Dienstag, 27. August 2013

Statistikschmunzler #2

Nach längerem heute mal wieder ein bisschen was zum schmunzeln. 
Leider schneidet blogspot bei längeren Einträgen immer den Text ab, so dass ich ein bisschen tricksen muss und trotzdem immer noch nicht weiß, ob ich "alles" erwischt habe... wer weiß, woran das liegt, ich freu mich über Feedback :)


Also hier meine gesammelten Werke...

1.) mit leichtigkeit schwanger werden ---- wenn ich wüsste, wie das geht, gäb es diesen Blog nicht...

2.) blog auf zum zweiten glück ---- Häh? Im Ruhrpott würde man wohl fragen: Glück auf zum zweiten Blog oder so...

3.) hals mit linien ---- keine Ahnung, was das mit meinem Blog zu tun hat. OK, die Linien, ja versteh ich. Nen Hals hab ich auch... aber die Kombi...

4.) baby pipiwindel stinkt ---- ach, echt???

5.) fehlgeburt sperma schuld ---- also, bei mir nicht.

6. ) blogspot schwanger ---- sowas, schon wieder eine(?) schwanger und ich habs nicht gemerkt...

7. ) tampontest schwanger ---- he, Mädels, gebt nicht so viel Geld für Schwangerschaftstests aus! Testen mit Tampons geht offensichtlich auch und ist auch vieeel billiger - LOL


 

Sonntag, 25. August 2013

Bilanz und Vorschau

Nächste Woche sind der Herzensmann und ich zehn Jahre ein Paar. Dreizehneinviertel Jahre befreundet. Seit vier Jahren verheiratet. Wir haben viele, wirklich schlimme Krisen zusammen durchgestanden und alle Krisen haben uns enger zusammengeschweißt. 

Im letzten Jahr habe ich, als es mir kinderwunschtechnisch sehr, sehr schlecht ging, zu einem guten Freund gesagt, dass ich Angst habe, dass der Kinderwunsch uns als Paar überfordert, dass ich Angst habe, dass wir diese Krise nicht überstehen, weil es jeden von uns voll fordert. 

Nun  haben wir die bisher schönsten und dann schrecklichsten Momente unserer Kinderwunschzeit erlebt und wir haben es gemeinsam durchgestanden, sind uns näher als zuvor und meine Ängste stellen sich als unberechtigt heraus. Glücklicherweise. 

Wenn ich dann so schaue, steht auf der Verlustseite so einiges, aber unterm Strich steht bei Haben ein dickes Plus. 


Nun habe ich ja bis zum ersten unterstützten Versuch ein bisschen Zeit, meinen Körper wieder ins Lot zu bringen. Gestern habe ich mich mal wieder auf die Waage getraut. Es war - in Anbetracht der Tatsache, dass ich seit dem Urlaub wirklich nur gegessen habe, wonach mir war - nicht sooo schlimm wie befürchtet. Nichtsdestotrotz, der Speckbauch ist wieder da, nicht so schlimm wie letztes Jahr, aber doch zu viel. Generell und gerade bei PCO. Also werde ich mich in den nächsten Wochen wieder mehr mit meiner Ernährung beschäftigen - mit LOGI habe ich im letzten Jahr gute Erfahrungen gemacht, auf amerikanischen Seiten bin ich aber auch auf ein Ernährungskonzept speziell für PCO-Geplagte gestossen, das eine Frau entwickelt hat, die selbst mit PCO und unerfülltem Kinderwunsch zu tun hatte. Mal schauen, was ich dort so für mich finde - ich werde euch auf jeden Fall daran teilhaben lassen...



Mittwoch, 21. August 2013

Ab morgen ist wieder Alltag

Heute ist mein letzter Bummel-Tag zuhause. Ab morgen geht es wieder ab ins Büro, ab in den Alltag. Ich bin froh, dass ich erstmal mit 2 Arbeitstagen starte. Ein komisches Gefühl nach 3,5 Wochen zuhause. Aber ich denke, es ist Zeit - auch wenn ich keine Lust habe, das liegt aber nicht an der Kinderwunschsituation, sondern an der Situation im Job.

Rückblickend kann ich sagen, ich gehe "heil an Körper und Seele" aus diesem Erlebnis hervor. Es war wichtig, dass ich mir die Zeit für mich genommen habe und ich würde es jederzeit wieder so machen.

Wir werden uns jetzt erstmal so weiter machen, uns nicht stressen und dem Zyklus Zeit geben, sich zu erholen. Auch die Pfunde, die ich bei der zugegebener Maßen nicht PCO-gerechten Ernährung, angefuttert habe, würde ich gern wieder los werden. Also heißt es zurück zur LOGIschen Ernährung und weg von Zucker, Süsskram und Schokolade.

Mit meiner lieben Kinderwunschärztin habe ich auch gemailt und über die neuesten Entwicklungen informiert. Sie sieht ebenfalls - wie ihre Vertretung - die bisherige Entwicklung als gut an und meint, wir haben wirklich gute Chancen. Wir haben jetzt einen neuen Termin für ein Plangespräch am 22. Oktober und dann werden wir Ende Oktober/Anfang November mit unserer ersten ICSI starten. So wie es aussieht, machen wir wohl ein Sommerbaby ... ich freu mich schon auf Kindergeburtstage mit Plantschbecken, Wasserschlachten und eisverschmierten Mündern ...

