Mittwoch, 31. Juli 2013

Nah am Wasser. Oder: Tag X + 5

Heute alles ziemlich wässrig hier. Draußen und drinnen. Schon beim aufwachen war ich nicht gut drauf. Dann regnete es draußen richtig fies. Der Herzensmann geht zur Arbeit, ich bleibe hier. Endlich fließen die Tränen. Heute ist irgendwie ein Scheisstag. Ich will mich ablenken, hier ist so viel liegen geblieben in den letzten Tagen. Ich fange an, im Wohnzimmer aufzuräumen, Staub zu wischen, wasche die Filzuntersetzer. Es hilft. Ein bisschen. Dann lese ich das hier und komme gar nicht bis zum Ende. Ich heule und heule und heule. Genau das ist es, was ich fühle. Der Kopf versteht es, aber das Herz tut manchmal einfach nur weh. 

Ich schreibe eine Freundin an - sie ist Hebamme. Leider wohnt sie sehr weit weg, sonst wäre sie vermutlich in der nächsten Viertelstunde bei mir. Doch im Mittag hat sie Zeit und wir texten sehr lang, das hilft. Draußen scheint wieder die Sonne. Hier drinnen ist es nicht mehr ganz so grau und wässrig. 




Nah am Wasser. Oder: Tag X + 5

Heute alles ziemlich wässrig hier. Draußen und drinnen. Schon beim aufwachen war ich nicht gut drauf. Dann regnete es draußen richtig fies. Der Herzensmann geht zur Arbeit, ich bleibe hier. Endlich fließen die Tränen. Heute ist irgendwie ein Scheisstag. Ich will mich ablenken, hier ist so viel liegen geblieben in den letzten Tagen. Ich fange an, im Wohnzimmer aufzuräumen, Staub zu wischen, wasche die Filzuntersetzer. Es hilft. Ein bisschen. Dann lese ich das hier und komme gar nicht bis zum Ende. Ich heule und heule und heule. Genau das ist es, was ich fühle. Der Kopf versteht es, aber das Herz tut manchmal einfach nur weh. 

Ich schreibe eine Freundin an - sie ist Hebamme. Leider wohnt sie sehr weit weg, sonst wäre sie vermutlich in der nächsten Viertelstunde bei mir. Doch im Mittag hat sie Zeit und wir texten sehr lang, das hilft. Draußen scheint wieder die Sonne. Hier drinnen ist es nicht mehr ganz so grau und wässrig. 




Dienstag, 30. Juli 2013

Verdammter Newsletter. Oder: Tag X + 4

Ich sitze im Wartezimmer meiner Frauenärztin. Um mich herum 2 Paare, eine alleinige Schwangere und zwei ältere Damen. Ich warte auf die Blutabnahme, die messen soll, wie weit runter mein HCG gefallen ist. Brrrmmmmbrrrrm - mein Handy zeigt an, ich habe eine neue E-Mail. Mal kurz schauen, könnte ja ein lieber Kommentar meiner Blogschwestern sein. Nein - es ist der beschissene Newsletter eine Babyseite, bei der ich mich neulich angemeldet habe. Überschrift: Achterbahn der Gefühle. Wuuuummmm - jawoll, Schwester, da haste recht - allerdings ist meine Achterbahnfahrt anders als du denkst. Und jetzt muss ich schleunigst rausfinden, wie ich mich dort wieder abmelden kann. 

Ich werde zur Blutabnahme reingerufen. Die Arzthelferin - es ist die gleiche Dame wie am Freitag -  fragt, wie es mir geht. Komisch gehts mir. Schwebezustand. Sie sagt, sie habe das ganze Wochenende immer an mich denken müssen. Es würde ihr einfach nicht aus dem Kopf gehen, was da grad bei mir passiert. Ich bin total gerührt. Ich meine, die Dame hat schon einige Jahre Berufserfahrung und erlebt so etwas bestimmt nicht das erste Mal. Trotzdem merke ich, dass sie das ganz schön beschäftigt - es ist unglaublich, wie viele Leute, auch die die mich um Grunde nur "beruflich" kennen, so mit uns mitfühlen. 

Im Ultraschall hat sich übrigens bestätigt, was ich schon wusste. Kein Wachstum seit dem letzten Ultraschall. Wir warten weiter auf die Blutung. Frau Doktor hat dieses Mal zwar das Thema Ausschabung angesprochen und das eine geplante einfach besser zu kontrollieren sei (wegen der Narkose etc.) als eine, die geschieht, weil die Blutung zu stark ist etc. Aber da es keine Auffälligkeiten gibt, ich keine Schmerzen oder Fieber oder sonstiges Unwohlsein verspüre, warten wir noch. Der nächste Termin ist am Mittwoch. Da hatten wir eigentlich den Ultraschalltermin, in dem wir den Herzschlag sehen wollten - regulär. Der erste Termin, zu dem der Herzensmann mitgekommen wäre. So schnell kannst du auf der anderen Seite landen. Wenn ich das Gespür nicht gehabt hätte, das etwas nicht stimmt, hätten wir nächsten Mittwoch erfahren, dass das Baby nicht mehr da ist. Dann wäre es genauso lange in mir drin gewesen. Deshalb gebe ich mir die Zeit zu warten. Das habe ich auch mit der Hebi vorhin so abgesprochen. Ich merke, dass mein Körper sich wieder umstellt auf  "nicht schwanger". Es dürfte nicht mehr so lang dauern, bis die Blutung kommt.

Fast alle, die wussten, dass ich schwanger bin, wissen jetzt, dass es vorbei ist. Für alle ist es unfassbar - denn sie alle haben daran geglaubt, dass jetzt alles gut wird und unser Floh stark genug ist, es allein zu schaffen. 

Deshalb widme ich die folgenden Zeilen denen, die in dieser schweren Zeit mein "Reichtum" sind: 

Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, 
gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft - 
keinen größeren Reichtum, keine größere Freude. 

Epikur von Samos


Verdammter Newsletter. Oder: Tag X + 4

Ich sitze im Wartezimmer meiner Frauenärztin. Um mich herum 2 Paare, eine alleinige Schwangere und zwei ältere Damen. Ich warte auf die Blutabnahme, die messen soll, wie weit runter mein HCG gefallen ist. Brrrmmmmbrrrrm - mein Handy zeigt an, ich habe eine neue E-Mail. Mal kurz schauen, könnte ja ein lieber Kommentar meiner Blogschwestern sein. Nein - es ist der beschissene Newsletter eine Babyseite, bei der ich mich neulich angemeldet habe. Überschrift: Achterbahn der Gefühle. Wuuuummmm - jawoll, Schwester, da haste recht - allerdings ist meine Achterbahnfahrt anders als du denkst. Und jetzt muss ich schleunigst rausfinden, wie ich mich dort wieder abmelden kann. 

Ich werde zur Blutabnahme reingerufen. Die Arzthelferin - es ist die gleiche Dame wie am Freitag -  fragt, wie es mir geht. Komisch gehts mir. Schwebezustand. Sie sagt, sie habe das ganze Wochenende immer an mich denken müssen. Es würde ihr einfach nicht aus dem Kopf gehen, was da grad bei mir passiert. Ich bin total gerührt. Ich meine, die Dame hat schon einige Jahre Berufserfahrung und erlebt so etwas bestimmt nicht das erste Mal. Trotzdem merke ich, dass sie das ganz schön beschäftigt - es ist unglaublich, wie viele Leute, auch die die mich um Grunde nur "beruflich" kennen, so mit uns mitfühlen. 

Im Ultraschall hat sich übrigens bestätigt, was ich schon wusste. Kein Wachstum seit dem letzten Ultraschall. Wir warten weiter auf die Blutung. Frau Doktor hat dieses Mal zwar das Thema Ausschabung angesprochen und das eine geplante einfach besser zu kontrollieren sei (wegen der Narkose etc.) als eine, die geschieht, weil die Blutung zu stark ist etc. Aber da es keine Auffälligkeiten gibt, ich keine Schmerzen oder Fieber oder sonstiges Unwohlsein verspüre, warten wir noch. Der nächste Termin ist am Mittwoch. Da hatten wir eigentlich den Ultraschalltermin, in dem wir den Herzschlag sehen wollten - regulär. Der erste Termin, zu dem der Herzensmann mitgekommen wäre. So schnell kannst du auf der anderen Seite landen. Wenn ich das Gespür nicht gehabt hätte, das etwas nicht stimmt, hätten wir nächsten Mittwoch erfahren, dass das Baby nicht mehr da ist. Dann wäre es genauso lange in mir drin gewesen. Deshalb gebe ich mir die Zeit zu warten. Das habe ich auch mit der Hebi vorhin so abgesprochen. Ich merke, dass mein Körper sich wieder umstellt auf  "nicht schwanger". Es dürfte nicht mehr so lang dauern, bis die Blutung kommt.

Fast alle, die wussten, dass ich schwanger bin, wissen jetzt, dass es vorbei ist. Für alle ist es unfassbar - denn sie alle haben daran geglaubt, dass jetzt alles gut wird und unser Floh stark genug ist, es allein zu schaffen. 

Deshalb widme ich die folgenden Zeilen denen, die in dieser schweren Zeit mein "Reichtum" sind: 

Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, 
gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft - 
keinen größeren Reichtum, keine größere Freude. 

Epikur von Samos


Montag, 29. Juli 2013

Was der Seele gut tut. Oder. Tag X + 3

Meine Hebamme (klingt immer noch komisch, das zu sagen) hat mir gestern gesagt, ich soll im Moment einfach machen, was mir gut tut. Das tue ich. Ich bin immer noch in diesem komischen Schwebezustand und denke, wenn die Blutung erstmal los geht, wird es besser. 

Heute war ich kurz in der Stadt, bei der Apotheke um Tee und ein paar neue Globuli für "hinterher" zu holen. Dabei bin ich bei einem Juwelier vorbei gekommen. Im Schaufenster waren diese kleinen Anhänger für Ketten oder Armbänder. Mir ist sofort ein kleiner Stern ins Auge gefallen und ich bin rein und habe ihn gekauft. 






