 

Wenn in der Blogleiste rechts schaut, findet ihr den direkten Weg zum Zweitblog !

101 Rezepte in 1001 Tagen

Ja, der Trend geht zum Zweit-Blog. 

Ich habe ein neues Projekt gestartet und freue mich, wenn einige von euch auch daran Spass haben. 

Wenn in der Blogleiste rechts schaut, findet ihr den direkten Weg zum Zweitblog !

Eierstöcke unter Feuer

Mit 600 Einheiten Gonal habe ich seit letzten Dienstag meine Eierstöcke gefüttert. Gestern abend gab es das erste Mal ein Schlückchen Orgalutran - schon vor dem ersten US. Das letzte Mal war ich damit ein bisschen später dran. 

Alles lief wie am Schnürrchen heute morgen - ich war 15 Minuten vor meinem Termin in der Kiwu und durfte direkt mal Blut abgeben. Zum Glück hat es gleich geklappt, auch wenn ich langsam merke, dass es zunehmend schwieriger wird mit meiner einzigen guten Vene. Aber das Röhrchen füllte sich. 

Kaum hatte ich wieder Platz im Wartebereich genommen, holte mich Dr. Charming schon mit dem üblichen strahlenden Lächeln ab. Ja, zugegeben, ich war ein klitzekleines bisschen aufgeregt, ob sich wohl genügend Eierchen zeigen würden.  Es zwickte übers Wochenende ganz ordentlich auf der rechten Seite - trotzdem war ich ein wenig unsicher, ob das nicht nur Einbildung war. 

"Dann schauen wir mal, wenn Sie gestatten..." 

 Na, selbstverständlich, ich gestatte...
Mit der Schleimhaut war er sehr zufrieden, schon wieder schön aufgebaut. Dann gings zu den Eierstöcken und ich sah selbst überall viele schöne schwarze Blasen. "Ja, ihre Eierstöcke sind schon ganz schön unter Feuer." Links mehrere Eibläschen zwischen 8-11 mm, rechts waren wir bei 10-13 mm. "Gut, dass Sie schon mit dem Orgalutran angefangen haben, das sieht ja schon echt gut aus." 

Um das Wachstum besser einschätzen zu können, muss ich Mittwoch morgen nochmal kommen. Bis dahin reicht sowohl das Gonal als auch das Orgalutran aus und dann sehen wir, ob ich nochmal ein bisschen brauche oder ob eventuell schon am Freitag PU sein wird - ansonsten eben Montag. 

Einerseits wäre eine PU am Freitag natürlich prima, weil ich erstens weniger Medis brauche und zweitens keinen Krankenschein, denn ich habe glücklicherweise am Freitag Urlaub. Andererseits hab ich mir den Urlaubstag extra für einen ganz lieben Besuch reserviert und für das Wochenende schöne Unternehmungen geplant. Zu meinem großen Glück brauche ich, falls es dazu kommt, aber keine Ausreden erfinden... Trotzdem. Schade wäre es. 

Doch diese Entscheidung wird erstmal auf Mittwoch vertagt und bis dahin bleibt alles wie es ist.


Eierstöcke unter Feuer

Mit 600 Einheiten Gonal habe ich seit letzten Dienstag meine Eierstöcke gefüttert. Gestern abend gab es das erste Mal ein Schlückchen Orgalutran - schon vor dem ersten US. Das letzte Mal war ich damit ein bisschen später dran. 

Alles lief wie am Schnürrchen heute morgen - ich war 15 Minuten vor meinem Termin in der Kiwu und durfte direkt mal Blut abgeben. Zum Glück hat es gleich geklappt, auch wenn ich langsam merke, dass es zunehmend schwieriger wird mit meiner einzigen guten Vene. Aber das Röhrchen füllte sich. 

Kaum hatte ich wieder Platz im Wartebereich genommen, holte mich Dr. Charming schon mit dem üblichen strahlenden Lächeln ab. Ja, zugegeben, ich war ein klitzekleines bisschen aufgeregt, ob sich wohl genügend Eierchen zeigen würden.  Es zwickte übers Wochenende ganz ordentlich auf der rechten Seite - trotzdem war ich ein wenig unsicher, ob das nicht nur Einbildung war. 