Sonntag, 18. August 2013

Wie Phönix aus der Asche

Der Phönix (lat. Phoenix) ist ein mythischer Vogel, der verbrennt, um aus seiner Asche neu zu entstehen. So jedenfalls erzählt es die Mythologie. Das Sprichwort "wie Phönix aus der Asche" beschreibt etwas, das schon verloren geglaubt wurde und doch wieder in neuem Glanz erscheint. 

Ein bisschen (mal abgesehen von meiner Haut) fühl ich mich im Moment wie ein Phönix aus der Asche. Ich hatte immer, während der gesamten bisherigen Kinderwunschzeit Angst, nicht schwanger zu werden und wenn doch, eine Fehlgeburt zu haben. Es war wie ein Damoklesschwert (ihr merkt, irgendwie bin ich seeeehr mythisch heute, ist sonst gar nicht mein Ding), das die ganze Zeit über mir schwebte. 

Jetzt sind vor einer Weile meine schlimmsten Befürchtungen und Ängste eingetreten. Unvorhersehbar. Nicht zu verhindern. 

Und ich habe mich der Situation gestellt, habe sie ausgehalten, sie gemeistert. Schmerz erlebt, Ohnmacht, Trauer, Verzweiflung. Gleichzeitig Hoffnung, Liebe und Stärke erfahren. Habe in mir etwas gefunden, was ich schon verloren gelaubt hatte und nun erscheint es in neuem Glanz. 

Der Floh mag nur winzig gewesen sein, nur einen gefühlten Wimpernschlag in dieser Welt, in unserem Leben und doch hat er unsere Welt für immer verändert.

Mittwoch, 14. August 2013

Schlimmer als mit 13

Meine Haut hat durch das Hormon-Chaos der letzten Wochen ganz schön Schaden genommen. Es ist nicht so, dass ich nie Pickel gehabt hätte. Schon in der Pubertät habe ich mich damit herumgeschlagen - während eine Freundin wirklich NIE einen einzigen Pickel hatte. Zum Glück wurde das dann irgendwann besser. Und ich habe keine bleibenden Schäden, Narben oder so, zurückbehalten. In den letzten Jahren hatte ich eigentlich immer alles ganz gut im Griff, selbst nach dem Absetzen der Pille. Teilweise sah meine Haut richtig toll aus. Jetzt sieht sie schlimmer aus als mit 13. Am Kinn und unter dem Hals bis hinunter aufs Dekoltee (Schreibweise lt. Herrn Duden - sieht doch echt komisch aus, oder?). Rote, entzündete Pickel, teilweise wirklich schmerzhaft. 

Gestern war ich bei der Kosmetikerin, ich hatte das Gefühl, ich brauche einen Profi. Die Behandlung hat sehr gut getan, es war total angenehm und entspannend. Da ich das erste Mal dieses Studio ausprobiert habe, habe ich angedeutet, dass diese akuten Probleme durch eine ziemliche Hormonumstellung in den letzten Wochen gekommen sind. Viel mehr brauchte ich nicht sagen, sie hat mich verstanden. Ich bekam Streicheleinheiten für Haut und Seele. Eine Stunde komplette Entspannung. Als ich hinterher in den Spiegel blickte, sah ich gut aus, ganz leichtes Tagesmakeup - so, dass ich mich auf die Straße traute. 

Doch gestern abend, nach der üblichen Gesichtsreinigung leuchteten mir wieder die roten Punkte entgegen. Klar, ich weiß, das muss erst alles abheilen. Aber ehrlich? Ich fühle mich schrecklich damit. Schlimmer als mit 13. Jetzt sitz ich hier und frag mich - was tun? Außer mildem Peeling und Reinigungszeug? Zinksalbe? Totes-Meer-Salz? Oder doch lieber Schüssler-Salbe? Und Salze? Benzaknon-Gel habe ich schon gegoogelt und gestrichen, ist mir zu heftig.

Man sagt ja, die Haut wäre der Spiegel der Seele. Im Moment glaube ich das nicht. Meine Seele hat das alles ganz gut überstanden. Mein Bauch auch. Meine Haut scheinbar nicht.

Dienstag, 13. August 2013

Alles ist gut

Gestern war der erstmal letzte Ultraschall. Alles ist gut. Frau Doktor Kira hat geguckt, getastet und geschallt. Es hat sich eindeutig gezeigt, dass mit der kleinen Geburt am letzten Mittwoch mein Körper alles wunderbar allein geschafft hat. Der Ultraschall sieht gut aus, nichts ist zurück geblieben - und das heißt: keine OP notwendig! Ich bin sehr erleichtert, obwohl mein Gefühl dieses Ergebnis nicht anders erwartet hat. Trotzdem war da noch ein Funken Unsicherheit. Auch die Blutung ist nur noch minimal. Ich hatte dann auch noch ein sehr gutes Gespräch mit ihr, in dem ich mich nochmal bedankt habe, dass sie mir die Möglichkeit gegeben hat, diesen Weg zu gehen statt mir sofort eine Einweisung für die Klinik zu geben. Sie meinte, das wäre zwar der häufig praktizierte Weg, aber sie habe bei mir das Gefühl gehabt, dass ich die Situation sehr gut einschätzen kann und verantwortungsvoll mit mir und meinem Körper umgehe und sie deshalb diesen Weg habe befürworten können. Sie war auch sehr interessiert daran, wie die Hilfe durch meine Hebi's aussah und hat sich das ebenfalls notiert. Ich hätte wirklich an keine bessere Urlaubsvertretung geraten können. 