Noch mehr Dinge, die gut tun: Eis - jeden Tag. 5 Minuten-Terrine Nudeln in Rahmsosse. Ein Entspannungsbad mit Orange-Lavendel-Duft. Alte Serien gucken. Wenn dir jemand sagt, dass du gut aussiehst, obwohl du dich nicht gestylt hast. Merken, dass du tolle Menschen deine Freunde nennen kannst.

Zum Abschluss hier habe ich noch eine ganz große Bitte: ich habe so viel liebe und tröstende Worte und Mails von euch bekommen, die mir unendlich geholfen haben. Ich weiß, dass ich mit dieser Situation klar komme. Schließlich habe ich nicht zuletzt einen ganz tollen Mann an meiner Seite. Und um diesen Mann geht es jetzt. Ihr kennt das sicher, ich habe schon auf vielen Blogs gelesen, dass die Männer anders mit ihren Gefühlen umgehen als wir Frauen. Mein Mann will mit niemandem sprechen - also kann ihm niemand die Unterstützung und den Trost geben, wie ihr ihn mir gegeben habt. Deshalb dachte ich, ich frage hier einfach mal bei euch nach. Wer möchte, schreibt mir einfach eine Mail oder hinterlässt hier einen Kommentar für meinen Herzensmann, der mir gerade eine große Stütze ist, ohne dass ihn jemand stützen darf. Ich würde alles sammeln und ihm geben - er kann es dann lesen, wenn der dafür bereit ist. Vielen lieben Dank schon mal. 



 

Was der Seele gut tut. Oder. Tag X + 3

Meine Hebamme (klingt immer noch komisch, das zu sagen) hat mir gestern gesagt, ich soll im Moment einfach machen, was mir gut tut. Das tue ich. Ich bin immer noch in diesem komischen Schwebezustand und denke, wenn die Blutung erstmal los geht, wird es besser. 

Heute war ich kurz in der Stadt, bei der Apotheke um Tee und ein paar neue Globuli für "hinterher" zu holen. Dabei bin ich bei einem Juwelier vorbei gekommen. Im Schaufenster waren diese kleinen Anhänger für Ketten oder Armbänder. Mir ist sofort ein kleiner Stern ins Auge gefallen und ich bin rein und habe ihn gekauft. 






Noch mehr Dinge, die gut tun: Eis - jeden Tag. 5 Minuten-Terrine Nudeln in Rahmsosse. Ein Entspannungsbad mit Orange-Lavendel-Duft. Alte Serien gucken. Wenn dir jemand sagt, dass du gut aussiehst, obwohl du dich nicht gestylt hast. Merken, dass du tolle Menschen deine Freunde nennen kannst.

Zum Abschluss hier habe ich noch eine ganz große Bitte: ich habe so viel liebe und tröstende Worte und Mails von euch bekommen, die mir unendlich geholfen haben. Ich weiß, dass ich mit dieser Situation klar komme. Schließlich habe ich nicht zuletzt einen ganz tollen Mann an meiner Seite. Und um diesen Mann geht es jetzt. Ihr kennt das sicher, ich habe schon auf vielen Blogs gelesen, dass die Männer anders mit ihren Gefühlen umgehen als wir Frauen. Mein Mann will mit niemandem sprechen - also kann ihm niemand die Unterstützung und den Trost geben, wie ihr ihn mir gegeben habt. Deshalb dachte ich, ich frage hier einfach mal bei euch nach. Wer möchte, schreibt mir einfach eine Mail oder hinterlässt hier einen Kommentar für meinen Herzensmann, der mir gerade eine große Stütze ist, ohne dass ihn jemand stützen darf. Ich würde alles sammeln und ihm geben - er kann es dann lesen, wenn der dafür bereit ist. Vielen lieben Dank schon mal. 



 

Mein Leben ist schön #1

Meine liebe Lene hat letzte Woche eine wunderbare Idee veröffentlicht - und ich habe mir gleich vorgenommen, da auch mitzumachen. Das sich die letzte Woche so unvorhersehbar anders entwickeln würde, habe ich nicht geahnt. Trotzdem finde ich es gerade jetzt wichtig, mir bewusst zu machen, dass es trotz aller Trauer an jedem Tag auch schöne Momente gab. 




Mein Wochenrückblick #1: 

Montag, 22.07.2013 - Sonntag, 28.07.2013


Montag: lange mit meinem Schwesterherz telefoniert

Dienstag: Mittagspause mit einer lieben Blogschwester in der Sonne genossen

Mittwoch: wunderschöne Ohrringe geschenkt bekommen

Donnerstag: mit Katze quer über den Bauch auf dem Sofa gelegen

Freitag:  mir ist wieder mal ganz klar geworden, dass ich den besten Ehemann der Welt habe & ich habe gemerkt, dass das Netz der Blogschwestern soooo stark ist

Samstag: eine Hebamme gefunden, die meinen Weg begleiten wird

Sonntag: den Tag mit einer Blogschwester begonnen und mit einer anderen Blogschwester beendet

Mein Leben ist schön #1

Meine liebe Lene hat letzte Woche eine wunderbare Idee veröffentlicht - und ich habe mir gleich vorgenommen, da auch mitzumachen. Das sich die letzte Woche so unvorhersehbar anders entwickeln würde, habe ich nicht geahnt. Trotzdem finde ich es gerade jetzt wichtig, mir bewusst zu machen, dass es trotz aller Trauer an jedem Tag auch schöne Momente gab. 




Mein Wochenrückblick #1: 

Montag, 22.07.2013 - Sonntag, 28.07.2013


Montag: lange mit meinem Schwesterherz telefoniert

Dienstag: Mittagspause mit einer lieben Blogschwester in der Sonne genossen

Mittwoch: wunderschöne Ohrringe geschenkt bekommen

Donnerstag: mit Katze quer über den Bauch auf dem Sofa gelegen

Freitag:  mir ist wieder mal ganz klar geworden, dass ich den besten Ehemann der Welt habe & ich habe gemerkt, dass das Netz der Blogschwestern soooo stark ist

Samstag: eine Hebamme gefunden, die meinen Weg begleiten wird

Sonntag: den Tag mit einer Blogschwester begonnen und mit einer anderen Blogschwester beendet

Sonntag, 28. Juli 2013

Die etwas andere Warteschleife. Oder: Tag X + 2

Heute ist ein guter Tag. Jedenfalls bis jetzt. Hoffentlich auch noch den Rest des Tages. 

Ich bin - mal wieder - in der Warteschleife. Aber es ist die merkwürdigste Warteschleife meiner gesamten Kinderwunschzeit. Ich warte auf die Blutung, mit der ich unser Baby gehen lasse. Und ich fühle mich sehr gut mit dieser Entscheidung. Nicht, dass ich total happy bin darüber, nein, ich wäre sehr glücklich, wenn dieses Baby hätte bleiben dürfen. Wenn ich es im März hätte gebären dürfen und ich gesehen hätte, ob es die Augen seines Vaters hat oder meine Nase. Aber es ist anders gekommen und ich lerne gerade, das zu akzeptieren. 

Aber ich habe in den letzten Tagen gelernt, dass ich meinem Körpergefühl vertrauen kann. Ich habe gespürt, dass etwas nicht in Ordnung ist und auch wenn der Kopf es nicht wahrhaben wollte, das Bauchgefühl war richtig. Und dieses Bauchgefühl sagt mir auch jetzt, dass ich es schaffen kann, meinen Körper das regeln zu lassen. Ich werde ihm dabei ein bisschen Hilfestellung geben und habe mir eine Hebamme gesucht. Ein komisches Gefühl, wirklich, eine Hebamme anzurufen und zu fragen, ob sie meine Fehlgeburt begleiten kann. Aber nachdem Nr. 1 bis zum Jahresende ausgebucht war und die empfohlene Nr. 2 noch zwei Wochen im Urlaub ist, habe ich Nr. 3 gefunden. Ich muss sagen, ich bin begeistert! Ich hatte nicht erwartet, am Samstag mittag um zwölf jemanden zu erreichen, aber das war Zufall, wie sie mir sagte. Ein glücklicher Zufall. Ich habe ihr alles berichtet, sie hat viel gefragt und da sie auch eine homöopathische Ausbildung hat, hat sie mir gleich ein paar Sachen empfohlen und zusammengestellt. Wir haben für heute mittag um zwölf einen Besuchstermin vereinbart und sie war vorhin da und war einfach nur toll. Ich habe eine für mich zusammengestellte Bachblütenmischung bekommen, nehme 3 Tage Pulsatilla Globuli und einmalig eine Gabe Aconitum. Sicher sind das keine Zaubermittel, das hat sie mir auch gesagt, aber ich habe schon mehrfach gute Erfahrungen mit damit gemacht und vertraue darauf. Außerdem werde ich mir morgen in der Apotheke eine spezielle Teemischung machen lassen. Ich hoffe, dass die Blutung damit unterstützt wird und möglichst nichts in der Gebärmutter zurück bleibt, denn ich möchte nach Möglichkeit eine Ausschabung umgehen. Danach werde ich mit Arnica und Ruta D meine Kinderstube wieder in Bestzustand bringen. 

Ich bin mir im Klaren, dass viele meine Entscheidung vielleicht nicht verstehen werden und wahre Horrorszenanrien an die Wand malen wollen - und vielleicht auch werden. Doch ich habe diese Entscheidung nicht überstürzt getroffen, ich habe viel gelesen in den letzten Tagen (unter anderem HIER) und meine Frauenärztin und die Hebamme unterstützen mich in dieser Entscheidung. Sollte ich merken, dass die Situation kritisch wird, die Blutungen zu stark werden oder ich Fieber bekomme, werde ich in ein Krankenhaus fahren.

