Donnerstag, 20. Februar 2014

Wenn ich könnte, wie ich wollte

Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich dir so viele von meinen Eier schenken, wie du brauchst, um deinen Traum wahr werden zu lassen.

Doch die, die meinen, sie müssten uns schützen, weil die "Belastung" zu groß ist, wissen nicht, wie groß die Belastung ist, sich etwas zu wünschen, von dem man nicht weiß, ob man es je bekommt. 

Sie tragen nicht deine Last, sie tragen nicht meine. 

Doch du bist mutig. Du bist stark. Wenn du Angst hast, höre ich dir zu, bin ich da für dich. Das können sie uns nicht verbieten. 




Mittwoch, 19. Februar 2014

Akupunktur, die Zweite und ein Deja-vu.

Ich gebe zu, nicht sehr abwechslungsreich hier im Moment. Ich will auch nicht über jede einzelne Akupunktursitzung hunderte Worte verlieren. Aber - ja, gut, jetzt kommt das große ABER: 

ich war mir sicher, dass mir Akupunktur gut tun würde. Doch ich hätte nicht gedacht, dass ich während der Sitzungen spüre, dass da was passiert. 

Das letzte Mal hatte ich zwei Nadeln in der rechten Hand und dort löste sich so ein schmerzhafter, kleiner Knoten nach ein paar Minuten einfach auf. Nicht direkt an der Nadel, aber in der Nähe. 

Dieses Mal waren links im Handgelenk zwei Nadeln. Und während ich da lag, spürte ich einen ziemlich schmerzhaften Knoten außen am Ellbogengelenk. Ich konzentrierte mich auf diesen Schmerz und mir wurde bewusst, dass der Knoten genau da sass, wo meine eine, einzige gute Vene zum Blutabnehmen ist. Und die wurde in den letzten 1,5 Jahren ganz schön strapaziert. Und der Schmerz löste sich auf, kribbelte, wurde warm und der Arm war ganz schwer. 

Ich kann leider nicht beurteilen, ob ich mehr Energie habe seit ich dort hingehe und den Tee trinke. In den letzten zwei Wochen waren hier einfach zu viele Termine. Trotzdem, einen Sonntag lang habe ich meinen kompletten Kleiderschrank ausgemistet, den zweiten ziemlich viel genäht. Mal wieder, nach langer Zeit. 

Die Mens kann sich übrigens nicht richtig durchringen. Schmierblutung an ZT 33 - das hatte ich lang nicht mehr. Ausgerechnet, wo ich jetzt für die TCM zumindest einen Zyklus lang mal eine Tempikurve führen soll, nur, damit Dr.TCM eine Einschätzung vornehmen kann. 

Ovu's soll ich auch nochmal nehmen, um den Eisprung zu bestimmen. Irgendwie bin ich wieder da, wo ich schon mal war ... Deja-vu... Ich wollte ja eigentlich keine mehr kaufen, habe aber noch jede Menge Stäbchen vom Persona. Wenn ich das richtig recherchiert habe, kann ich die auch "zweckentfremden", ich muss ja nur wissen, ob da irgendwo ne zweite Linie auftaucht, oder? Bitte korrigiert mich, falls ich falsch liege. 

Sonntag, 16. Februar 2014

Was 17 kleine Nadeln so ausmachen können

Am Freitag morgen hatte ich meinen ersten Akupunktur-Termin. Fahrerei, Parkplatz, alles klappte bestens. Mit meinem Buch saß ich um 7:30 Uhr also ganz entspannt im Wartezimmer. Dann endlich war es soweit. Die Sprechstundehilfe führte mich in einen kleinen Raum: eine Liege, ein Stuhl, eine Decke, ein Spiegel und ein großes Poster über die Akupunkturpunkte des Menschen. Dann sollte alles bis auf die Unterwäsche ausziehen, allerdings durfte ich dann doch das T-Shirt anbehalten, als Frau Doktor kam, so war es nicht ganz so frisch. Sie fragte als erstes, seit wann ich die Kräuter nehmen würde und an welchem Zyklustag ich wäre. Die Kräuter nehme ich ja nun schon eine Woche und erstaunlicherweise habe ich noch überhaupt keine Anzeichen von PMS gemerkt - das war mir selber gar nicht aufgefallen, bis sie mich danach fragte. Dann begann sie mit der Akupunktur. 6 Nadeln im Rücken, dann durfte ich mich hinlegen - die Nadeln lagen flach an, ich habe sie garnicht gemerkt. Jeweils eine vorne auf den Fuss, eine innen am Knöchel und eine am Knie. Dann eine am Bauch, eine rechts in die Hand und je innen an jedes Handgelenk. Zum Schluss noch eine auf die Nasenwurzel. Die Kombination von Fussknöchel und Knie ist eine Verbindung für die "emotionale Entspannung", sie warnte mich vor, dass es manchmal dazu kommen könne, dass man losweint - nur damit ich mich nicht erschrecke, falls es doch passiert. Dann deckte sie mich zu, schaltete das Licht aus und ich durfte mich 30 Minuten entspannen. Super - dafür bin ich um 5:30 Uhr aufgestanden, damit ich mich um 7:30 Uhr 40 km von zuhause entfernt einfach ein bisschen entspanne... hihi. 