Vorhin habe ich eine Mail an eine liebe Blogschwester beantwortet und beim Schreiben ist mir etwas sehr bewusst geworden und weil ich es nicht besser beschreiben kann, nehme ich mal den ganzen Absatz hier herein. "Mich hat diese Erfahrung nicht verzweifeln oder verbittern lassen, sondern hoffnungsvoll für die Zukunft gemacht. Ich glaube, dies ist der beste Weg für mich und für die zukünftigen Versuche. Mir hat es das Vertrauen in meinen Körper zurück gegeben, und ich gebe zu, das war zwischenzeitlich schon sehr arg erschüttert durch die lange Zeit, in der es nicht geklappt hat. Ich bin wieder eins mit mir und vielleicht war das genau das, was der Floh bewirken sollte oder wollte. Und wenn ich das so sehe, ist alles gut, wie es ist." 

Vielleicht denkt jetzt die ein oder andere "hach, das steckt sie einfach so weg, ob das wirklich alles so ist, steht auf einem anderen Blatt..." Aber falls das von "Außen" vielleicht so aussieht, dies ist nicht einfach ein Wegstecken oder Verdrängen. Mein Umgang mit diesem Ereignis ist nicht erst durch die letzten zwei, drei Wochen geprägt. Es war eine lange Reise bis hierher. Und vielleicht hole ich an dieser Stelle einfach mal ein bisschen aus - wer mag, darf mitgehen und versteht mich dann vielleicht ein bisschen besser. 


Exkurs: 
Wir gehen zurück. Ungefähr 10 Jahre plus minus ein bisschen. Ich bin gerade Patentante geworden. Ich freue mich wahnsinnig. Doch es ist auch ein bisschen Sorge dabei - denn mein kleines Patenmädchen ist nicht gesund. Ihre Mama musste seit Beginn der Schwangerschaft liegen, bekam starke Medikamente, um die Schwangerschaft zu halten. Wir wissen noch nicht genau, was die Kleine hat, es wird sich erst in 3 Monaten herausstellen, dass sie einen seltenen Gendefekt und diverse andere gesundheitliche Probleme hat. Doch erstmal freue ich mich auf den Moment, sie im Arm halten zu dürfen. Dazu muss ich doch ins Krankenhaus - 20 km von zu Hause entfernt - Säuglingsintensivstation. Ich komme an, werde vorgestellt als Patentante und darf mein Patenkind auf Weisung der Eltern jederzeit besuchen - auch allein. Die Schwestern sind sehr nett, ich muss mich desinfizieren, dann darf ich zu ihr. Sie ist winzig, lauter Kabel, Schläuche, alles piept um sie herum. Die Geräte machen mir Angst, ich habe Sorge, irgendetwas falsch zu machen, sie zu verletzen. Ich darf mich hinsetzen, bekomme sie auf den Oberkörper gelegt, darf sie halten, streicheln, riechen. Sie ist sehr süss, ich bin total stolz und verliebt. 

Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, sie ist zu 100% schwerstbehindert. Ihre Organe arbeiten nicht richtig, sie kann nicht sehen, kann nicht hören. Sie bekommt unheimlich viele Medikamente, richtige Hammer. Ich liebe sie, ich bin so gerne ihre Patentante, doch oft wünsche ich, sie würde sich nicht so quälen müssen. Sie so zu sehen zerreisst mir das Herz.

Leider werde ich von zwei sogenannten "Freundinnen" der Eltern - zwei alleinstehende Schwestern - die niemals Mann und Kinder haben werden, ausgebootet und als Patentante auf's Abstellgleis gestellt. Sie mischen sich dermaßen ein, dass ich nur noch als "Notnagel" herhalten darf. Ich versuche, mit den Eltern zu reden, aber sie verstehen es nicht. Die zwei alten Jungfern sind für sie eine bequeme Lösung. Der Kontakt wird weniger, bricht irgendwann ganz ab. Mein einziger Trost ist, dass mein Patenkind mich nicht vermissen kann, denn sie ist zu klein. Sie ist inzwischen zu den Sternen gegangen, doch in meinem Herzen wird sie immer einen festen Platz haben. 


Zurück im Jetzt: 

Es ist nicht so, dass ich sagen würde, ein behindertes Kind will ich nicht haben. Im Gegenteil - der Herzensmann und ich sind uns einig, würde uns z.B. ein Trisomie21-Risiko bekannt gemacht werden, würden wir diese Schwangerschaft nicht unterbrechen. Doch wenn der Körper selbst spürt, dass etwas nicht in Ordnung ist, dann lassen wir - wie in unserem Fall - der Natur ihren Lauf und werden nichts erzwingen. 

Auch wenn wir vielleicht durch eine "unterstützte Befruchtung" sprich ICSI der Natur ein bisschen auf die Sprünge helfen, das letzte Wort hat "Mutter Natur" - der letzte Rest ist immer auch ein bisschen Wunder, ein bisschen "Magic"! 