Es ist ein merkwürdiger Schwebezustand. Im Moment geht es mir jedoch gut damit und ich werde mir die Zeit nehmen, aus diesem Zustand, in den ich so plötzlich hereingeraten bin, auf meine Weise wieder heraus zu kommen. Ich bin nach dem Tod meines Vaters direkt wieder arbeiten gegangen, damals brauchte ich die Ablenkung. Wir waren seit dem Tag der Diagnose vier Monate vorher in einem schrecklichen Ausnahmezustand. Das Gefühl ist jetzt ähnlich, doch es ist auf eine Weise stärker und auf eine andere Weise schwächer und ich will mir die Zeit geben, um heil zu werden. Das bin ich mir, meinem Mann, unserem Inselwunderfloh und den Kindern, die noch kommen werden, schuldig. Lange stand mein Job immer an erster Stelle, alles andere wurde dem untergeordnet. Doch jetzt stehe ich mal an erster Stelle - und alles andere wird dem untergeordnet.

Ich habe diese Warteschleife nicht gewollt - aber jetzt werde ich das Beste daraus machen. 

P.S. die Kosten für die Betreuung durch die Hebamme übernimmt die Krankenkasse - auch in meiner Situation. Liebe Krankenkasse, euer Geld ist gut angelegt. Wirklich.

Die etwas andere Warteschleife. Oder: Tag X + 2

Heute ist ein guter Tag. Jedenfalls bis jetzt. Hoffentlich auch noch den Rest des Tages. 

Ich bin - mal wieder - in der Warteschleife. Aber es ist die merkwürdigste Warteschleife meiner gesamten Kinderwunschzeit. Ich warte auf die Blutung, mit der ich unser Baby gehen lasse. Und ich fühle mich sehr gut mit dieser Entscheidung. Nicht, dass ich total happy bin darüber, nein, ich wäre sehr glücklich, wenn dieses Baby hätte bleiben dürfen. Wenn ich es im März hätte gebären dürfen und ich gesehen hätte, ob es die Augen seines Vaters hat oder meine Nase. Aber es ist anders gekommen und ich lerne gerade, das zu akzeptieren. 

Aber ich habe in den letzten Tagen gelernt, dass ich meinem Körpergefühl vertrauen kann. Ich habe gespürt, dass etwas nicht in Ordnung ist und auch wenn der Kopf es nicht wahrhaben wollte, das Bauchgefühl war richtig. Und dieses Bauchgefühl sagt mir auch jetzt, dass ich es schaffen kann, meinen Körper das regeln zu lassen. Ich werde ihm dabei ein bisschen Hilfestellung geben und habe mir eine Hebamme gesucht. Ein komisches Gefühl, wirklich, eine Hebamme anzurufen und zu fragen, ob sie meine Fehlgeburt begleiten kann. Aber nachdem Nr. 1 bis zum Jahresende ausgebucht war und die empfohlene Nr. 2 noch zwei Wochen im Urlaub ist, habe ich Nr. 3 gefunden. Ich muss sagen, ich bin begeistert! Ich hatte nicht erwartet, am Samstag mittag um zwölf jemanden zu erreichen, aber das war Zufall, wie sie mir sagte. Ein glücklicher Zufall. Ich habe ihr alles berichtet, sie hat viel gefragt und da sie auch eine homöopathische Ausbildung hat, hat sie mir gleich ein paar Sachen empfohlen und zusammengestellt. Wir haben für heute mittag um zwölf einen Besuchstermin vereinbart und sie war vorhin da und war einfach nur toll. Ich habe eine für mich zusammengestellte Bachblütenmischung bekommen, nehme 3 Tage Pulsatilla Globuli und einmalig eine Gabe Aconitum. Sicher sind das keine Zaubermittel, das hat sie mir auch gesagt, aber ich habe schon mehrfach gute Erfahrungen mit damit gemacht und vertraue darauf. Außerdem werde ich mir morgen in der Apotheke eine spezielle Teemischung machen lassen. Ich hoffe, dass die Blutung damit unterstützt wird und möglichst nichts in der Gebärmutter zurück bleibt, denn ich möchte nach Möglichkeit eine Ausschabung umgehen. Danach werde ich mit Arnica und Ruta D meine Kinderstube wieder in Bestzustand bringen. 

Ich bin mir im Klaren, dass viele meine Entscheidung vielleicht nicht verstehen werden und wahre Horrorszenanrien an die Wand malen wollen - und vielleicht auch werden. Doch ich habe diese Entscheidung nicht überstürzt getroffen, ich habe viel gelesen in den letzten Tagen (unter anderem HIER) und meine Frauenärztin und die Hebamme unterstützen mich in dieser Entscheidung. Sollte ich merken, dass die Situation kritisch wird, die Blutungen zu stark werden oder ich Fieber bekomme, werde ich in ein Krankenhaus fahren.

Es ist ein merkwürdiger Schwebezustand. Im Moment geht es mir jedoch gut damit und ich werde mir die Zeit nehmen, aus diesem Zustand, in den ich so plötzlich hereingeraten bin, auf meine Weise wieder heraus zu kommen. Ich bin nach dem Tod meines Vaters direkt wieder arbeiten gegangen, damals brauchte ich die Ablenkung. Wir waren seit dem Tag der Diagnose vier Monate vorher in einem schrecklichen Ausnahmezustand. Das Gefühl ist jetzt ähnlich, doch es ist auf eine Weise stärker und auf eine andere Weise schwächer und ich will mir die Zeit geben, um heil zu werden. Das bin ich mir, meinem Mann, unserem Inselwunderfloh und den Kindern, die noch kommen werden, schuldig. Lange stand mein Job immer an erster Stelle, alles andere wurde dem untergeordnet. Doch jetzt stehe ich mal an erster Stelle - und alles andere wird dem untergeordnet.

Ich habe diese Warteschleife nicht gewollt - aber jetzt werde ich das Beste daraus machen. 

P.S. die Kosten für die Betreuung durch die Hebamme übernimmt die Krankenkasse - auch in meiner Situation. Liebe Krankenkasse, euer Geld ist gut angelegt. Wirklich.

Samstag, 27. Juli 2013

Am Morgen danach. Oder: Tag X + 1

Heute morgen bin ich aufgewacht in dem Wissen, dass unser kleines Wunder zu den Sternen gegangen ist. Gestern war der 26. Juli 2013. Mir wird gerade bewusst, dass wir fast auf den Tag genau vor 7 Jahren von meinem Papa Abschied nehmen mussten. 

Ich bin gestern mit sehr gemischten Gefühlen zum Blutabnehmen. Die Sprechstundenhilfe war ganz nett, es wollte nämlich wieder nicht so richtig "laufen" mit meinen blöden Venen. Dann fragte sie, ob ich denn unbedingt das Ergebnis heute noch bräuchte, da das Gerät gestern wegen der starken Hitze sehr gezickt habe und sie es eigentlich garnicht anschmeissen wollten. Ich war hin-und-her gerissen: Gewissheit oder Gnadenfrist? Also habe ich nach meinem Wert von Dienstag gefragt, der müsste ja schon vorliegen. Ja, sie schaut mal nach. Mit ziemlich betretenem Gesicht meinte sie dann, der Wert sei sehr niedrig. Mir war klar, was das heißt. Ich war wie betäubt. Sie war sehr nett und meinte, ob ich doch noch mal zu Frau Doktor reinwollte, damit sie nochmal schaut. Sie würde mal schnell rüber gehen und mit ihr sprechen, ich solle nochmal kurz ins Wartezimmer. Ich sass da und wartete. Verschickte schon die erste "Scheisse - es sieht schlecht aus"-SMS. Sie kommt zurück, gibt mir ein kurzes Zeichen, ich soll nochmal mitkommen ins Labor. Dort hat sie sich ganz doll entschuldigt, sie habe sich verlesen, sie habe das > Zeichen verwechselt und der Wert von Dienstag wäre in Ordnung. Ich breche in Tränen aus. Sie zeigt mir den Wert nochmal am PC, damit ich es selber sehen kann. Ich heule, sie reicht mir eine Box mit Taschentüchern. Sie will das Gerät jetzt doch heute laufen lassen, nur für meine Probe. Ich bin so erleichtert. Aber sie sagt auch, ich soll nicht "zu hoch fliegen" - es hängt alles von der zweiten Probe ab. Ich darf anrufen, so in 1,5 Stunden. Ich fahre wieder heim, im Büro bin ich krankgemeldet. 

Ich haue mich aufs Sofa, Fernseher an, ich kriege nicht viel mit, warte, schlafe ein, schrecke hoch. Endlich sind 1,5 Stunden rum. Ich rufe an. Nein, noch kein Ergebnis, in 45 Minuten. Ich warte wieder. Google HCG-Werte. 15000 liegt in der Norm. Ich google auch "wie lange krankgeschrieben nach Fehlgeburt". Mein Gefühl wird immer mieser. 

Ich rufe nochmal an. Kriege die Bestätigung. 11000 heute. Es bricht alles zusammen. Kann nicht viel sagen am Telefon. Sie setzen mich auf die Rückrufliste von Frau Doktor, sie würde anrufen wenn die Sprechstunde vorbei ist, das ist um ein Uhr. Ich lege auf. Weine.Weine.Weine. 

Ich schreibe meinem Mann eine SMS. Jede Faser meines Herzens schreit nach ihm. "Bitte komm nach Hause, es stimmt was nicht mit dem Baby." Zehn Minuten später ist er da. Ich heule in sein T-Shirt, sage ihm, dass das Baby es nicht schaffen wird. Er hält mich ganz fest. Das Telefon klingelt, es ist Frau Doktor. Viel früher als erwartet, mein Anruf ist grade mal ne halbe Stunde her, es ist noch lange nicht nach eins. Es tut ihr leid, sagt sie, sie hätte mir gern was anderes gesagt. Aber die Vermutung hat sich bestätigt. Ich frage, was jetzt passiert. Sie sagt kein Wort von Ausschabung. Ich bin darüber sehr erleichtert. Wir sollen abwarten, dass die Blutung kommt. Wenn ich Schmerzen bekomme, Fieber oder die Blutung stärker ist als die normale Mens, soll ich sofort ins Krankenhaus fahren. Am Dienstag möchte sie mich noch mal sehen. Sie ist sehr einfühlsam, ich merke, es tut ihr auch sehr leid.