"Dann schauen wir mal, wenn Sie gestatten..." 

 Na, selbstverständlich, ich gestatte...
Mit der Schleimhaut war er sehr zufrieden, schon wieder schön aufgebaut. Dann gings zu den Eierstöcken und ich sah selbst überall viele schöne schwarze Blasen. "Ja, ihre Eierstöcke sind schon ganz schön unter Feuer." Links mehrere Eibläschen zwischen 8-11 mm, rechts waren wir bei 10-13 mm. "Gut, dass Sie schon mit dem Orgalutran angefangen haben, das sieht ja schon echt gut aus." 

Um das Wachstum besser einschätzen zu können, muss ich Mittwoch morgen nochmal kommen. Bis dahin reicht sowohl das Gonal als auch das Orgalutran aus und dann sehen wir, ob ich nochmal ein bisschen brauche oder ob eventuell schon am Freitag PU sein wird - ansonsten eben Montag. 

Einerseits wäre eine PU am Freitag natürlich prima, weil ich erstens weniger Medis brauche und zweitens keinen Krankenschein, denn ich habe glücklicherweise am Freitag Urlaub. Andererseits hab ich mir den Urlaubstag extra für einen ganz lieben Besuch reserviert und für das Wochenende schöne Unternehmungen geplant. Zu meinem großen Glück brauche ich, falls es dazu kommt, aber keine Ausreden erfinden... Trotzdem. Schade wäre es. 

Doch diese Entscheidung wird erstmal auf Mittwoch vertagt und bis dahin bleibt alles wie es ist.


Mittwoch, 11. Juni 2014

Herr Professor, ich liebe sie! Egal, was ihre Frau davon hält.

Meine Güte, wann hat ein Arzt das letzte Mal so eine Euphorie bei mir ausgelöst? Da sitzt er, ein freundlicher älterer Herr, könnte glatt mein Vater sein, ist total gut drauf, antwortet mir locker und entspannt auf meine Fragen und freut sich wie ein Schneekönig, dass ich gestern schon angefangen habe mit der ICSI. 

Er ist sehr zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen. Alles prima, er reibt sich die Hände. Sieht doch gut aus. "Dann hoffen wir mal, dass es jetzt ganz schnell klappt." 

ASS soll ich weiternehmen, durchgängig. Es besteht kein Grund zur Sorge, dass es dadurch bei der PU Probleme geben könnte. Auch nicht mehr als ohne, sagt er. Und wenn er das sagt, dann ist das so. Das Heparin brauche ich erst ab postivem Test spritzen. Klar, ab TF ginge auch - aber er meint, ich brauche es nicht, bin ja durch das ASS schon mal grundversorgt. "Wissen Sie, dass sind ja zwei riesige Kästen. Die brauchen Sie jetzt noch nicht schleppen. Melden Sie sich, wenn Sie positiv getestet haben - wie der Wind schicken wir Ihnen dann das Rezept zu."  

Danke, Herr Professor, war mal wieder nett bei Ihnen. 

Herr Professor, ich liebe sie! Egal, was ihre Frau davon hält.

Meine Güte, wann hat ein Arzt das letzte Mal so eine Euphorie bei mir ausgelöst? Da sitzt er, ein freundlicher älterer Herr, könnte glatt mein Vater sein, ist total gut drauf, antwortet mir locker und entspannt auf meine Fragen und freut sich wie ein Schneekönig, dass ich gestern schon angefangen habe mit der ICSI. 

Er ist sehr zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen. Alles prima, er reibt sich die Hände. Sieht doch gut aus. "Dann hoffen wir mal, dass es jetzt ganz schnell klappt." 