Montag, 12. August 2013

Mein Leben ist schön #2





Mein Wochenrückblick #2: 
Montag, 05.08.2013 - Sonntag, 11.08.2013

Montag: ein gutes Telefonat mit meiner Patentante geführt

Dienstag:etwas Schönes bei D*W*nd* bestellt

Mittwoch: genau zur richtigen Zeit 2 Seelentröster geschenkt bekommen

Donnerstag: für Nervenkitzel beim Autofahren gesorgt, weil der Sprit alle und die nächste Tanke ein bisschen entfernt war
Freitag: Essen beim Pizzamann bestellt und mein Lieblingsgericht ausserhalb der Karte geliefert bekommen

Samstag: unsterblich in ein Fahrrad verliebt

Sonntag: doch noch einen Griechen gefunden, der nicht in seiner Heimat urlaubt und geschlemmt


Alles in allem war es eine gute Woche. Ich habe so viel Aufmerksamkeit, Liebe und Unterstützung von allen Seiten erfahren. Ich habe gemerkt, dass ich tolle Menschen um mich habe. Ich habe einen großartigen Ehemann und ein geliebtes Sternchen. Und auch wenn ich das vielleicht nicht erwartet hätte, ich kann - vielleicht gerade nach dieser besonderen Woche - sagen: Mein Leben IST schön! 

Danke, Lene, für diese tolle, tolle Idee - sie funktioniert wirklich!

Sonntag, 11. August 2013

Vermischtes vom Sofa

Es ist schon komisch. Solange ich auf dem Sofa rumlümmel, geht's mir eigentlich ganz gut. Ich könnte Bäume ausreissen. Doch sobald ich meine, ich könne dies oder das tun, krieg ich umgehend die Quittung. Am Freitag habe ich auf der Suche nach einem Armbändchen, das ich vermutlich beim Schlafen verloren habe, das halbe Schlafzimmer umgekrempelt, weil ich totale Panik hatte, dass die Katze das Band gefressen hat. Der Anhänger war da, das Band verschwunden. Den Herzensmann habe ich nicht erreichen können und so habe ich die Matratzen aus dem Bett gewuchtet, sogar den Lattenrost hochgehoben. Zum Glück hatte der Herzensmann das Band nachts gefunden und in meine Sockenschublade getan, dort hätte ich im Leben nicht gesucht. 

Dann war ich mittags kurz einkaufen, zu Fuss, weil ich dachte, ein bisschen Bewegung täte mir gut. Der Einkauf wurde mehr als ich dachte und ich schleppte einen ziemlich vollen Beutel nach Hause. Dann habe ich noch das Sternchenkissen für den Herzensmann genäht und es ist wirklich schön geworden. Es hat ihm gut gefallen. So hat er jetzt auch ein wenig Streicheleinheiten für die Seele bekommen. Ich habe nämlich in den letzten Tagen so viele liebe Aufmerksamkeiten erhalten, dass ihm schon ein: "du kriegst so viele Geschenke und ich krieg nichts..." herausrutschte. Dafür hat er jetzt etwas von mir bekommen und ich glaube, das war ihm am liebsten so.

Abends bekam ich dann die Quittung für meine Aktivitäten. Das Ziehen im Bauch wurde wieder stärker, die Blutung auch. Also habe ich mich nochmal mit einer Buscopan aufs Sofa verkrümmelt. Statt wie geplant zu kochen haben wir Pizza bestellt. Nochmal in der Küche rumhüpfen wäre mir einfach zu viel gewesen. 

Während mich also in der Zeit vor der kleinen Geburt eher der emotionale Aspekt aufs Sofa gebannt hatte, ist es nun der physische. Meine Hebammen-Freundin sagte mir dazu etwas, was ich vorher überhaupt nicht bedacht hatte: eine kleine Geburt bringt auch immer ein kleines Wochenbett mit sich. Das ist wohl wahr. Wenn ich bedenke, was mein Körper in den letzten Tagen geleistet hat, welche hormonelle Achterbahnfahrt er hinter sich hat, dann ist es nur allzu verständlich, wenn jetzt nicht gleich alles wieder geht. Doch da man, anders als nach einer Geburt mit Baby eben nichts in den Händen halten darf, vergisst man das schnell. Dazu scheint jetzt noch eine Halsentzündung zu kommen, seit gestern merke ich dass es "dick" wird beim schlucken.

Morgen ist also der nächste Ultraschall. Ich hoffe auf gute Nachrichten, das würde bedeuten alles ist abgeblutet und ich muss mich keinem operativen Eingriff unterziehen. Übrigens - der Tag der Fehlgeburt zählt wohl schon wieder als erster Tag des neuen Zyklus. Irgendwie ein merkwürdiges Gefühl. Aber wenn alles gut heilt und die Ärztinnen ihr OK geben, wird es wohl eine ICSI im Oktober geben. Ein schönes Gefühl. Wirklich.

Gestern bin ich für eine Weile vom Sofa runter, der Herzensmann hat mich wieder in die Welt vor unserer Wohnungstür entführt. Er möchte sich ein Fahrrad kaufen. Beim radeln kann man nämlich wunderbar den Kopf frei kriegen. Unsere Räder haben wir - weil total verrostet und vergammelt, da sie jahrelang nicht gefahren wurden und im Schuppen standen  - im Frühjahr entsorgt. Also waren wir gestern nach Rädern schauen - und was soll ich sagen? Ich bin frisch verliebt. Hals über Kopf. In ein Fahrrad. In ein wunderwunscherschönes Fahrrad. Das Rad meiner Träume. Ich wäre sofort liebend gern aufgestiegen und ein paar Proberunden gefahren. Aber ich glaube, das wäre ein bisschen zu viel und zu früh gewesen. Doch wir werden definitiv demnächst wieder hinfahren und dann gibts kein Halten mehr. 