Nun weinen wir beide. Erst ich, irgendwann auch der Herzensmann. Aber er hält mich immer ganz fest. Irgendwann sagt er: wohl doch kein Supersperma. Das trifft mich bis ins Mark. Ich sage ihm, es ist nicht unsere Schuld. Nicht seine, nicht meine. Hätten wir was besser machen können, fragt er. Nein, ich versichere ihm, dass wir nichts dafür können. Dieser Prozess ist so empfindlich - irgendwas war nicht in Ordnung. Vielleicht hat es den Floh so viel Kraft gekostet, zu uns zu kommen, dass er keine mehr hatte, auch zu bleiben. 

Irgendwann beruhigen wir uns. Der Herzensmann geht kurz ein paar Sachen einkaufen, ich bleibe hier. Es ist komisch - hier steht die Welt still und "draußen" geht alles seinen normalen Gang. So war es auch, als mein Papa gestorben ist. Ich war damals ganz fasziniert davon, dass die Ampeln trotzdem leuchteten, der Verkehr ganz normal floss, Leute einkaufen gingen, obwohl doch gerade das Schlimmste auf der Welt passiert war. Der Herzensmann kommt zurück mit einer wilden Mischung im Korb, uns ist alles egal. Danach kuscheln wir uns aufs Sofa, betäuben uns mit alten TV-Serien aus den frühen Neunzigern, wir wissen: da kommen keine Babies drin vor. Wir essen was, gucken weiter, irgendwann wird es dunkel. Wir gehen schlafen. Ich habe nicht mehr geweint am Nachmittag. Aber kaum ist das Licht aus, laufen die Tränen. Ich kann garnicht aufhören, kriege wieder Kopfschmerzen vom Druck. Wir sollten zum Großmarkt fahren, ich fürchte, unser Verbrauch an Taschentüchern wird sprunghaft ansteigen. 

Den ganzen Tag über habe ich so liebe Kommentare und Mails meiner Blogschwestern und Leserinnen bekommen. Jede Einzelne von euch hat mich zu Tränen gerührt und doch tat es so gut. Das Wissen, dass ihr da draußen seid, dass ich nicht allein bin mit dem Schmerz, hilft. Ich kann im Moment nicht auf alle Kommentare antworten, aber ich danke euch allen für für eure lieben Worte - hier und auch auf euren Blogs.

Für diesen Post habe ich 1,5 Stunden und viele Taschentücher gebraucht. Ich hätte noch so viel zu sagen, vielleicht finde ich später oder morgen die Kraft dazu. Ich habe gestern aber einen Link bekommen zu einer Seite, auf die ich später noch genauer eingehen will. Dort stand allerdings ein Text, der mir im Moment sehr hilft und ich möchte ihn gern mit euch teilen: 

Dem Herzen folgen …
wir müssen nicht den kürzesten Weg nehmen.
Lass uns lieber einen Weg wählen,
den wir gerne gehen würden,
lass uns freundliche Begleiter mitnehmen zum Schwatzen und Lachen,
lass uns wunderbare Pausen einlegen.
Jochen Mariss




Am Morgen danach. Oder: Tag X + 1

Heute morgen bin ich aufgewacht in dem Wissen, dass unser kleines Wunder zu den Sternen gegangen ist. Gestern war der 26. Juli 2013. Mir wird gerade bewusst, dass wir fast auf den Tag genau vor 7 Jahren von meinem Papa Abschied nehmen mussten. 

Ich bin gestern mit sehr gemischten Gefühlen zum Blutabnehmen. Die Sprechstundenhilfe war ganz nett, es wollte nämlich wieder nicht so richtig "laufen" mit meinen blöden Venen. Dann fragte sie, ob ich denn unbedingt das Ergebnis heute noch bräuchte, da das Gerät gestern wegen der starken Hitze sehr gezickt habe und sie es eigentlich garnicht anschmeissen wollten. Ich war hin-und-her gerissen: Gewissheit oder Gnadenfrist? Also habe ich nach meinem Wert von Dienstag gefragt, der müsste ja schon vorliegen. Ja, sie schaut mal nach. Mit ziemlich betretenem Gesicht meinte sie dann, der Wert sei sehr niedrig. Mir war klar, was das heißt. Ich war wie betäubt. Sie war sehr nett und meinte, ob ich doch noch mal zu Frau Doktor reinwollte, damit sie nochmal schaut. Sie würde mal schnell rüber gehen und mit ihr sprechen, ich solle nochmal kurz ins Wartezimmer. Ich sass da und wartete. Verschickte schon die erste "Scheisse - es sieht schlecht aus"-SMS. Sie kommt zurück, gibt mir ein kurzes Zeichen, ich soll nochmal mitkommen ins Labor. Dort hat sie sich ganz doll entschuldigt, sie habe sich verlesen, sie habe das > Zeichen verwechselt und der Wert von Dienstag wäre in Ordnung. Ich breche in Tränen aus. Sie zeigt mir den Wert nochmal am PC, damit ich es selber sehen kann. Ich heule, sie reicht mir eine Box mit Taschentüchern. Sie will das Gerät jetzt doch heute laufen lassen, nur für meine Probe. Ich bin so erleichtert. Aber sie sagt auch, ich soll nicht "zu hoch fliegen" - es hängt alles von der zweiten Probe ab. Ich darf anrufen, so in 1,5 Stunden. Ich fahre wieder heim, im Büro bin ich krankgemeldet. 

Ich haue mich aufs Sofa, Fernseher an, ich kriege nicht viel mit, warte, schlafe ein, schrecke hoch. Endlich sind 1,5 Stunden rum. Ich rufe an. Nein, noch kein Ergebnis, in 45 Minuten. Ich warte wieder. Google HCG-Werte. 15000 liegt in der Norm. Ich google auch "wie lange krankgeschrieben nach Fehlgeburt". Mein Gefühl wird immer mieser. 

Ich rufe nochmal an. Kriege die Bestätigung. 11000 heute. Es bricht alles zusammen. Kann nicht viel sagen am Telefon. Sie setzen mich auf die Rückrufliste von Frau Doktor, sie würde anrufen wenn die Sprechstunde vorbei ist, das ist um ein Uhr. Ich lege auf. Weine.Weine.Weine. 

Ich schreibe meinem Mann eine SMS. Jede Faser meines Herzens schreit nach ihm. "Bitte komm nach Hause, es stimmt was nicht mit dem Baby." Zehn Minuten später ist er da. Ich heule in sein T-Shirt, sage ihm, dass das Baby es nicht schaffen wird. Er hält mich ganz fest. Das Telefon klingelt, es ist Frau Doktor. Viel früher als erwartet, mein Anruf ist grade mal ne halbe Stunde her, es ist noch lange nicht nach eins. Es tut ihr leid, sagt sie, sie hätte mir gern was anderes gesagt. Aber die Vermutung hat sich bestätigt. Ich frage, was jetzt passiert. Sie sagt kein Wort von Ausschabung. Ich bin darüber sehr erleichtert. Wir sollen abwarten, dass die Blutung kommt. Wenn ich Schmerzen bekomme, Fieber oder die Blutung stärker ist als die normale Mens, soll ich sofort ins Krankenhaus fahren. Am Dienstag möchte sie mich noch mal sehen. Sie ist sehr einfühlsam, ich merke, es tut ihr auch sehr leid.

Nun weinen wir beide. Erst ich, irgendwann auch der Herzensmann. Aber er hält mich immer ganz fest. Irgendwann sagt er: wohl doch kein Supersperma. Das trifft mich bis ins Mark. Ich sage ihm, es ist nicht unsere Schuld. Nicht seine, nicht meine. Hätten wir was besser machen können, fragt er. Nein, ich versichere ihm, dass wir nichts dafür können. Dieser Prozess ist so empfindlich - irgendwas war nicht in Ordnung. Vielleicht hat es den Floh so viel Kraft gekostet, zu uns zu kommen, dass er keine mehr hatte, auch zu bleiben. 

Irgendwann beruhigen wir uns. Der Herzensmann geht kurz ein paar Sachen einkaufen, ich bleibe hier. Es ist komisch - hier steht die Welt still und "draußen" geht alles seinen normalen Gang. So war es auch, als mein Papa gestorben ist. Ich war damals ganz fasziniert davon, dass die Ampeln trotzdem leuchteten, der Verkehr ganz normal floss, Leute einkaufen gingen, obwohl doch gerade das Schlimmste auf der Welt passiert war. Der Herzensmann kommt zurück mit einer wilden Mischung im Korb, uns ist alles egal. Danach kuscheln wir uns aufs Sofa, betäuben uns mit alten TV-Serien aus den frühen Neunzigern, wir wissen: da kommen keine Babies drin vor. Wir essen was, gucken weiter, irgendwann wird es dunkel. Wir gehen schlafen. Ich habe nicht mehr geweint am Nachmittag. Aber kaum ist das Licht aus, laufen die Tränen. Ich kann garnicht aufhören, kriege wieder Kopfschmerzen vom Druck. Wir sollten zum Großmarkt fahren, ich fürchte, unser Verbrauch an Taschentüchern wird sprunghaft ansteigen. 

Den ganzen Tag über habe ich so liebe Kommentare und Mails meiner Blogschwestern und Leserinnen bekommen. Jede Einzelne von euch hat mich zu Tränen gerührt und doch tat es so gut. Das Wissen, dass ihr da draußen seid, dass ich nicht allein bin mit dem Schmerz, hilft. Ich kann im Moment nicht auf alle Kommentare antworten, aber ich danke euch allen für für eure lieben Worte - hier und auch auf euren Blogs.