ASS soll ich weiternehmen, durchgängig. Es besteht kein Grund zur Sorge, dass es dadurch bei der PU Probleme geben könnte. Auch nicht mehr als ohne, sagt er. Und wenn er das sagt, dann ist das so. Das Heparin brauche ich erst ab postivem Test spritzen. Klar, ab TF ginge auch - aber er meint, ich brauche es nicht, bin ja durch das ASS schon mal grundversorgt. "Wissen Sie, dass sind ja zwei riesige Kästen. Die brauchen Sie jetzt noch nicht schleppen. Melden Sie sich, wenn Sie positiv getestet haben - wie der Wind schicken wir Ihnen dann das Rezept zu."  

Danke, Herr Professor, war mal wieder nett bei Ihnen. 

Dienstag, 10. Juni 2014

ICSI Nr. 2 - manches ändert sich nicht, anderes schon

Es ist kaum zu glauben, aber klammheimlich habe ich mich in ICSI Nr. 2 geschlichen. Ob oder ob nicht, habe ich das Schicksal entscheiden lassen. Wenn die Mens vor Sonntag gekommen wäre, wäre es wohl bei Juli geblieben. Allerdings passte uns das terminlich überhaupt nicht, einerseits jobtechnisch, andererseits wäre PU und TF in die Woche der Hochzeit meiner Schwester gefallen. Und das wäre logistisch nicht möglich gewesen - so hätten wir bis Ende August warten müssen. Außerdem wäre mir das wirklich zu lang gewesen. Deshalb war ich unendlich glücklich, als die Mens erst am Sonntag kam. Heute hatte ich mein Anfang Mai terminiertes Plangespräch - hach, das passte doch perfekt. Selbst der Sturm, der gestern die Großstadt, in der meine Uniklink ist, ziemlich verwüstet hat, hat mich nicht davon abgehalten, diesen Termin wahrzunehmen. Was waren schon meine 2 Stunden Fahrzeit (für 12 Kilometer)? Während ich im Wartezimmer saß, hörte ich ganz andere Dimensionen: 4 Stunden Fahrtzeit, sogar 7 Stunden. Andere Patienten sind 50 km mit dem Rad gefahren, weil das besser ging als mit dem Auto. Da waren 2 Stunden doch nix. 

Vor allem, weil Frau Doktor überhaupt keine Bedenken hatte zu starten. "Oh, dann müssen wir aber heute direkt anfangen zu spritzen...." Naja, war das letzte Mal nicht anders. Eierstöcke und Gebärmutter sehen prima aus. Wir bleiben auch bei der gleichen Dosierung der Stimu: 100 Einheiten Gonal F. Nächsten Montag ist Ultraschall und Blutabnahme und ich rechne mit Punktion am 23.6. oder 24.6. - das wäre jedenfalls der gleiche Zeitplan wie beim letzen Mal.

Was wird dieses Mal anders sein? 

1. Wir werden die Schätze nach Möglichkeit nicht schon an P+2 zurückholen, sondern es, wenn möglich, mit Blastos versuchen. Wir hoffen darauf, dass sind mindestens 5 befruchten lassen, die wir kultivieren könnten. Falls tatsächlich mehr übrig bleiben sollten, werden diese eingefroren. Die anderen "5" würden im Embryoskop kultiviert und beobachtet werden. Sollten es mehr als 2 bis zur Blasto schaffen, würden diese vitrifiziert werden - der sogenannte "deutsche Mittelweg". 

2. ASS und Heparin werden ebenfalls eine Rolle spielen. Was ich wie genau dosieren muss, kläre ich morgen mit meinem Gerinnungsprofessor. 

3. Vitamin D - wird umdosiert. Statt 20.000 Einheiten Dekristol nehme ich jetzt 4000 Einheiten Vigantoletten täglich. Der Vitamin D-Spiegel ist gerade am unteren Normwert, Vigantoletten sind jedoch auch in der Schwangerschaft in dieser Dosierung unproblematisch. 