Den Rest des Tages habe ich dann doch wieder auf dem Sofa verbracht. Wir haben gemeinsam eine neue Serie angefangen - "Damages", sehr spannend. Sehr unvorhersehbar. 

Ach, so, noch etwas: falls euch im Moment nach "griechisch" ist - ich empfehle, vorher nachzuschauen, ob euer Lieblingsgrieche geöffnet hat. Zumindest hier und im Umkreis von 20 km von hier scheinen alle Griechen gemeinsam an den Orten zu urlauben, nach denen sie ihre Restaurants benannt haben...Korfu, Mykonos, Athen... Aus dem griechischen Essen mit einer Freundin letzte Woche wurde auch schon nichts - ihr Lieblingsgrieche im Urlaub. Der Ersatzgrieche auch. Nun wollte der Herzensmann heute gern griechisch essen gehen, aber: Lieblingsgrieche im Urlaub. Ersatzgrieche auch. Zweiter Ersatzgrieche hat sehr gute Bewertungen - aber kein Gyros! Und ein Grieche ohne Gyros geht für den Herzensmann überhaupt nicht. Und so werden wir jetzt entweder ziemlich weit fahren oder wohl oder übel diesen Sonntag ohne Gyros zubringen - auf dem Sofa.

Donnerstag, 8. August 2013

Geschafft. Stolz. Und irgendwie erleichert.

Manchmal passieren die Dinge schneller als man denkt. Dienstag hatte sich ja nur eine Art Schmierblutung gezeigt und ich hatte eigentlich gedacht, dass es noch ein bisschen braucht, bis was passiert. Für gestern morgen um 8:45 Uhr war mein nächster Ultraschall- und HCG-Kontrolltermin angesetzt. Den habe ich - aus aktuellem Anlass - gestern früh abgesagt und auf Montag verschoben.

Ich habe in den letzten Tagen einiges über die sogenannte "kleine Geburt" gelesen und habe festgestellt, dass es, wie bei vielen Dingen, sehr unterschiedliche Schilderungen gibt. Leider auch sehr wenige, die mich emotional sehr angesprochen haben. Doch ich fühlte mich seelisch und körperlich dazu bereit und ich kann rückblickend sagen, es war für mich die richtige Entscheidung. Es war ein merkwürdiges Gefühl, aber weder ekelig noch schrecklich. Für mich war es eine wichtige Erfahrung zu spüren, dass mein Körper das schafft und ich habe mich nur auf mein Gefühl verlassen und bin damit gut gefahren. 

Deshalb möchte ich euch an dieser Erfahrung teilhaben lassen - jedenfalls die, die es möchten. Vielleicht fange ich einfach ganz vorne an, denn diese Geschichte ist ein Prozess, der nicht in einzelne Stücke gerissen werden kann. 

Schon beim Ultraschall in der letzten Woche war für mich klar, dass unser Inselwunderbaby körperlich nicht mehr bei uns war. Ich hatte keine emotionale Bindung mehr zu dem Bild, dass der Ultraschall gezeigt hat, mein Floh war schon längst auf die Reise gegangen. Emotional war ich nicht mehr schwanger und so wartete ich auch auf das Ende der physischen Schwangerschaft. Auf den Rat meiner Hebammen-Freundin hin habe ich also mit Cantharis Globuli begonnen. Samstag zeigte sich dann ein Tröpfchen Blut beim Tampon-Test, Sonntag ebenso. Mehr nicht, aber ich wusste, mein Körper ist bereit, die Hilfe anzunehmen, die ich ihm gebe. Ab Montag folgten dann leichte Schmierblutungen, die nicht bis zur Binde drangen, aber nach jedem Gang zur Toilette deutlich sichtbar waren. Sonntag und Montag habe ich zusätzlich noch ein Tässchen Hirtentäscheltee getrunken, ich muss sagen, von all den Frauen-Kräutertees schmeckt der wirklich auch ohne alles. Dienstag war ich dann nochmal in der Apotheke um den bestellten Rosmarin-Beifuss-Eisenkraut-Tee abzuholen. Davon habe ich dann 2 Tassen getrunken, eine morgens, eine abends. Der Tee sollte die Blutung nochmal ein bisschen anstupsen, weil ich das Gefühl hatte, sie kommt nicht richtig durch, obwohl sie will. 

Schon am Dienstag abend merkte ich, wie das Mens-typische Ziehen allmählich zunahm. Allerdings nicht ungewöhnlich stark, sondern so, wie ich es kenne. In der Nacht bin ich mehrfach aufgestanden, musste häufig zur Toilette, Binde noch blütenweiß, aber deutliche Zeichen am Toilettenpapier. Das erste Mal um 23 Uhr, dann so gegen 3:30 Uhr und nochmal gegen 5:30 Uhr. Mittlerweile hatten sich die Regelschmerzen verstärkt, aber nicht so, dass ich mir Sorgen gemacht hätte. Sie waren zwar stark, aber auszuhalten. Gegen morgen waren zwischendurch immer mal wieder stärkere Schübe zu spüren, ich merkte, wie sich die Gebärmutter zusammenzog und wieder lockerte. So ungefähr stelle ich mir Wehen vor, jedenfalls zu Anfang einer Geburt. Um halb sechs verkrümelte ich mich also aufs Sofa vor den Fernseher, schlafen konnte ich nicht mehr und die flache Liegeposition war mir unangenehm. Meine Freundin hatte mir für die Schmerzen Buscopan empfohlen (kein Aspirin!!!), davon hatte ich früh morgens eine genommen und das half ganz gut. Die Schmerzen wurden weniger, aber ich spürte noch, dass etwas im Gange war. Die Binde war allerdings immer noch blütenweiß.