Für diesen Post habe ich 1,5 Stunden und viele Taschentücher gebraucht. Ich hätte noch so viel zu sagen, vielleicht finde ich später oder morgen die Kraft dazu. Ich habe gestern aber einen Link bekommen zu einer Seite, auf die ich später noch genauer eingehen will. Dort stand allerdings ein Text, der mir im Moment sehr hilft und ich möchte ihn gern mit euch teilen: 

Dem Herzen folgen …
wir müssen nicht den kürzesten Weg nehmen.
Lass uns lieber einen Weg wählen,
den wir gerne gehen würden,
lass uns freundliche Begleiter mitnehmen zum Schwatzen und Lachen,
lass uns wunderbare Pausen einlegen.
Jochen Mariss




Freitag, 26. Juli 2013

Kein Inselwunderbaby für uns

Frau Doktor sagt, es ist eindeutig. Dienstag HCG bei >15000. Heute 11000. Zusammen mit der zu kleinen Größe und dem nicht sichtbaren Herzschlag ergibt das keinen Rechenfehler. Ein zweites Wunder war uns nicht vergönnt.

Wir warten jetzt auf die Blutung.

Am Dienstag wird sie nochmal schauen. 

Ich weine und weine und weine. 


Kein Inselwunderbaby für uns

Frau Doktor sagt, es ist eindeutig. Dienstag HCG bei >15000. Heute 11000. Zusammen mit der zu kleinen Größe und dem nicht sichtbaren Herzschlag ergibt das keinen Rechenfehler. Ein zweites Wunder war uns nicht vergönnt.

Wir warten jetzt auf die Blutung.

Am Dienstag wird sie nochmal schauen. 

Ich weine und weine und weine. 


Mittwoch, 24. Juli 2013

Blick nach vorn

So. Heute morgen gehts mir besser. Vielen Dank euch allen für eure lieben Worte.

Ich hoffe jetzt einfach auf einen Riesenrechenfehler - Mathe war ja noch nie meine Stärke. Gestern hatte mich wohl einfach das fiese "Verunsicherungs-Hysterie-Kontroll-Monster" in seinen Klauen. Dank euch bin ich dem jetzt entronnen. Vielleicht machen die ganzen Hormone mein schönes Optimisten-Hirn ganz rammdösig.

Gestern abend im Bett hat es ordentlich gezwackt und gezogen, allerdings dieses Mal links, bisher wars immer rechts. Erst hatte ich die Befürchtung, dass das Schlimmste eintreten wird, aber ich habe versucht mich zu beruhigen, mit dem Floh geredet und irgendwann wurde es besser. Heute morgen jedenfalls war immer noch alles blütenweiß. Vielleicht musste jetzt einfach die andere Seite mal "aktiv" werden? Vorher wars mehr rechts. Dann Pause. Jetzt links. Im Auto heute auch nochmal für ein Weilchen. Meine Freundin Übelkeit hat auch kurz mal vorbeigeschaut und die Brüste sind immer noch Melonen.

Vielleicht war ich auch einfach nur so fertig, weil ich fast mehr als zwei Wochen kaum geschlafen habe. Ist Schlafentzug nicht auch eine Foltermethode?

Wenn der Floh jetzt doch kein Inselfloh ist, ist es auch egal. Ein Wunderfloh ist er trotzdem. Hauptsache, er bleibt bis irgendwann im März.

Blick nach vorn

So. Heute morgen gehts mir besser. Vielen Dank euch allen für eure lieben Worte.

Ich hoffe jetzt einfach auf einen Riesenrechenfehler - Mathe war ja noch nie meine Stärke. Gestern hatte mich wohl einfach das fiese "Verunsicherungs-Hysterie-Kontroll-Monster" in seinen Klauen. Dank euch bin ich dem jetzt entronnen. Vielleicht machen die ganzen Hormone mein schönes Optimisten-Hirn ganz rammdösig.

Gestern abend im Bett hat es ordentlich gezwackt und gezogen, allerdings dieses Mal links, bisher wars immer rechts. Erst hatte ich die Befürchtung, dass das Schlimmste eintreten wird, aber ich habe versucht mich zu beruhigen, mit dem Floh geredet und irgendwann wurde es besser. Heute morgen jedenfalls war immer noch alles blütenweiß. Vielleicht musste jetzt einfach die andere Seite mal "aktiv" werden? Vorher wars mehr rechts. Dann Pause. Jetzt links. Im Auto heute auch nochmal für ein Weilchen. Meine Freundin Übelkeit hat auch kurz mal vorbeigeschaut und die Brüste sind immer noch Melonen.

Vielleicht war ich auch einfach nur so fertig, weil ich fast mehr als zwei Wochen kaum geschlafen habe. Ist Schlafentzug nicht auch eine Foltermethode?

Wenn der Floh jetzt doch kein Inselfloh ist, ist es auch egal. Ein Wunderfloh ist er trotzdem. Hauptsache, er bleibt bis irgendwann im März.

Dienstag, 23. Juli 2013

Ich brauche wohl noch ein Wunder. Bitte.

Glaubt ihr, dass man zwei mal die Chance auf ein Wunder hat? Oder wäre das zu viel verlangt?

Ich war heute nochmal bei meiner Gyn, weil ich ein komisches Gefühl hatte. Seit Freitag haben sich nämlich Mensziehen und Übelkeit verabschiedet. Und obwohl das nichts heißen muss, wie die Befragungen bei Dr.Google zeigten, kann es doch durchaus was heißen. 

Also durfte ich heute nochmal zu Frau Doktor rein. Leider keine Entwarnung. Alles kann, nichts muss. Für 7+6 wie sie berechnet hat (nach meinen Angaben) wäre es zu klein - 38 mm. Das entspricht 6+1 laut Ultraschall und das wäre wohl ok. Es ist seit letztem Montag auch gewachsen, das zumindest konnte sie sagen. Nun kann es sein, dass alle meine Berechnungen aufgrund meines schwankenden Zyklus falsch sind und es doch kein Inselwunderbaby ist. 

Oder es ist ein Bummler. 

Oder wir steuern auf das Unaussprechliche zu. 

Heute wurde nochmal HCG bestimmt. Freitag wird nochmal Blut abgenommen. Wenn der Wert einen guten Anstieg zeigt, ist erstmal alles OK und wir hinken vielleicht ein bisschen hinterher oder haben echt falsch gerechnet. Sie hatte mich ja nach dem US und den HCG-Werten vom ersten Termin geringer eingestuft und dies auf Basis meiner Angaben nach "oben" korrigert. Der Clearblue hat ja auch 2-3 angezeigt, wo er nach meinen Berechnungen 3+ hätte anzeigen müssen. 

Den Mutterpass habe ich heute bekommen. FALLS doch was passiert, wüsste die Klinik dann besser Bescheid. Eigentlich wollte ich ihn SO nicht bekommen. Das hat mir solche Angst gemacht, dass ich geweint habe - das hätten eigentlich Freudentränen und keine Angsttränen sein sollen. Ich habe ihn unten in der Handtasche versteckt. 

Der Herzensmann ist noch nicht eingeweiht. Freitag muss ich es ihm sagen, so oder so. Da führt kein Weg dran vorbei.

Bitte - wer auch immer in diesem Universum für ein Wunder zuständig ist - bitte, schick mir noch ein klitzekleines Wunder. Ich will auch immer artig sein.




Ich brauche wohl noch ein Wunder. Bitte.

Glaubt ihr, dass man zwei mal die Chance auf ein Wunder hat? Oder wäre das zu viel verlangt?

Ich war heute nochmal bei meiner Gyn, weil ich ein komisches Gefühl hatte. Seit Freitag haben sich nämlich Mensziehen und Übelkeit verabschiedet. Und obwohl das nichts heißen muss, wie die Befragungen bei Dr.Google zeigten, kann es doch durchaus was heißen. 

Also durfte ich heute nochmal zu Frau Doktor rein. Leider keine Entwarnung. Alles kann, nichts muss. Für 7+6 wie sie berechnet hat (nach meinen Angaben) wäre es zu klein - 38 mm. Das entspricht 6+1 laut Ultraschall und das wäre wohl ok. Es ist seit letztem Montag auch gewachsen, das zumindest konnte sie sagen. Nun kann es sein, dass alle meine Berechnungen aufgrund meines schwankenden Zyklus falsch sind und es doch kein Inselwunderbaby ist. 

Oder es ist ein Bummler. 

Oder wir steuern auf das Unaussprechliche zu. 

Heute wurde nochmal HCG bestimmt. Freitag wird nochmal Blut abgenommen. Wenn der Wert einen guten Anstieg zeigt, ist erstmal alles OK und wir hinken vielleicht ein bisschen hinterher oder haben echt falsch gerechnet. Sie hatte mich ja nach dem US und den HCG-Werten vom ersten Termin geringer eingestuft und dies auf Basis meiner Angaben nach "oben" korrigert. Der Clearblue hat ja auch 2-3 angezeigt, wo er nach meinen Berechnungen 3+ hätte anzeigen müssen. 

Den Mutterpass habe ich heute bekommen. FALLS doch was passiert, wüsste die Klinik dann besser Bescheid. Eigentlich wollte ich ihn SO nicht bekommen. Das hat mir solche Angst gemacht, dass ich geweint habe - das hätten eigentlich Freudentränen und keine Angsttränen sein sollen. Ich habe ihn unten in der Handtasche versteckt. 

Der Herzensmann ist noch nicht eingeweiht. Freitag muss ich es ihm sagen, so oder so. Da führt kein Weg dran vorbei.

Bitte - wer auch immer in diesem Universum für ein Wunder zuständig ist - bitte, schick mir noch ein klitzekleines Wunder. Ich will auch immer artig sein.