Dann lag ich da. Fand mich ziemlich entspannt, die Nadeln spürte ich nicht. Aber ich hatte irgendwie das Gefühl, als ob da etwas durch mich durch fliesst. In meiner rechten Hand war eine Stelle wie ein kleiner Knoten, es war kein Schmerz, aber ich merkte, dass dort etwas passierte. Es prickelte in der Hand, ich merkte, wie sie warm wurde und der Knoten sich langsam auflöste. Das klingt jetzt vielleicht total bescheuert, aber es war wirklich so. 

Während ich da also so auf dem Rücken lag und dachte, ich bin locker, merkte ich, dass es eben doch nicht so war. Meine Beine waren angespannt. Ich lockerte sie und war erstaunt, wie verkrampft sie doch waren. Also ließ ich bewusst locker. Nach einer Weile merkte ich, dass ich sie schon wieder angespannt hatte. Ich musste sie wieder bewusst lockern. Dass ging ein paar Mal so, wie oft, weiß ich nicht. Ich merkte nur, dass ich sie nach einer Weile nicht mehr lockern musste, weil ich es nicht konnte. Sie waren ganz locker. 

Da wurde mich erstmal bewusst, dass ich tief "drinnen" viel unentspannter war, als ich gedacht hätte. Trotzdem der Kopf noch arbeitete, die Nadeln funktionierten. Ich fing langsam an, diesen Zustand zu genießen. Doch nicht nur dass, in meinem Augenwinkel sass ein kleines Tränchen. Nicht, dass ich geheult hätte oder aber bewusst versucht hätte, es zu verhindern. Es wollte einfach nicht weg von mir, aber es zeigte mir, dass da innen noch viel mehr im Argen ist. Und endlich ist da jemand, der mir diesen Druck nimmt und mir nicht immer nur sagt: "du musst dich entspannen", sondern mir zeigt, wie "Entspannung" sich überhaupt anfühlt. Denn scheinbar kannte ich dieses Gefühl bisher gar nicht!

Montag, 10. Februar 2014

Kunterbuntes aus dem Alltag einer Kinderwunschfrau

Ich habe gerade so viele verschiedene Dinge auf meiner To-Tell-Liste, denn obwohl hier scheinbar nichts zu passieren scheint, passiert ganz schön viel. Und so drücke ich euch das heute einfach mal als "Kunterbuntes" aufs Auge: 

1. ist am Freitag die Rechnung für die ICSI gekommen - also, der Teil der in der Kiwu stattfand. Medikamente lagen ja ungefähr bei 200 Euro. Jetzt also die Rechnung für Auftauen und Transfer. Auch noch einmal 200 Euro. Ich war ganz verblüfft, denn auf dem Infobogen war das ganze mit ca. 350 Euro angegeben. Hurra, welche Freude, wir liegen ordentlich drunter! Besonders, weil dieser Monat durch den Beginn der TCM-Therapie ziemlich teuer wird. Tja, und dann trudelte heute noch eine Rechnung ins Haus. 92 Euro für Ultraschall, Blutabnehmen, Behandlungsplan etc. Mal sehen, ob es dabei bleibt oder ob wir doch noch auf die 350 kommen.