Der Herzensmann steht so gegen halb sieben auf, duscht und beginnt, sich das Frühstück zu richten. Ich sitze auf dem Sofa, frühstücken will ich noch nicht. Er fragt wie es mir geht, bisserl dolle Bauchschmerzen hab ich, sage ich ihm, aber sonst gehts. Eine neue Sendung beginnt, mein Handy summt. Ich will schauen, ob das eine SMS oder Mail ist, beuge mir vor, spüre ein merkwürdiges Gefühl in mir, als ob sich etwas löst. Springe vom Sofa und schon läuft mir etwas warmes, rotes die nackten Beine hinunter. Ich renne in kurzen Trippelschritten ins Bad, das Gästebad ist das nächste, das ich erreichen kann, Höschen runter, rauf aufs Klo. Während ich noch auf die Rinnsale schaue, die mir bis auf die rot lackierten Zehennägel laufen, spüre ich, wie sich etwas Weiches löst und durch mich hindurch gleitet. Es ist nicht unangenehm, es tut nicht weh, es fühlt sich merkwürdig an, aber völlig richtig. Der Herzensmann bringt mir einen Waschlappen, mit dem ich meine Beine säubern kann, die Tür lässt er angelehnt, fragt, ob alles OK ist, ob das so sein muss. Ich gebe Entwarnung, es geht mir gut. Ich säubere mich untenrum mit Toilettenpapier, es kommt nochmal ein großes Stück weiches Gewebe, landet auf meinem Toilettenpapier und im flacheren Teil der Kloschüssel. Irgendwie möchte ich sehen, wie es aussieht und stupse es mit mehr Papier auseinander. Ich bin nicht angeekelt oder erschreckt, eher interessiert. Ich möchte durch sehen verstehen, was da passiert. Das Gewebe ist zusammenhängend, ohne Löcher oder Fetzen. Das beruhigt mich. Sicherlich war das erste Gewebe ähnlich, nur größer. Ich blute noch ziemlich, aber bin nicht beunruhigt, schließlich ist da eine große Wunde in mir. Ich säubere mich nochmal, die Toilette ist ziemlich voll mit Klopapier. Ich fühle mich bereit, die Spülung zu drücken. Ich habe gesehen, dass dort nur noch Gewebe ist, mein Kind ist dort längst nicht mehr, es ist schon vor einer Weile gegangen. 

Ich sitze noch eine Weile auf der Toilette, weiß nicht, wie viel noch kommen könnte, obwohl ich das Gefühl habe, der wichtige Teil ist passiert. Ich bin sehr erleichtert, vermutlich wird in mir gerad irgendein Hormon ausgestossen, dass mich berauscht. Ich fühle mich gleichzeitig ganz leicht und ganz stark. Mein Körper hat das super geschafft. Die Schmerzen sind nicht schlimm, sie haben schlagartig an Kraft verloren. Es fühlt sich momentan an, wie eine starke Mens. Ich lasse mir vom Herzensmann frische Wäsche, noch einen Waschlappen und eine Binde bringen. Ein Weilchen bleibe ich noch sitzen, spüre wie Blutung und Schmerzen weniger werden. Ich spüle nochmals Berge von Toilettenpapier ab, ziehe Slip und Binde an und wackele zurück aufs Sofa. Die Uhr zeigt kurz nach halb acht. Eine halbe Stunde. Wobei das eigentliche "Ereignis" nur ca. 10 Minuten gedauert hat. 

Ich nehme noch eine Buscopan und gebe einen kurzen Bericht an meine Hebammen-Freundin. Sie meint auch, klingt alles ziemlich gut - ich verspreche aber nochmal die Hebamme vor Ort ebenfalls zu kontaktieren. Den Herzensmann schicke ich zur Arbeit - er könnte eh nichts tun und ich fühle mich ein bisschen geschafft, aber gut. Erleichtert. Stolz. In den nächsten zwei Stunden gehe ich noch mehrfach zur Toilette, zweimal löst sich noch einmal etwas weiches Gewebe, danach werden die Blutungen weniger. 

Den Rest des Tages verbringe ich auf dem Sofa, mit TV und Telefon - ist es Zufall, dass sich ausgerechnet gestern ganz viele Menschen melden und fragen wie es geht? Haben sie alle Vorahnungen oder das zweite Gesicht? Der Zuspruch und die Fürsorge tut mir gut, ich versichere allen, dass es mir unter den gegebenen Umständen gut geht. 