Der Ultraschall wird am 16.06. sein - ein Montag. Montag ist Frau Doktor nicht im Haus und fragte, wen von ihren Kollegen ich denn schon kenne, dem sie mich anvertrauen könne. Nachdem ich so ziemlich alle aufgezählt hatte, lacht sie und und die Termindame meinte: "dann kommen sie einfach Montag her und suchen sich jemanden aus..." Alles klar, ich nehme den, der als erstes Zeit hat. Das hat das letzte Mal auch schon super geklappt. 

Im Übrigen war Frau Doktor sehr froh, dass die Gerinnungsuntersuchung ein Ergebnis gebracht hat. Und auch, dass ich es nicht in der Kiwu hab testen lassen. Denn dort testen sie nur die Standardsachen - und davon habe ich kein einziges. Dafür aber halt mein sehr, sehr seltenes Sticky-Platelet-Syndron - sie meinte sehr ehrlich: "Das hätten wir nicht gefunden." Mir wurde wieder bewusst, welch ein Glück ich mit meiner Gerinnungspraxis habe. Auf meine Frage, ob das wirklich so selten sei, meinte Frau Dr.: "Ja, sehr selten". Ich: "Haben Sie noch mehr Frauen, die das haben hier?" Frau Dr.: "Nein, sie sind die Einzige. In den 15 Jahren, in denen ich hier bin, sind Sie wenn es hochkommt, die Fünfte vielleicht. Es wird aber auch sehr selten gefunden...."

Nach einer halben Stunde verließ ich also mit meinen Rezepten sehr erleichtert die Klinik. Schnell rüber zur Apotheke, schließlich war ich schon 3 Stunden aus dem Büro raus. Die nette Apothekerin packte mir alles ein, ich fragte nach Kopien für die Kasse und gab ihr meine EC-Karte. "Das macht dann sechsundreissigneunundvierzig, bitte." Mein Kopf ruckelt wie der eines Truthahns. Sechsundreissigneunundvierzig? Da stimmt was nicht. Ich weise die nette Apothekerin draufhin, dass das mindestens 10 mal so viel sein müsste. Na prima, die Kiwu hat den richtigen Paragraphenstempel vergessen. Also wieder zurück, Stempel holen und nochmal in die Apotheke. 

Es ist viertel nach eins, brütend heiß, ich fließe davon. Dann denke ich an die Medis. Wenn die zwei Stunden in dieser Hitze im Auto sind, sind all die schönen chinesischen Hamsterhormone für die Katz. Ich frage nach: "Äääähm, wie ist das eigentlich mit den Medikamenten bei dieser Hitze?" "Wie lang fahren Sie denn?" "Also normalerweise 20 Minuten, aber für den Hinweg hab ich 2 Stunden gebraucht. Und ich muss erst ins Büro und dann noch nach Hause." "Ach, da gebe ich Ihnen eine Kühltasche mit. Kein Problem." Ja, das ist doch Service. Schließlich habe ich gerade fast 450 Euro da gelassen. Ich bekomme also eine Kühltasche inklusive Kühlakku und packe mein Hormonequipment ein. Tatsächlich brauche ich für die Rückfahrt ins Büro nur 50 Minuten. 

Nun bin ich gespannt, was die TCM-Tante am Freitag sagt, wenn ich schon wieder in der ICSI stecke. Denn sie hatte mir ja zu Juli geraten - allerdings war das vor der Gerinnungserkenntnis. Und auch wenn sie nicht glaubt, dass das allein der Schlüssel ist und ich ja keinen "Druck" hätte mit "erst 36" - ich bin die, die diese Entscheidung trifft und ich fühle, dass es richtig ist. Und so jage ich mir nachher die erste Ladung Gonal in die Plauze. Hurra!