2. am Samstag konnte ich dann die chinesischen Kräuter bei den Nachbarn abholen. Zwei kleine Plastikbehälter mit Dosierlöffel. Inhalt: bräunliches, krümeliges Granulat. Riecht ein bisschen komisch. Auf den Dosen stehen die genauen Inhaltsstoffe, natürlich alles in Latein. Eine Stunde habe ich am Nachmittag damit verbracht, zu googl*n, was ich dort genau zu mir nehmen soll, 2 mal täglich 3 Dosierlöffel voll in Wasser auflösen und als Tee trinken. Es sieht nicht besonders appetitlich aus, das muss man mal ehrlich sagen. Und es riecht wie Kuhfladen. Zum Glück ist Honig erlaubt - sonst würde ich es wohl nicht runterkriegen. Mittlerweile ist Montag und ich habe mich dran gewöhnt. Mir ist klar, dass nach 2 mal trinken noch nicht viel passieren kann - ABER ich habe gestern nachmittag meinen kompletten Kleiderschrank aus- und aufgeräumt. Das habe ich mit schon seit WOCHEN vorgenommen. Aber gestern hatte ich endlich genug Energie - und das, obwohl ich schon 6 Körbe Wäsche gebügelt hatte.

3. muss ich wohl mein Cycoltest-Baby wieder rauskramen. Ganz am Anfang, als es ungefähr ein Jahr nicht so geklappt hatte, hatte ich mich noch in der irrigen Hoffnung gewägt, dass wir immer nur den falschen Zeitpunkt erwischt hätten. Also wollte ich meinen Zyklus besser kennen lernen und habe mir für einen Haufen Kohle so einen Zyklus-Computer zugelegt. Ich fand es sehr praktisch, dass es sich die Messzeit merkte und mich dann jeden Morgen leise weckte. Die Daten konnte ich per USB-Kabel auslesen und das Datenblatt per PC erstellen. 5 Monate habe ich den ganzen Zirkus gemacht, dann das Ding in die Ecke gepfeffert. Ich bin aus meinen Kurven nicht schlauer geworden und habe es als unheimlichen Druck empfunden, diesen "Sex nach Plan". Nun soll ich für die TCM-Tante zumindest für einen Monat eine Tempi-Kurve machen, so richtig schön mit allem Pipapo. Wozu das gut sein soll? Um zu sehen, wie mein Zyklus ist für ein Fine-Tuning der Kräuter. Ovus brauch ich wohl auch wieder - zumindest für einen Zyklus. Ich erwarte mir ja keine großen Neuigkeiten, denn mittlerweile weiß ich selbst, wann der Eisprung ist. Im Gegensatz zu früher.

4. Es ist Mitte Februar. Eigentlich wäre ich jetzt hochschwanger und würde mit Kugelbauch durch die Gegend watscheln. Vielleicht läge ich auch gerade in den Wehen. Vielleicht wäre der Floh auch schon bei uns. Vielleicht wäre ER eine SIE. Ich habe ein bisschen Respekt vor den nächsten Wochen. Vor einem Treffen mit Freunden, bei dem auch Kleinkinder dabei sein werden. Die geballte Ladung hatte ich bisher noch nicht. Und ich habe ein bisschen Schiss, dass ich es nicht schaffe. Was mich den Termin nicht absagen lässt, sind die wenigen, aber so wichtigen Eingeweihten. Die, die mich auffangen und ablenken und aus der Gefahrenzone bringen werden. 

5. Mitte April. Der voraussichtliche Termin für die nächste Kryo. Denn die Eisbärchen haben nur bis Anfang Mai einen Mietvertrag für ihr kleines Iglu, länger will ich sie dort nicht lassen. Mitte April wird alles gut. Das ist mein Mantra. 

6. Ich fürchte, beim Abendessen ist mir ein Zahn durchgebrochen. Er hat eine ziemlich große, blöde Füllung und mein Zahnarzt sagte neulich, wir hoffen, dass er durchhält bis wir eine Krone machen können. Blöderweise beschleicht mich gerade die Ahnung, dass das wohl ein frommer Wunsch bleiben wird. 
 

 

Donnerstag, 6. Februar 2014

Ich bin schwächlich und habe ein Schleimproblem.