Samstag, 20. Juli 2013

Meine zauberhafte Frau Doktor

Ich hatte ja von Anfang an ein supergutes Gefühl mit unserer Kinderwunsch-Frau-Doktor. Nicht nur, dass sie mir beim ersten Gespräch das Gefühl gegeben hat, dass ich nicht hysterisch bin und es deshalb nicht klappt. Nein, sie hat den Satz gesagt, der all die negativen Erlebnisse der vorangegangenen 3 Jahre ganz klein gemacht hat: unser Ziel ist: sie werden in 2013 schwanger. Ich kann das zwar nicht garantieren, aber wir werden alles daran setzten. 

Dann war ich ja zwischendurch zu den Kontrollterminen immer bei ihrer Vertretung, die auch sehr nett war, mir meine ersten 3 Eizellen gezeigt hat (da habe ich echt geweint), die meine Zyste entdeckt hat und mir davon ein schönes Foto gegeben hat und mir gesagt hat, wir können zwar nicht stimulieren, aber im Urlaub dürfen wir "Geschl*chtsv*rkehr haben" und damit das "GO" für den Inselwunderfloh gegeben hat. 

Dann habe ich meine Frau Doktor erst nach dem Urlaub wiedergesehen, als wir das weitere Vorgehen, ICSI und wie das alles ablaufen würde, geplant haben. Sie war damals ganz geknickt, dass sie zu der Zeit im Urlaub sein würde, weil sie uns wirklich sehr gern begleitet hätte, es aber unsinnig fand, dass wir nicht sofort starten würden. Mehrfach hat sie betont, dass der Zyklusbeginn mit viel Glück ja ein bisschen verzögert käme und dann wäre sie zum Transfer wieder da und würde den selbstverständlich selbst machen. 

Tja, als der Test dann tatsächlich positiv war, war sie bei einem einwöchigen Kongress. So war ich inzwischen ja bei der normalen Gyn. Direkt am Montag nach dem Kongress habe ich dann eine E-Mail bekommen von Frau Doktor - sie hat sich sehr gefreut und versprochen: "beim nächsten Kind machen wir's genauso!"  :) 

Na, erstmal will ich dieses kriegen. Aber ich sag euch, sobald ein Geschwisterchen in Planung ist, stehen wir da wieder auf der Matte. Und dann kann sie zeigen, was sie sonst noch so kann....


Meine zauberhafte Frau Doktor

Ich hatte ja von Anfang an ein supergutes Gefühl mit unserer Kinderwunsch-Frau-Doktor. Nicht nur, dass sie mir beim ersten Gespräch das Gefühl gegeben hat, dass ich nicht hysterisch bin und es deshalb nicht klappt. Nein, sie hat den Satz gesagt, der all die negativen Erlebnisse der vorangegangenen 3 Jahre ganz klein gemacht hat: unser Ziel ist: sie werden in 2013 schwanger. Ich kann das zwar nicht garantieren, aber wir werden alles daran setzten. 

Dann war ich ja zwischendurch zu den Kontrollterminen immer bei ihrer Vertretung, die auch sehr nett war, mir meine ersten 3 Eizellen gezeigt hat (da habe ich echt geweint), die meine Zyste entdeckt hat und mir davon ein schönes Foto gegeben hat und mir gesagt hat, wir können zwar nicht stimulieren, aber im Urlaub dürfen wir "Geschl*chtsv*rkehr haben" und damit das "GO" für den Inselwunderfloh gegeben hat. 

Dann habe ich meine Frau Doktor erst nach dem Urlaub wiedergesehen, als wir das weitere Vorgehen, ICSI und wie das alles ablaufen würde, geplant haben. Sie war damals ganz geknickt, dass sie zu der Zeit im Urlaub sein würde, weil sie uns wirklich sehr gern begleitet hätte, es aber unsinnig fand, dass wir nicht sofort starten würden. Mehrfach hat sie betont, dass der Zyklusbeginn mit viel Glück ja ein bisschen verzögert käme und dann wäre sie zum Transfer wieder da und würde den selbstverständlich selbst machen. 

Tja, als der Test dann tatsächlich positiv war, war sie bei einem einwöchigen Kongress. So war ich inzwischen ja bei der normalen Gyn. Direkt am Montag nach dem Kongress habe ich dann eine E-Mail bekommen von Frau Doktor - sie hat sich sehr gefreut und versprochen: "beim nächsten Kind machen wir's genauso!"  :) 

Na, erstmal will ich dieses kriegen. Aber ich sag euch, sobald ein Geschwisterchen in Planung ist, stehen wir da wieder auf der Matte. Und dann kann sie zeigen, was sie sonst noch so kann....


Freitag, 19. Juli 2013

Ich bin ein Obstsalat

Jawohl, ihr lest richtig. Ich bin ein Obstsalat. Meine Brüste sind kleine Galiamelonen. Meine Gebärmutter hat die Größe einer Pampelmuse. Mein Baby hat die Größe einer dicken Blaubeere. Vielleicht ist es ja auch schon eine Himbeere. Oder Brombeere?

Also, wenn ihr das nächste Mal in der Obstabteilung seid, winkt mir doch einfach mal zu....

Ich bin ein Obstsalat

Jawohl, ihr lest richtig. Ich bin ein Obstsalat. Meine Brüste sind kleine Galiamelonen. Meine Gebärmutter hat die Größe einer Pampelmuse. Mein Baby hat die Größe einer dicken Blaubeere. Vielleicht ist es ja auch schon eine Himbeere. Oder Brombeere?

Also, wenn ihr das nächste Mal in der Obstabteilung seid, winkt mir doch einfach mal zu....

Mittwoch, 17. Juli 2013

So, jetzt geht es also los

Man hört ja immer davon, dass sich in der Schwangerschaft der Geruchssinn verändert. Tja, davon konnte ich heute ein Lied singen. Als erstes: Mettbrötchen des Kollegen im Büro. Macht mir sonst nix aus. Heute fand ich den Geruch superextrem. Zum Glück war das Fenster auf und der Kollege hat das Brötchen eher inhaliert als normal gegessen. Ratzfatzweg.

Dann bin ich heute mit dem Auto meines Mannes gefahren, weil mein Autochen TÜV und Inspektionstermin hatte. Hinweg alles gut. Rückweg: ich steige in der Tiefgarage ins Auto. Es riecht. Nach alte-Pipi-Windel. Ihhhbäääh. Und das Auto ist sehr gut gepflegt und top in Schuss. Morgens roch das da nicht so. Mein Mann meinte übrigens ich spinne, als wir 20 Minuten später gemeinsam gefahren sind. Er würde nichts riechen. 

Tja, dann musste ich noch Geld holen. Schließlich will der Autoschrauber meines Vertrauens ja entlohnt werden. Ich hole also Geld im Schreibwarenladen. Die Verkäuferin hat irgendein sehr merkwürdiges Parfüm drauf. Mit jeder Menge Minze. Oder hat sie in japanischem Minzöl gebadet? Egal was, es ist furchtbar penetrant. Ich atme flach und bete, dass sie schnell macht. Sie zählt mir langsam und gemütlich mein Geld vor. Los, schneller... her mit den Moneten! Ich stopfe das Geld ins Portomonaie und haste aus dem Laden. 

Nun kommt zum Melonen-Busen, dauerhaftem Mens-Ziehen, Schlaflosigkeit und totaler Verpeiltheit auch noch eine Nase mit Eigenleben. 

Immerhin kommen der Floh und ich essenstechnisch ganz gut zurecht. Gegen die Morgenübelkeit so um 4:xx hilft eine Banane. Süsses ist nicht so unser Ding, bis vor 3-4 Wochen sah das noch anders aus. Dafür leben wir seit dem Wochenende praktisch von Bananen, Zwieback mit Zartbitterschokolade (gut, ein bisschen Schoki geht) und Apfel-Möhren-Salat. Das kann von mir aus so bleiben. 

Ich bin gespannt, was noch kommt. 



So, jetzt geht es also los

Man hört ja immer davon, dass sich in der Schwangerschaft der Geruchssinn verändert. Tja, davon konnte ich heute ein Lied singen. Als erstes: Mettbrötchen des Kollegen im Büro. Macht mir sonst nix aus. Heute fand ich den Geruch superextrem. Zum Glück war das Fenster auf und der Kollege hat das Brötchen eher inhaliert als normal gegessen. Ratzfatzweg.

Dann bin ich heute mit dem Auto meines Mannes gefahren, weil mein Autochen TÜV und Inspektionstermin hatte. Hinweg alles gut. Rückweg: ich steige in der Tiefgarage ins Auto. Es riecht. Nach alte-Pipi-Windel. Ihhhbäääh. Und das Auto ist sehr gut gepflegt und top in Schuss. Morgens roch das da nicht so. Mein Mann meinte übrigens ich spinne, als wir 20 Minuten später gemeinsam gefahren sind. Er würde nichts riechen. 

Tja, dann musste ich noch Geld holen. Schließlich will der Autoschrauber meines Vertrauens ja entlohnt werden. Ich hole also Geld im Schreibwarenladen. Die Verkäuferin hat irgendein sehr merkwürdiges Parfüm drauf. Mit jeder Menge Minze. Oder hat sie in japanischem Minzöl gebadet? Egal was, es ist furchtbar penetrant. Ich atme flach und bete, dass sie schnell macht. Sie zählt mir langsam und gemütlich mein Geld vor. Los, schneller... her mit den Moneten! Ich stopfe das Geld ins Portomonaie und haste aus dem Laden. 

Nun kommt zum Melonen-Busen, dauerhaftem Mens-Ziehen, Schlaflosigkeit und totaler Verpeiltheit auch noch eine Nase mit Eigenleben. 

Immerhin kommen der Floh und ich essenstechnisch ganz gut zurecht. Gegen die Morgenübelkeit so um 4:xx hilft eine Banane. Süsses ist nicht so unser Ding, bis vor 3-4 Wochen sah das noch anders aus. Dafür leben wir seit dem Wochenende praktisch von Bananen, Zwieback mit Zartbitterschokolade (gut, ein bisschen Schoki geht) und Apfel-Möhren-Salat. Das kann von mir aus so bleiben. 