ICSI Nr. 2 - manches ändert sich nicht, anderes schon

Es ist kaum zu glauben, aber klammheimlich habe ich mich in ICSI Nr. 2 geschlichen. Ob oder ob nicht, habe ich das Schicksal entscheiden lassen. Wenn die Mens vor Sonntag gekommen wäre, wäre es wohl bei Juli geblieben. Allerdings passte uns das terminlich überhaupt nicht, einerseits jobtechnisch, andererseits wäre PU und TF in die Woche der Hochzeit meiner Schwester gefallen. Und das wäre logistisch nicht möglich gewesen - so hätten wir bis Ende August warten müssen. Außerdem wäre mir das wirklich zu lang gewesen. Deshalb war ich unendlich glücklich, als die Mens erst am Sonntag kam. Heute hatte ich mein Anfang Mai terminiertes Plangespräch - hach, das passte doch perfekt. Selbst der Sturm, der gestern die Großstadt, in der meine Uniklink ist, ziemlich verwüstet hat, hat mich nicht davon abgehalten, diesen Termin wahrzunehmen. Was waren schon meine 2 Stunden Fahrzeit (für 12 Kilometer)? Während ich im Wartezimmer saß, hörte ich ganz andere Dimensionen: 4 Stunden Fahrtzeit, sogar 7 Stunden. Andere Patienten sind 50 km mit dem Rad gefahren, weil das besser ging als mit dem Auto. Da waren 2 Stunden doch nix. 

Vor allem, weil Frau Doktor überhaupt keine Bedenken hatte zu starten. "Oh, dann müssen wir aber heute direkt anfangen zu spritzen...." Naja, war das letzte Mal nicht anders. Eierstöcke und Gebärmutter sehen prima aus. Wir bleiben auch bei der gleichen Dosierung der Stimu: 100 Einheiten Gonal F. Nächsten Montag ist Ultraschall und Blutabnahme und ich rechne mit Punktion am 23.6. oder 24.6. - das wäre jedenfalls der gleiche Zeitplan wie beim letzen Mal.

Was wird dieses Mal anders sein? 

1. Wir werden die Schätze nach Möglichkeit nicht schon an P+2 zurückholen, sondern es, wenn möglich, mit Blastos versuchen. Wir hoffen darauf, dass sind mindestens 5 befruchten lassen, die wir kultivieren könnten. Falls tatsächlich mehr übrig bleiben sollten, werden diese eingefroren. Die anderen "5" würden im Embryoskop kultiviert und beobachtet werden. Sollten es mehr als 2 bis zur Blasto schaffen, würden diese vitrifiziert werden - der sogenannte "deutsche Mittelweg". 

2. ASS und Heparin werden ebenfalls eine Rolle spielen. Was ich wie genau dosieren muss, kläre ich morgen mit meinem Gerinnungsprofessor. 

3. Vitamin D - wird umdosiert. Statt 20.000 Einheiten Dekristol nehme ich jetzt 4000 Einheiten Vigantoletten täglich. Der Vitamin D-Spiegel ist gerade am unteren Normwert, Vigantoletten sind jedoch auch in der Schwangerschaft in dieser Dosierung unproblematisch. 

Der Ultraschall wird am 16.06. sein - ein Montag. Montag ist Frau Doktor nicht im Haus und fragte, wen von ihren Kollegen ich denn schon kenne, dem sie mich anvertrauen könne. Nachdem ich so ziemlich alle aufgezählt hatte, lacht sie und und die Termindame meinte: "dann kommen sie einfach Montag her und suchen sich jemanden aus..." Alles klar, ich nehme den, der als erstes Zeit hat. Das hat das letzte Mal auch schon super geklappt. 

Im Übrigen war Frau Doktor sehr froh, dass die Gerinnungsuntersuchung ein Ergebnis gebracht hat. Und auch, dass ich es nicht in der Kiwu hab testen lassen. Denn dort testen sie nur die Standardsachen - und davon habe ich kein einziges. Dafür aber halt mein sehr, sehr seltenes Sticky-Platelet-Syndron - sie meinte sehr ehrlich: "Das hätten wir nicht gefunden." Mir wurde wieder bewusst, welch ein Glück ich mit meiner Gerinnungspraxis habe. Auf meine Frage, ob das wirklich so selten sei, meinte Frau Dr.: "Ja, sehr selten". Ich: "Haben Sie noch mehr Frauen, die das haben hier?" Frau Dr.: "Nein, sie sind die Einzige. In den 15 Jahren, in denen ich hier bin, sind Sie wenn es hochkommt, die Fünfte vielleicht. Es wird aber auch sehr selten gefunden...."