Für mich selbst war der Abschluss auf diese Art sehr, sehr wichtig und gut. Ich weiß, dass mein Weg einige vielleicht erschreckt und ich akzeptiere, wenn eine Frau in meiner Situation sich anders entscheidet. Für mich war sehr wichtig, die Entscheidung für meinen Weg selbst treffen zu können - selbstbestimmt zu handeln anstatt fremdbestimmt be-handelt zu werden. Auch die Entscheidung für einen medizinischen Eingriff kann selbstbestimmt sein, wenn er von der Frau aus eigener Entscheidung bewusst getroffen wird. Ich wünsche allen, die vielleicht irgendwann in der Situation sind, diese Entscheidung treffen zu müssen, dass sie ihren eigenen Weg finden - denn nur so kann man heilen und der Zukunft wieder eine Chance geben.

Dienstag, 6. August 2013

Es tut sich was - ein Update

Ihr Lieben - 

zu allererst möchte ich euch sagen: ich bin ok. Zu sagen, es geht mir bestens wäre übertrieben. Aber ich komme klar - an manchen Tagen besser, an manchen Tagen nicht so gut. Danke für eure lieben Mails. Eure Fürsorge tut gut. 

Am Freitag hatte ich sehr lieben Besuch von einer Blogschwester, die mir eine echte Freundin geworden ist. Es war ein schöner Abend - zwar brutal heiß, aber schön. Sie hat sich sehr viel Mühe gemacht und mir ein kleines Care-Paket für die Seele zusammengestellt über das ich mich sehr, sehr gefreut habe. Eine unserer (zahlreichen) Gemeinsamkeiten ist unsere Vorliebe für Postkarten mit Sprüchen und ich möchte das folgende Zitat mit euch teilen, vielleicht gibt es auch euch den Mut, neue Wege zu gehen: 


Neue Wege
Ein neuer Weg ist immer ein Wagnis. 
Aber wenn wir den Mut haben loszugehen, 
dann ist jedes Stolpern und jeder Fehltritt ein Sieg
über unsere Ängste, unsere Zweifel und Bedenken. 



Nach dem ersten, für mich wirklich sehr merkwürdigen, Telefonat mit meiner Mama hat sich die Lage zumindest an dieser Front etwas beruhigt. Sie hat mich am Samstag wieder angerufen und die erste Frage war, wie es mir geht. Das ist sehr ungewöhnlich. Sie hat mir auch gesagt, sie würde kommen, wenn mir die Decke auf den Kopf fällt und ich Ablenkung brauche. Das fand ich sehr lieb, auch wenn ich Gesellschaft im Moment nur in wohldosierten, kleinen Dosen vertrage. So habe ich meinen eigenen Warte-Rythmus gefunden, ab und zu "entführt" mich der Herzensmann mal in die reale Welt, doch am liebsten habe ich meinen kleinen, sicheren Kokon hier zuhause. 

Auch Blutungstechnisch gibt es Neuigkeiten. Seit Donnerstag nehme ich Cantharis Globuli. Am Samstag zeigten sich zum ersten Mal minimale Blutungsspuren. Seit gestern habe ich sogenannte Schmierblutungen - bis jetzt aber nur direkt beim Gang auf die Toilette bemerkbar. Doch ich merke, wie es ganz langsam los geht und das tut mental gut. Zur weiteren Unterstützung habe ich eine Teemischung aus Rosmarin, Beifuss und Eisenkraut aus der Apotheke, dies soll helfen, dass die Blutung besser durch kommt. Dann habe ich auch noch Hirtentäscheltee hier, dieser wirkt einerseits blutungsfördernd, andererseits blutungsstillend, wenn die Blutung zu stark wirkt. Ich bin wirklich sehr dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, diesen Weg so selbstbestimmt zu gehen. Bisher haben sich keine Anzeichen von Komplikationen, Schmerzen oder Fieber gezeigt und für mich heißt das, dass ich den für mich richtigen Weg eingeschlagen habe. Ich hoffe, ich kann ihn genauso zu Ende gehen.

Seit gestern wissen auch meine Schwiegereltern Bescheid. Auch sie sind traurig, haben gefragt, ob sie etwas tun können für uns. Später habe ich mit meiner Patentante telefoniert, sie ist meine Großtante und hat keine leiblichen Kinder - dafür ist sie die coolste Patentante der Welt. Seit gestern weiß ich, dass 3 Fehlgeburten, davon zwei Eileiterschwangerschaften, bei denen jeweils ein Eileiter entfernt werden musste, der Grund für ihre Kinderlosigkeit sind. Das war für mich ganz neu. Auch dass meine Oma 4 Fehlgeburten hatte, bevor sie meine Mutter bekam, wusste ich nicht. Bisher war immer von zwei Fehlgeburten die Rede. Es war ein sehr gutes Gespräch, dass mir wirklich geholfen hat. Ich bin froh und glücklich, nicht in den 50er Jahren gelebt zu haben, wo ich nicht die Möglichkeiten gehabt hätte, die ich heute habe. 

Morgen früh geht es wieder zur Ärztin. Ich bin gespannt, was sie sagt zu meinem "Fortschritt" - ich habe sie ja das letzte Mal gefragt, ob man schon sehen kann, ob die Blutung bald kommt. Kopfschütteln. Nein, sie meint, das könne noch dauern. 