Klingt nicht toll, oder? Ich finde es trotzdem gut. Denn endlich habe ich mal das Gefühl, dass ein Arzt den ganzheitlichen Umfang meiner Gesundheitsproblematik durchschaut. Endlich bringt mal jemand alle diese Baustellen zusammen und tut sie nicht als "Wehwehchen" ab. Meine drei großen Baustellen Stoffwechsel, Kinderwunsch und PCO und Migräne - alles wird angegangen. Mein Körper läuft sozusagen auf Sparflamme - er hat genug damit zu tun, meine wenigen Energien dazu zu verwenden, mich halbwegs am "laufen" zu halten. Ich kann das leider alles nicht so logisch wiedergeben, wie Dr. TCM mir das erklärt hat, aber es lässt sich so zusammenfassen: meine Energiereserven müssen wieder aufgefüllt werden, der Körper wieder ausbalanciert werden und ins Gleichgewicht zurückgebracht werden. Alles kam zur Sprache: meine ständige Erschöpfung/Müdigkeit, die Schlafprobleme, das ständige innerliche Frieren, die Paradontose-Schwierigkeiten, die Magen-Darm-Stoffwechselprobleme, PMS, PCO, die fehlgeschlagenen KB-Versuche, die Fehlgeburt, Migräne, die ständige Angespanntheit, Trauer, Verluste, ... einfach alles. Der ganze Teufelskreis, in dem ich seit Jahren feststecke.

Also kriege ich jetzt das volle Programm und deshalb habe ich jetzt ab nächster Woche ein mal wöchentlich Akupunktur. Wir werden versuchen, eine Ernährung zu finden, die meinem Körper Energie gibt, ohne ihn zusätzlich zu belasten. Zusätzlich wird eine speziell für mich zusammengestellte Mischung chinesischer Kräuter erarbeitet - auch hier müssen wir auf den schwachen Magen Rücksicht nehmen - einige der normalen Kinderwunschkräuter greifen nämlich den Magen ein bisschen an und die sind natürlich nichts für mich. 

Um den Eisbärchen also eine reele Chance zu geben, werden wir die Kryo nach Möglichkeit erst Ende April machen - bis dahin sollte die TCM-Unterstützung hoffentlich schon Wirkung zeigen. Wenn mein Körper darauf so gut reagiert wie auf die Homöopathie, wäre das so großartig für mich. Ich wünsche mir nichts mehr, als endlich wieder genug Energie zu haben, für all das was ich gern tun würde und einfach im Moment nicht schaffe. 


Sonntag, 2. Februar 2014

Kinderwunsch ist wie Fussball

Im Kinderwunsch ist es wie beim Fussball. Das ist mir neulich klar geworden, als ich ein Interview mit meinen Lieblingstrainer gesehen habe. Plötzlich wurde mir bewusst, dass es ganz viele Parallelen es zwischen Kinderwunsch und Fussball gibt: 

Sieg und Niederlage. Trainer, Betreuer, Spieler. Ärzte, Fachkräfte, Kinderwunschpaar. Spielfeld und Kinderwunschklinik. Englische Woche und Stimulation. Trainingslager und Pausenzyklen. Elfmeterschießen und Warteschleifenkrimis. Champions-League-Sieg und Positiv. Champions-League-Niederlage und Negativ. Nach einer Niederlage immer wieder aufstehen, denn der nächste Gegner, das nächste Spiel, der nächste Versuch oder die nächste Diagnose kommen ganz sicher. Der Wunsch, der Ehrgeiz, das große Ziel zu erreichen. Besonders, wenn man nur "Außenseiter"-Chancen hat. Wenn man das Gefühl hat, alle wechseln zu Bayern München, holen Meisterschaften, Triples, Champions-League-Titel, so easy-peasy. Plopp, schon wieder eine Verwandte/Freundin/Bekannte/Arbeitskollegin schwanger.  

Motivation. Selbstmotivation. Ehrgeiz. 

Und Enttäuschungen. Wie können wir damit umgehen? Ist es besser, nicht so viel zu erwarten, um nicht enttäuscht zu werden? Nein, das ist nicht meine Art. Ich will immer alles geben - wenn ich enttäuscht werde, weiß ich aber, ich habe versucht, mein Bestes zu geben. Ich will den Pott holen!

"Das Letzte, das ich sein will, ist so ein guter Verlierer. Wenn man alles haben will und gar nichts bekommt, funktioniert das nicht ohne Enttäuschung. Zu dieser Enttäuschung muss man bereit sein. Denn wenn man ein bisschen weniger will, macht es nichts, wenn man nicht so viel bekommt. Das tut dann nicht so weh. Aber wir pushen uns dahin, dass wir jedes Mal komplett auf Sieg gebürstet sind. Und wenn es dann nicht klappt, fühlt es sich dementsprechend scheiße an." (Jürgen Klopp)