Ich bin gespannt, was noch kommt. 



Dienstag, 16. Juli 2013

Unser Kind wird nicht Juri heißen

So viel steht schon mal fest. Früher, vor langer Zeit, in einem Leben vor dem unerfüllten Kinderwunsch, war eine unserer liebsten Beschäftigungen bei langen Autofahrten das Spiel: "wie nennen wir unsere zukünftigen Kinder?" 

Je länger und nervenaufreibender die Kinderwunschzeit wurde, desto weniger sprachen wir über Namen. Ja, ich weiß, es ist noch ziemlich früh sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Aber der Herzensmann braucht für wichtige Entscheidungen immer sehr sehr lange. Die Kaufentscheidung für den neuen Fernseher dauerte vom ersten "drüber sprechen" bis zum Kauf 5! Jahre! 

Solange wird der Floh sicher nicht drin bleiben.

Gestern beim telefonieren mit einer lieben Freundin ist mir dann rausgerutscht, dass ich eine App habe, wo ich die Namen gespeichert habe. Da wurde der Herzensmann hellhörig. Abends im Bett bin ich dann mit den Namen rausgerückt. Einige fand er wohl garnicht so schlecht. Bei anderen drückte er grinsend den Kopf ins Kopfkissen. Bei "Juri" hagelte es Protest und heftiges Kopfschütteln und es folgte die Aufforderung, diesen Namen sofort zu löschen. Und weil er im Moment so lieb zu mir ist und mir jeden Wunsch von den Augen abliest, war ich im Gegenzug auch mal nett und habe "Juri" aus meinen Favoriten gelöscht.

Unser Kind wird nicht Juri heißen

So viel steht schon mal fest. Früher, vor langer Zeit, in einem Leben vor dem unerfüllten Kinderwunsch, war eine unserer liebsten Beschäftigungen bei langen Autofahrten das Spiel: "wie nennen wir unsere zukünftigen Kinder?" 

Je länger und nervenaufreibender die Kinderwunschzeit wurde, desto weniger sprachen wir über Namen. Ja, ich weiß, es ist noch ziemlich früh sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Aber der Herzensmann braucht für wichtige Entscheidungen immer sehr sehr lange. Die Kaufentscheidung für den neuen Fernseher dauerte vom ersten "drüber sprechen" bis zum Kauf 5! Jahre! 

Solange wird der Floh sicher nicht drin bleiben.

Gestern beim telefonieren mit einer lieben Freundin ist mir dann rausgerutscht, dass ich eine App habe, wo ich die Namen gespeichert habe. Da wurde der Herzensmann hellhörig. Abends im Bett bin ich dann mit den Namen rausgerückt. Einige fand er wohl garnicht so schlecht. Bei anderen drückte er grinsend den Kopf ins Kopfkissen. Bei "Juri" hagelte es Protest und heftiges Kopfschütteln und es folgte die Aufforderung, diesen Namen sofort zu löschen. Und weil er im Moment so lieb zu mir ist und mir jeden Wunsch von den Augen abliest, war ich im Gegenzug auch mal nett und habe "Juri" aus meinen Favoriten gelöscht.

Montag, 15. Juli 2013

Schwangerschaftsviren für alle!!!!

Ich hab ihn gesehen!!!!!! 

Der Floh existiert tatsächlich und hat sich ganz gemütlich bei mir eingekuschelt. Ich sitze hier und kann mein Glück kaum fassen! Aber jetzt mal der Reihe nach. 

Mein Termin war heute um 9:45 Uhr. Das hatte ich auch die ganze Zeit so im Kopf. Allerdings habe ich heute auf den Kalender guckt und da habe ich 9:00 Uhr eingetragen. Also früher los und um 8:55 Uhr war ich da. Pünktlich, wie ich dachte. Und muss feststellen, dass die Verpeiltheit, die ich früher bei meinen schwangeren Kolleginnen betrachten konnte (und die mich tierisch genervt hat) mich ebenfalls voll im Griff hat. Mein Termin war nämlich um 9:45 Uhr. Also musste ich noch 45 lange Minuten im Wartezimmer sitzen. Urin hatte ich direkt nach Ankunft schon abgegeben. 

Dann durfte ich endlich zu Frau Doktor. Die wird mir übrigens immer symphatischer. Nicht, dass ich meine normale Frau Doktor nicht auch richtig nett und gut finde. Aber die hat ja beschlossen, ihren Urlaub genau in den Beginn meiner Schwangerschaft zu legen. HAHA. Das hat sie nun davon. 

So. Also Frau Doktor Kira fragt mich als erstes mit strahlendem Lächeln: Na, wie gehts Ihnen? Ha, wie solls mir gehen??? Klare Antwort: Mir gehts besser, wenn sie geguckt haben und sagen, dass alles OK ist. Sie grinst. 

Vorher fragt sie, ob ich Schmerzen habe, also, beim Wasserlassen. Blödes Wort. Nee, ich habe keine Schmerzen. Dafür aber scheinbar ne fette Blasenentzündung. Das ist aber nicht so schlimm sagt sie, da kann man was machen, das kommt wohl öfter vor. Ich darf mich endlich "frei machen". 

Ich klettere auf den Stuhl und rutsche tief runter. Das weiß ich noch vom letzten Mal, sie hat mich gern tief unten. Ich rutsche, bis ich fast runterfalle. Sie guckt als erstes nach der Entzündung. Sehen tut man nichts, also scheinbar ist es noch ganz am Anfang. Dann tastet sie mich ab. Tut das weh? Nein, ich merk wohl was, aber es tut nichts weh. Alles prima, sagt Frau Doktor Kira. Dann kommt er, der Moment auf den ich die ganze Zeit warte. Hurra, Vaginalultraschall. Zahl ich, nicht die Kasse - die zahlen erst ab der 9.Woche. Das ist mir zu spät, ich will was sehen. Uuuuuuuuund....

ich sehs sorfort: eine schwarze, runde Blase. Drinnen etwas Helles. Ich könnte heulen. Sie sagt, sie guckt mal eben, dann dreht sie mir den Bildschirm, dass ich besser sehen kann. Sie erklärt mir wo die Fruchthöhle ist, da ist der Dottersack und hier, das ganz kleine Weiße am Rand, das ist der Embryo. Mir kullert eine Träne. Ich muss die Luft anhalten vor Glück. Sie dreht den Stab in mir hin und her. Wenn die so weiter macht, muss ich gleich pinkeln... 

Fazit: es sieht alles sehr gut aus. Zeitgemäß. Was für ein schönes Wort. Es ist eindeutig nur einer. Prima, ist doch gut. Unser Inselwunderfloh.

Nach einem letzten Blick auf unseren kleinen Floh klettere ich wieder vom Stuhl. 

Jetzt kriege ich einen riesigen, dicken A4 Umschlag mit ganz vielen Infos. Den Mutterpass und ein Foto kriege ich beim nächsten Mal. Der Umschlag bedeutet aber, ich bin tatsächlich richtig echt und wirklich schwanger. Ich hole mein Büchlein raus, das ich mir für Fragen im KIWU gekauft habe, darin habe ich gestern abend alles aufgeschrieben, was ich wissen wollte und das war auch gut so. Ich hätte alles vergessen. 

Wir haben noch diverse Blutuntersuchungen besprochen: Toxoplasmose, HIV, Vitamin D und irgendwelche Sachen, die man kriegen kann, wenn man häufig mit kleinen Kindern in Kontakt kommt. Tu ich zwar nicht, aber sicher ist sicher. Ich löhne am Ende über 200 Euro (inkl. Ultraschall von heute). Aber ganz ehrlich? Die Preise können eine KIWU-Patientin doch echt nicht schocken.

Was meine Ernährung und Hyperinsulinämie angeht, gibt es keine Schwierigkeiten, ich soll mich ausgewogen ernähren. Obst und Gemüse gut waschen. Kein rohes Fleisch oder Eier. Halt das übliche. Zucker essen wir eh reduziert. Ich frage noch nach Magnesium, das wird wohl auch nur bei Bedarf verordnet, aber wenn ich merke, dass ich z.B. Wadenkrämpfe kriege (ist ja auch heiß im Sommer) dann soll ich was nehmen. 

In 4 Wochen haben wir den nächsten Termin. Die Ärztin meinte 3-4 Wochen, aber ich wollte einen Abendtermin, damit der Herzensmann auch mitkommen kann. Dann wäre ich in der 10 Woche und dann kann man "richtig was sehen"! Aber, sagt Frau Dokter, wenn irgendwas ist oder wann immer ich was auf dem Herzen habe, soll ich anrufen und dann kann ich auch schon früher kommen. 

Ich verlasse die Praxis mit einem Rezept für die Blasenentzündung, einem neuen Termin im August und dem dicken Umschlag. Und natürlich einem riesigen, fetten Grinsen und eigentlich erwarte ich, dass über mir ein Schild erscheint auf dem steht "SCHWANGER mit einem Inselwunderfloh"

Ihr Lieben, die ihr das jetzt lest und noch auf dem Kinderwunschweg seid: seid nicht zu traurig und verzweifelt, weil ihr momentan nicht wisst, wann euer Moment kommt. Ich wünsche euch, dass meine Geschichte euch Mut gibt und Hoffnung und den Glauben an ein Wunder. Denn manchmal werden Wunder tatsächlich wahr. 


P.S. Die Nachrichten melden gerade, dass die Uni Princton in einer Studie herausgefunden hat, dass Babies, die im Juni, Juli und August gezeugt werden, wahre Wonneproppen werden. Na, das finden wir alle doch super, oder?


PPS: ich verpuste hier mal Schwangerschaftsviren für alle: *puuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuust*



Schwangerschaftsviren für alle!!!!

Ich hab ihn gesehen!!!!!! 

Der Floh existiert tatsächlich und hat sich ganz gemütlich bei mir eingekuschelt. Ich sitze hier und kann mein Glück kaum fassen! Aber jetzt mal der Reihe nach. 