Nach einer halben Stunde verließ ich also mit meinen Rezepten sehr erleichtert die Klinik. Schnell rüber zur Apotheke, schließlich war ich schon 3 Stunden aus dem Büro raus. Die nette Apothekerin packte mir alles ein, ich fragte nach Kopien für die Kasse und gab ihr meine EC-Karte. "Das macht dann sechsundreissigneunundvierzig, bitte." Mein Kopf ruckelt wie der eines Truthahns. Sechsundreissigneunundvierzig? Da stimmt was nicht. Ich weise die nette Apothekerin draufhin, dass das mindestens 10 mal so viel sein müsste. Na prima, die Kiwu hat den richtigen Paragraphenstempel vergessen. Also wieder zurück, Stempel holen und nochmal in die Apotheke. 

Es ist viertel nach eins, brütend heiß, ich fließe davon. Dann denke ich an die Medis. Wenn die zwei Stunden in dieser Hitze im Auto sind, sind all die schönen chinesischen Hamsterhormone für die Katz. Ich frage nach: "Äääähm, wie ist das eigentlich mit den Medikamenten bei dieser Hitze?" "Wie lang fahren Sie denn?" "Also normalerweise 20 Minuten, aber für den Hinweg hab ich 2 Stunden gebraucht. Und ich muss erst ins Büro und dann noch nach Hause." "Ach, da gebe ich Ihnen eine Kühltasche mit. Kein Problem." Ja, das ist doch Service. Schließlich habe ich gerade fast 450 Euro da gelassen. Ich bekomme also eine Kühltasche inklusive Kühlakku und packe mein Hormonequipment ein. Tatsächlich brauche ich für die Rückfahrt ins Büro nur 50 Minuten. 

Nun bin ich gespannt, was die TCM-Tante am Freitag sagt, wenn ich schon wieder in der ICSI stecke. Denn sie hatte mir ja zu Juli geraten - allerdings war das vor der Gerinnungserkenntnis. Und auch wenn sie nicht glaubt, dass das allein der Schlüssel ist und ich ja keinen "Druck" hätte mit "erst 36" - ich bin die, die diese Entscheidung trifft und ich fühle, dass es richtig ist. Und so jage ich mir nachher die erste Ladung Gonal in die Plauze. Hurra!

Mittwoch, 4. Juni 2014

Das echte Leben

Am vergangenen langen Wochenende habe ich einen Ausflug gemacht. Einen Ausflug in die Welt außerhalb der Kinderwunschwelt. Ich habe Freunde getroffen, für die das Kinderthema aus verschiedensten Gründen nicht aktuell ist. Jedenfalls für den Großteil. Wir waren nicht in der Minderheit der Kinderlosen, wir waren die Mehrheit. Die absolute Mehrheit. Das ist für mich als Kinderwunschfrau schon echt eine Seltenheit. 

Ich habe lauter Dinge getan, die meiner Gesundheit eigentlich nicht gut tun: viel (sehr viel) leckeren Erdbeerlimes (natürlich selbstgemacht) getrunken, hach, das waren im Grunde flüssige Erdbeeren. Sehr böse, weil: ungekochtes Obst, viel Zucker und obendrauf noch Alkohol. Wahrscheinlich krieg ich morgen bei der Zungendiagnostik meiner TCM-Tante ein Kopfschütteln und ein Stirnrunzeln. Aber manchmal muss man auch einfach mal LEBEN!

Mit dem Alkohol war es allein nicht getan, ich habe natürlich auch noch lauter böse, böse Sachen gegessen: Pommes und Salat (böse weil roh) und Eis (mehrfach) und Schokolade und Kekse. Was Böses vom "Goldenen M". Da kann wahrscheinlich die Schüssel warme Haferflocken zum Frühstück auch nichts mehr reißen, vermute ich. 