Ich möchte mich auch nochmal für euere lieben Kommentare und E-Mails für den Herzensmann bedanken. Ich habe alles in ein Dokument zusammengefasst und ihm geschickt. Ob er es schon gelesen hat oder noch lesen wird, weiß ich nicht. Jedoch hatten wir am Samstag abend ein langes Gespräch mit vielen Tränen, bei dem ich gemerkt habe, wie sehr ihn die Situation mitnimmt, er mir aber nicht zeigen will, wie es ihm geht, damit ich nicht weine. Deshalb kamen eure lieben Worte vielleicht gerade richtig. Noch will er mit niemandem darüber reden. Mir setzt das sehr zu, weil ich das Gefühl habe, dass er in seinem Schmerz sehr allein ist und ich war froh, als er mir gesagt hat, dass er gern auch eine Erinnerung hätte - wie ich meinen Sternanhänger. Nun ist sowas für Männer ja eher schwer, Tattoo kommt für ihn nicht in Frage und ein Kettenanhänger geht auch nicht. Ich habe dann vorgeschlagen, ihm ein Kissen zu nähen mit nem Sternchen darauf. So kann er abends, wenn die Gedanken kommen, seinen Kopf ins Kisschen stecken und ist unserem Sternchen ganz nah - und trotzdem ist der "intime" Rahmen, in dem niemand nachfragt, "was hast du da?", gegeben.

Eine meiner lieben Freundinnen hat außerdem zwei Lichter in ihrer Kirche angezündet, damit der Floh und sein Opa da oben gut zusammen finden. 


In meinem Bücherregal steht seit Jahrzehnten - wie in so vielen Bücherregalen auf der ganzen Welt - das Buch "Der kleine Prinz". Ich mag es sehr, mich störte bisher nur die Tatsache, dass ich die Zitate als "Massenprodukt" für jede Gelegenheit empfand. Ob Geburt, Hochzeit oder Tod - immer wurde aus diesem Buch zitiert. 
Freitag nacht war es beim schlafen gehen schon dunkel und durch Zufall blickte ich hinauf zum Himmel und sah ein paar Sterne. In diesem Moment schoss mir ein ein sehr bekanntes Zitat aus dem "kleinen Prinzen" durch den Kopf und ich musste an unseren Inselwunderfloh denken und es überkamen mich gleichzeitig Tränen und ein großes, ruhiges Glücksgefühl und die Erkenntnis, dass auch vermeintlich "abgelutschte" Zitate für einen Einzelnen in einer besonderen Situation plötzlich eine ganz besondere Bedeutung haben können.

"Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es Dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können."
- Der kleine Prinz, Kapitel XXVI

Donnerstag, 1. August 2013

Wer zu viel erwartet, wird meistens enttäuscht. Oder: Tag X + 6

Manchmal frage ich mich, warum ich aus manchen Erfahrungen einfach nichts lerne. Wie bin ich bloss auf den Gedanken gekommen, dass mir meine Mama, die mich wirklich liebt, die aber einfach ein sehr ich-bezogener Mensch ist, mir in meiner momentanen Situation Verständnis und Mitgefühl entgegen bringen könnte? Ich habe heute all meinen Mut zusammen genommen und sie angerufen."Scheisse", war die erste Reaktion. Dann fragte sie, warum wir nichts gesagt hätten. Ich habe ihr gesagt, dass wir warten wollten, bis die kritische Zeit rum ist, beim Geburtstag meiner Schwester in 2 Wochen - halt persönlich und nicht am Telefon. Dann habe ich kurz erzählt, wie weit ich war und wie die momentane Situation ist. Sie war sehr abgeklärt, rational. Zwischendurch ein Satz "ich weiß ja nicht, wie das ist" - nein, das will ich ihr auch nicht vorhalten. Aber man kann doch meinen, dass mal ein "das tut mir so leid für euch" kommt, oder? Doch zu viel verlangt? Natürlich sagt mir auch mein Verstand, dass es so besser ist, weil irgendwas sicher nicht in Ordnung war mit dem Floh. Sie sagte auch, sie hätte so etwas geahnt, wie eine Art "Vorahnung" - manchmal hat man sowas, ohne es erklären zu können. Und sie meinte, ach, dass klappt jetzt bestimmt ganz schnell wieder, sie hat da so ein positives Gefühl und ich wäre ja auch noch jung. Das war mir dann echt zu viel. Ich habe ihr alles aufs Butterbrot geschmiert: Kinderwunschbehandlung, vor allem mein PCO und auch Probleme beim Herzensmann und dass wir es schon 3,5 Jahre versuchen und eigentlich eine künstliche Befruchtung anstand. Jaaaa, aber wenn es nicht klappt, also Adoption ist auch ne ganz tolle Möglichkeit. 

Hallo? Hörst du mir grad zu??? 

Ich kann garnicht alles wiedergeben, was wir gesagt haben. Mir bleibt mehr im Kopf, was sie nicht gesagt hat: kein "tut mir leid", kein "kann ich was für euch tun"... 

Positiv denken soll ich. Entschuldigt bitte, wenn ich hier lache. Frau Mega-Negativ sagt MIR ich soll positiv denken. 

Mit meinem Bruder habe ich übrigens vorher gesprochen. Ihm merkte man sofort an, dass er sehr betroffen war. Er hat mir gesagt, dass es ihm leid tut. Er hat mich gefragt, ob er irgendetwas für mich tun kann.

Ich schwanke gerade zwischen Wut und Enttäuschung und kann mich nicht entscheiden, welches Gefühl da grad stärker ist.