Mein Termin war heute um 9:45 Uhr. Das hatte ich auch die ganze Zeit so im Kopf. Allerdings habe ich heute auf den Kalender guckt und da habe ich 9:00 Uhr eingetragen. Also früher los und um 8:55 Uhr war ich da. Pünktlich, wie ich dachte. Und muss feststellen, dass die Verpeiltheit, die ich früher bei meinen schwangeren Kolleginnen betrachten konnte (und die mich tierisch genervt hat) mich ebenfalls voll im Griff hat. Mein Termin war nämlich um 9:45 Uhr. Also musste ich noch 45 lange Minuten im Wartezimmer sitzen. Urin hatte ich direkt nach Ankunft schon abgegeben. 

Dann durfte ich endlich zu Frau Doktor. Die wird mir übrigens immer symphatischer. Nicht, dass ich meine normale Frau Doktor nicht auch richtig nett und gut finde. Aber die hat ja beschlossen, ihren Urlaub genau in den Beginn meiner Schwangerschaft zu legen. HAHA. Das hat sie nun davon. 

So. Also Frau Doktor Kira fragt mich als erstes mit strahlendem Lächeln: Na, wie gehts Ihnen? Ha, wie solls mir gehen??? Klare Antwort: Mir gehts besser, wenn sie geguckt haben und sagen, dass alles OK ist. Sie grinst. 

Vorher fragt sie, ob ich Schmerzen habe, also, beim Wasserlassen. Blödes Wort. Nee, ich habe keine Schmerzen. Dafür aber scheinbar ne fette Blasenentzündung. Das ist aber nicht so schlimm sagt sie, da kann man was machen, das kommt wohl öfter vor. Ich darf mich endlich "frei machen". 

Ich klettere auf den Stuhl und rutsche tief runter. Das weiß ich noch vom letzten Mal, sie hat mich gern tief unten. Ich rutsche, bis ich fast runterfalle. Sie guckt als erstes nach der Entzündung. Sehen tut man nichts, also scheinbar ist es noch ganz am Anfang. Dann tastet sie mich ab. Tut das weh? Nein, ich merk wohl was, aber es tut nichts weh. Alles prima, sagt Frau Doktor Kira. Dann kommt er, der Moment auf den ich die ganze Zeit warte. Hurra, Vaginalultraschall. Zahl ich, nicht die Kasse - die zahlen erst ab der 9.Woche. Das ist mir zu spät, ich will was sehen. Uuuuuuuuund....

ich sehs sorfort: eine schwarze, runde Blase. Drinnen etwas Helles. Ich könnte heulen. Sie sagt, sie guckt mal eben, dann dreht sie mir den Bildschirm, dass ich besser sehen kann. Sie erklärt mir wo die Fruchthöhle ist, da ist der Dottersack und hier, das ganz kleine Weiße am Rand, das ist der Embryo. Mir kullert eine Träne. Ich muss die Luft anhalten vor Glück. Sie dreht den Stab in mir hin und her. Wenn die so weiter macht, muss ich gleich pinkeln... 

Fazit: es sieht alles sehr gut aus. Zeitgemäß. Was für ein schönes Wort. Es ist eindeutig nur einer. Prima, ist doch gut. Unser Inselwunderfloh.

Nach einem letzten Blick auf unseren kleinen Floh klettere ich wieder vom Stuhl. 

Jetzt kriege ich einen riesigen, dicken A4 Umschlag mit ganz vielen Infos. Den Mutterpass und ein Foto kriege ich beim nächsten Mal. Der Umschlag bedeutet aber, ich bin tatsächlich richtig echt und wirklich schwanger. Ich hole mein Büchlein raus, das ich mir für Fragen im KIWU gekauft habe, darin habe ich gestern abend alles aufgeschrieben, was ich wissen wollte und das war auch gut so. Ich hätte alles vergessen. 

Wir haben noch diverse Blutuntersuchungen besprochen: Toxoplasmose, HIV, Vitamin D und irgendwelche Sachen, die man kriegen kann, wenn man häufig mit kleinen Kindern in Kontakt kommt. Tu ich zwar nicht, aber sicher ist sicher. Ich löhne am Ende über 200 Euro (inkl. Ultraschall von heute). Aber ganz ehrlich? Die Preise können eine KIWU-Patientin doch echt nicht schocken.

Was meine Ernährung und Hyperinsulinämie angeht, gibt es keine Schwierigkeiten, ich soll mich ausgewogen ernähren. Obst und Gemüse gut waschen. Kein rohes Fleisch oder Eier. Halt das übliche. Zucker essen wir eh reduziert. Ich frage noch nach Magnesium, das wird wohl auch nur bei Bedarf verordnet, aber wenn ich merke, dass ich z.B. Wadenkrämpfe kriege (ist ja auch heiß im Sommer) dann soll ich was nehmen. 

In 4 Wochen haben wir den nächsten Termin. Die Ärztin meinte 3-4 Wochen, aber ich wollte einen Abendtermin, damit der Herzensmann auch mitkommen kann. Dann wäre ich in der 10 Woche und dann kann man "richtig was sehen"! Aber, sagt Frau Dokter, wenn irgendwas ist oder wann immer ich was auf dem Herzen habe, soll ich anrufen und dann kann ich auch schon früher kommen. 

Ich verlasse die Praxis mit einem Rezept für die Blasenentzündung, einem neuen Termin im August und dem dicken Umschlag. Und natürlich einem riesigen, fetten Grinsen und eigentlich erwarte ich, dass über mir ein Schild erscheint auf dem steht "SCHWANGER mit einem Inselwunderfloh"

Ihr Lieben, die ihr das jetzt lest und noch auf dem Kinderwunschweg seid: seid nicht zu traurig und verzweifelt, weil ihr momentan nicht wisst, wann euer Moment kommt. Ich wünsche euch, dass meine Geschichte euch Mut gibt und Hoffnung und den Glauben an ein Wunder. Denn manchmal werden Wunder tatsächlich wahr. 


P.S. Die Nachrichten melden gerade, dass die Uni Princton in einer Studie herausgefunden hat, dass Babies, die im Juni, Juli und August gezeugt werden, wahre Wonneproppen werden. Na, das finden wir alle doch super, oder?


PPS: ich verpuste hier mal Schwangerschaftsviren für alle: *puuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuust*



Sonntag, 14. Juli 2013

Morgen ist der große Tag und andere Kleinigkeiten

Nur noch einmal schlafen. Die Spannung steigt. Werde ich etwas sehen können? Kriege ich ein Foto, auf dem auch was erkennbar ist? Dann kann ich wahrscheinlich endlich richtig dran glauben. Ja, ich fühle mich schon ein bisschen schwanger, aber da ich immer noch nichts "Greifbares" habe, bin ich in manchen Momenten noch vorsichtig. Es wäre einfach zu schön um wahr zu sein. Mir ist nicht dauernd kotzübel, seit Donnerstag zwar jeden morgen ein bisschen, aber ich bin manchmal nicht sicher, ob das "echt" ist oder nur Einbildung. Ich merke ich trinke viel mehr, obwohl mir das eigentlich immer schwer fällt und ich mich ans trinken erinnern muss. Jetzt geht es von allein. Ist es der Floh oder die Hitze?  

Ich fühle mich schon ein bisschen komisch in dieser neuen Situation. Wie es sich anfühlt, wenn man nicht schwanger ist, damit habe ich Erfahrung, damit kenne ich mich aus. Ich stelle fest, dass mein Wissen übers "Schwanger sein" ziemlich begrenzt ist. Ganz ehrlich habe ich mich nämlich immer nur mit dem "Schwanger werden" und nie mit dem "Schwanger sein" beschäftigt, weil ich ich nicht getraut habe und auch, weil es zu weh getan hätte. Jetzt sitz ich hier und habe keinen blassen Schimmer. Wenn alles gut geht, werden wir irgendwann Ende Februar / Anfang März zu dritt sein. Alles dazwischen ist Grauzone. 

Aber das Grau wird sich lichten. Auch Dank euch, liebe Blogschwestern! Lene hat mir schon ein tolles Buch empfohlen und wenn morgen der Termin vorbei ist und die Ärztin sagt, es ist alles in Ordung, dann gehe ich in die örtliche Buchhandlung und kaufe es. Und zwar völlig öffentlich und total schwanger. 

Stella hat mir eine App empfohlen, die einerseits ein wenig mein Unwissen beseitigt und andererseits zu meiner Erheiterung beiträgt. Heute fragt die App z.B. ob es vielleicht Zeit für einen neuen BH ist und empfiehlt den Besuch eines Fachgeschäfts, wo man gute Beratung bekommt. Tja, ein Fachgeschäft in dem Frau eine gute Beratung bekommt, habe ich auch unschwanger lange gesucht. Wenn man in Deutschland mehr als die übliche Körbchengröße hat, hat man ein Problem. Jahrelang habe ich mich mit inkompetenten Verkäuferinnen, dämlichen Kommentaren, Frust in Umkleidekabinen und täglichen Rückenschmerzen herumgeplagt. Die Erlösung brachte ein Wochenende in London, in einem Wäschegeschäft, dass auch die Royals beliefert (wenn ich mich richtig erinnere). Und ich kam mir vor wie eine Königin. Höfliche, angenehme und höchst kompetente Beratung, schöne Kabinen mit angenehmen Licht, für zwischendurch ein edler Satinbademantel, damit Frau beim warten nicht friert und ein Berg voller schöner, sexy BH's die alle passten. Die Rückenschmerzen sind seitdem schlagartig verschwunden. 

Wahrscheinlich muss ich also vor der Geburt nochmal nach London jetten und "umrüsten". Morgen empfiehlt die App übrigens ein romantisches Wochenende mit dem Parter, damit man nochmal Zweisamtkeit genießen kann. 

Schatz, wie wär's mit London? Ich hab schon mal gebucht....