Wir haben rumgehangen, Sonne und Sauna genossen, gelacht und gelästert und manchmal mussten wir sogar unseren Anstand suchen, haben ihn zum Glück aber meist schnell wieder gefunden. Es war eine Erwachsenenwelt mit Erwachsenenthemen - es ging um mehr als um volle Windeln und welcher Nucki der Beste ist, es ging um Politik und Weltanschauungen und manchmal ging es auch nur um die Ansichten über Intimrasur. 

So ein Ausflug tut echt gut und hilft mir, in diesem ganzen Kinderwunschzirkus nicht abzudrehen. Zu sehen, dass ich auch dieses "andere" Leben habe. Mit Freunden, die ganz ungefangen mit mir umgehen, weil sie nicht wissen, dass ich eine "Zweigeteilte" bin. Oder die es wissen, mir aber nicht das Gefühl geben, dass ich diesen Stempel "arme Kinderlose" trage. Oder die, die mir immer das Gefühl gibt, unglaublich stark zu sein, alles schaffen zu können, die mir versichert, dass die Kraft in mir liegt, auch wenn ich davon selbst nicht überzeugt bin.  

Zwei Welten - zwei Leben - in jedem unglaubliche Momente - jetzt fehlen nur noch zwei Linien.

Das echte Leben

Am vergangenen langen Wochenende habe ich einen Ausflug gemacht. Einen Ausflug in die Welt außerhalb der Kinderwunschwelt. Ich habe Freunde getroffen, für die das Kinderthema aus verschiedensten Gründen nicht aktuell ist. Jedenfalls für den Großteil. Wir waren nicht in der Minderheit der Kinderlosen, wir waren die Mehrheit. Die absolute Mehrheit. Das ist für mich als Kinderwunschfrau schon echt eine Seltenheit. 

Ich habe lauter Dinge getan, die meiner Gesundheit eigentlich nicht gut tun: viel (sehr viel) leckeren Erdbeerlimes (natürlich selbstgemacht) getrunken, hach, das waren im Grunde flüssige Erdbeeren. Sehr böse, weil: ungekochtes Obst, viel Zucker und obendrauf noch Alkohol. Wahrscheinlich krieg ich morgen bei der Zungendiagnostik meiner TCM-Tante ein Kopfschütteln und ein Stirnrunzeln. Aber manchmal muss man auch einfach mal LEBEN!

Mit dem Alkohol war es allein nicht getan, ich habe natürlich auch noch lauter böse, böse Sachen gegessen: Pommes und Salat (böse weil roh) und Eis (mehrfach) und Schokolade und Kekse. Was Böses vom "Goldenen M". Da kann wahrscheinlich die Schüssel warme Haferflocken zum Frühstück auch nichts mehr reißen, vermute ich. 

Wir haben rumgehangen, Sonne und Sauna genossen, gelacht und gelästert und manchmal mussten wir sogar unseren Anstand suchen, haben ihn zum Glück aber meist schnell wieder gefunden. Es war eine Erwachsenenwelt mit Erwachsenenthemen - es ging um mehr als um volle Windeln und welcher Nucki der Beste ist, es ging um Politik und Weltanschauungen und manchmal ging es auch nur um die Ansichten über Intimrasur. 

So ein Ausflug tut echt gut und hilft mir, in diesem ganzen Kinderwunschzirkus nicht abzudrehen. Zu sehen, dass ich auch dieses "andere" Leben habe. Mit Freunden, die ganz ungefangen mit mir umgehen, weil sie nicht wissen, dass ich eine "Zweigeteilte" bin. Oder die es wissen, mir aber nicht das Gefühl geben, dass ich diesen Stempel "arme Kinderlose" trage. Oder die, die mir immer das Gefühl gibt, unglaublich stark zu sein, alles schaffen zu können, die mir versichert, dass die Kraft in mir liegt, auch wenn ich davon selbst nicht überzeugt bin.  

Zwei Welten - zwei Leben - in jedem unglaubliche Momente - jetzt fehlen nur noch zwei Linien.